11. Dezember 2020
Rotkohl: Wie gesund ist das Wintergemüse?

Rotkohl: Wie gesund ist das Wintergemüse?

Rotkohl ist eine beliebte Beilage beim Weihnachtsessen. Doch das Wintergemüse überzeugt nicht nur geschmacklich, sondern stärkt auch unser Immunsystem. Erfahren Sie, welche Inhaltsstoffe den Kohl so gesund machen.

© Victoria p./ Adobe Stock
Rotkohl ist nicht nur lecker, sondern auch sehr nährstoffreich.

Rotkohl ist gerade in der Adventszeit beliebt und darf zu keinem Weihnachtsessen fehlen. Das regionale Wintergemüse überzeugt nicht nur mit seinem aromatisch-süßlichen Geschmack, sondern ist dank seiner Nährstoffe auch sehr gesund. Rotkohl enthält viele Vitamine und Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium oder Magnesium.

Rotkohl hält gesund!

Gerade im Winter kommen diese guten Nährstoffe unserem Immunsystem zugute, regulieren unsere Blutgerinnung und sorgen für einen gesunden Knochenbau. Zudem unterstützen sie den Stoffwechsel und stärken das Herz-Kreislauf-System. Rotkohl enthält außerdem Senfölglycosid, das im Körper zu Sulforaphan umgewandelt wird und das dank seiner antibakteriellen Wirkung bei Harnwegserkrankungen, wie einer Blasenentzündung, hilft. Senfölglycoside sollen ebenfalls das Risiko für Tumorerkrankungen wie Brustkrebs, Lungenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs reduzieren.

Sein kräftiges, lilafarbenes Aussehen verdankt der Kohl seiner Pflanzenfarbstoffe Anthocyane, die sich ebenfalls positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Anthocyane helfen dabei, Entzündungen zu senken, die Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Neurodermitis oder Arthritis verursachen. Die Farbstoffe sollen auch bestimmte Gene in Körperzellen aktivieren, die vor Krebs schützen. Doch Rotkohl ist nicht nur ein richtiger Gesundheitsbooster, sondern auch ein Schlankmacher, der zu über 90 Prozent aus Wasser besteht und fett- sowie kalorienarm (95 kcal pro 100 Gramm) ist. Stattdessen ist er sehr ballaststoffreich und daher sättigend.

Blähungen nach Rotkohl

Wie andere Kohlarten ist auch Rotkohl wegen seiner festeren Zellstruktur eher schwerer zu verdauen und nach dem Genuss kommt es häufig zu Blähungen. Schuld daran ist das Kohlenhydrat Raffinose, das nahezu unverändert im Dickdarm fermentiert wird. Dabei entstehen Gase, die für die Blähungen verantwortlich sind. Um dem entgegenzuwirken, sollten Sie den Kohl zwei Tage vorher ins Tiefkühlfach legen oder beim Zubereiten Gewürze wie Fenchelsamen oder Kümmel verwenden.

Rotkohl oder Blaukraut – gibt es einen Unterschied?

In Süddeutschland ist Rotkohl eher unter dem Namen Blaukraut bekannt, da seine Farbe weniger rötlich, sondern eher violett ist. Welche Farbe der Kohl annimmt, hängt vom pH-Wert des Bodens ab: Saure Böden, die einen niedrigeren pH-Wert haben, machen den Kohlkopf rot. Da im Norden die Erde etwas saurer als im Süden ist, gibt es dort vor allem roten Kohl. Außerdem gab es im Mittelalter noch keinen Begriff für den Lila-Farbton, sodass das Gemüse als Blaukraut betitelt wurde. Rotkohl hat sich heutzutage sprachlich flächendeckend durchgesetzt.

