1. November 2021
Rheuma: 4 Ernährungstipps bei rheumatoider Arthritis

4 Ernährungstipps bei rheumatoider Arthritis

Rheuma ist nicht bloß eine „Alte-Leute-Krankheit“, die jeder früher oder später erleidet. Die häufigste aller entzündlichen Gelenkerkrankungen betrifft auch junge Menschen im Kindes- und Jugendalter. Neben Medikamenten spielt die Ernährung eine große Rolle in der Eindämmung der Gelenkentzündungen. Hier sind 4 einfache Ernährungstipps für Rheumatiker:innen.

Die rheumatoide Arthritis trifft besonders häufig Frauen ab dem 50. Lebensjahr sowie Männer ab dem 60. Lebensjahr, kann allerdings auch im Kindes- und Jugendalter auftreten – dann wird sie als juvenile idiopathische Arthritis bezeichnet. Idiopathisch bedeutet so viel wie „unbekannte Ursache“, da bei rheumatischen Erkrankungen zwar genetische Faktoren eine Rolle zu spielen scheinen, aber auch Bakterien, Viren sowie Umwelteinflüsse als Auslöser infrage kommen. Während die Ursachen größtenteils ungeklärt sind, wurden in der medizinischen Behandlung in den letzten 20 Jahren monumentale Fortschritte erzielt. Mithilfe sogenannter Biologika können Entzündungsherde medikamentös und fast nebenwirkungsfrei bekämpft werden. Doch auch in der Ernährungsmedizin gibt es stets neue Erkenntnisse, die Rheumatiker:innen im Kampf gegen Entzündungen behilflich sein können.

Rheuma: 4 Ernährungstipps bei Arthritis

1. Weniger Zucker und Weißmehl

Zucker und Weißmehl sind zwei Zutaten, die zwar einerseits viele Kalorien liefern und Ihren Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe treiben, aber andererseits kaum essentielle Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe oder sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Durch die hohe glykämische Last und die fehlenden Vitalstoffe lösen Lebensmittel wie Gummibärchen, Schokolade, Hartweizennudeln und Weißbrot, die Zucker oder Weißmehl enthalten, im gesamten Körper oxidativen Stress und Entzündungen aus. Dies ist bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis fatal. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt maximal 25 Gramm Zucker pro Tag – etwa sechs Teelöffel. Rheumatiker:innen können sogar davon profitieren, noch weniger Zucker zu sich zu nehmen und stets zu Vollkorn- statt Weißmehlprodukten zu greifen.

2. Weniger Tierprodukte

Besonders problematisch für Rheumatiker:innen sind Wurstwaren und jegliche Form von Schweinefleisch, da beides reich an der entzündungsfördernden Arachidonsäure ist. Die Entzündungswerte von verarbeiteten Wurstprodukten liegen Messungen im Labor zufolge sogar auf demselben Niveau wie raffinierte Weißmehlprodukte. Meiden Sie daher unbedingt Wurst, Schinken, Salami & Co. und greifen Sie stattdessen ein- bis zweimal pro Woche zu frischem Fleisch. Um Ihren Proteinbedarf zu decken, können Sie zu pflanzlichen Eiweißquellen wie Hülsenfrüchten, Haferflocken oder Nüssen greifen.

3. Mehr Omega-3-Fettsäuren

In unserer modernen, westlichen Ernährung nehmen wir leider über Fertigprodukte, tierische Produkte und Fast Food zu viele Omega-6-Fettsäuren sowie Transfette im Vergleich zu Omega-3-Fettsäuren zu uns. Zwar sind Omega-6-Fettsäuren nicht per sé ungesund – hier macht jedoch die Menge das Gift. Ein deutlicher Überschuss an Omega-6 wirkt im Körper entzündungsfördernd, weswegen insbesondere Menschen mit Arthritis oder anderen rheumatischen Erkrankungen ihre Zufuhr an entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren erhöhen sollten, da sie der Gegenspieler zu Omega-6 sind. In besonders großen Mengen ist Omega-3 in Lachs und anderen fettreichen Seefischen, Walnüssen, Leinsamen sowie Rapsöl vorhanden. Da Rapsöl leider nur für die kalte Küche geeignet ist, können Sie beispielsweise beim Braten das Omega-6-lastige Sonnenblumenöl durch extra natives Olivenöl ersetzen, welches entgegen eines verbreiteten Irrtums auch für Braten bei Temperaturen bis ca. 190° C geeignet ist. 

4. Entzündungshemmende Gewürze

Neben der Lebensmittelauswahl ist auch entscheidend, ob und wie Sie Ihre Gerichte würzen. Denn tatsächlich können laut der Deutschen Rheuma-Liga einige Gewürze die Bildung entzündungsfördernder Stoffe aus der Arachidonsäure einschränken. So können Sie beispielsweise mithilfe von Ingwer, Curry, Kümmel und Knoblauch die Entzündungen in Ihrem Körper zusätzlich eindämmen. Das Praktische daran: Sie müssen Ihre Ernährung hierfür nicht großartig umstellen, sondern können einfach jedes Gericht mit einer Knoblauchzehe, ein bisschen geraspeltem Ingwer oder Curry sowie Kümmel aus dem Gewürzschrank verfeinern. Welche Kräuter entzündungshemmend wirken, erfahren Sie hier: 10 Kräuter gegen Entzündungen >>

Video: Neuer Zelltyp entdeckt – Durchbruch bei Arthritis-Behandlung?

Quellen: rheuma-liga.de, gesundheitsinformation.de

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