Flammkuchen mit Rotkohl, Birne und Gorgonzola

© Foodkiss
Der Flammkuchen mit Rotkohl, Birne und Gorgonzola vereint verschiedene Geschmackskomponenten.
50 Minuten
60 Minuten
Vegetarisch
Ofengerichte

Zutaten

für 4 Portionen
  • 400 g Mehl
  • 75 ml Milch
  • 1/2 Würfel Hefe (21 g)
  • 1/2 TL Zucker
  • Salz
  • 4 EL Rapsöl
  • 250 g Rotkohl
  • 2 reife Birnen
  • 2 EL Zitronensaft
  • 60 g Pekannüsse (oder Walnüsse)
  • 120 g Schmand
  • 150 g Gorgonzola
  • Pfeffer
  • Mehl zum Verarbeiten

Zubereitung

  1. Das Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken. 150 ml warmes Wasser und die Milch mischen und die Hefe und den Zucker darin auflösen. Die Mischung in die Mulde gießen und die Schüssel mit einem Küchentuch abdecken. Den Vorteig ca. 15 Min. an einem warmen Ort ohne Zugluft gehen lassen.
  2. Einen gehäuften Teelöffel Salz und das Öl dazugeben und den Teig 3–4 Min. mit den Knethaken des Handrührgeräts bearbeiten, bis sich die Teigkugel vom Schüsselrand löst. Mit etwas Mehl bestauben und den Teig zugedeckt ca. 45 Min. gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
  3. Den Rotkohl in feine Streifen hobeln, salzen und mit den Händen durchkneten. Die Birnen nach Belieben waschen oder schälen, vierteln und vom Kerngehäuse befreien. Die Viertel in Spalten schneiden und mit dem Zitronensaft beträufeln. Die Pekannüsse grob hacken.
  4. Den Backofen auf 220 oC vorheizen, Bleche mit Backpapier belegen. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche zu dünnen, ovalen Fladen ausrollen. Auf die Bleche legen und mit Schmand bestreichen, dabei den Rand frei lassen. Rotkohl, Birnenspalten und Nüsse darauf geben. Den Gorgonzola in Flöckchen darüber verteilen. Nacheinander im heißen Ofen 8–10 Min. backen. Vor dem Servieren leicht pfeffern.

Tipps zum Rezept

Durch das Kneten bricht die Struktur des Kohls auf und er wird aromatischer und bekömmlicher. Da Rotkohl stark färbt, sollten Sie dazu am besten Einmalhandschuhe anziehen.

Brenn- und Nährwertangaben für das Rezept

 pro Portion
Energie3,590 kJ
858 kcal
Fett44.2 g
Kohlehydrate94.9 g
Eiweiß24.0 g

Rotkohlsuppe mit Orangen-Frischkäse-Nocken und frittiertem Salbei

© Foodkiss
Rotkohl schmeckt nicht nur als Beilage, sondern auch als Suppe.
25 Minuten
50 Minuten
Vegetarisch
Suppen & Eintöpfe

Zutaten

für 4 Portionen
  • 450 g Rotkohl
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Öl
  • 2 Gewürznelken
  • 4 Wacholderbeeren
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 3 säuerliche Äpfel (z.B. Elstar)
  • 250 g Frischkäse, natur
  • 1 TL Waldhonig
  • Salz, Pfeffer
  • 1 TL abgeriebene Bio-Orangenschale
  • 4 Stiele Salbei
  • 60 ml Olivenöl

Zubereitung

  1. Den Rotkohl putzen, vierteln, den Strunk entfernen und Kohl in Streifen schneiden. Die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin andünsten. Die Kohlstreifen mit Nelken, Wacholderbeeren und Lorbeerblatt dazugeben, mit der Brühe ablöschen und zugedeckt ca. 50 Min. garen.
  2. Die Äpfel vierteln, entkernen, schälen und würfeln. Apfelwürfel nach ca. 20 Min. zur Suppe geben und mitgaren. Nelken, Wacholderbeeren und Lorbeerblätter aus der Suppe entfernen, die Hälfte des Frischkäses dazugeben und die Suppe mit dem Stabmixer pürieren. Die Rotkohlsuppe mit Honig, Salz und Pfeffer abschmecken.
  3. Den restlichen Frischkäse mit der Orangenschale verrühren. Die Salbeiblätter abzupfen und in einem kleinen Topf im Olivenöl knusprig frittieren. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen und leicht salzen.
  4. Die Rotkohlsuppe auf Suppentschalen verteilen. Aus der Frischkäsemasse mit 2 angefeuchteten Teelöffeln Nocken formen und in die Suppe setzen. Mit den frittierten Salbeiblättern garnieren und sofort servieren. Nach Belieben Steinofenbaguette dazu reichen.

Brenn- und Nährwertangaben für das Rezept

 pro Portion
Energie1,636 kJ
391 kcal
Fett27.0 g
Kohlehydrate23.0 g
Eiweiß11.0 g
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