28. Juni 2021
Frühstück weglassen: Gesund oder ungesund?

Frühstück weglassen: Die Vor- und Nachteile

Frühstücken Sie noch oder fasten Sie schon? Die Frage nach dem Frühstück stellt sich, seit unsere Gesellschaft über eine stetige Zufuhr an Nahrungsmitteln verfügt. Frühstücken: Ja oder nein? Was ist gesünder? Wir klären auf.

Frühstück: Die Vor- und Nachteile

Dass das Frühstück besonders wichtig ist und jeder „morgens wie ein Kaiser“ essen sollte, ist nicht wissenschaftlich belegt. Auch wenn es ums Abnehmen geht, hat das Auslassen einer Mahlzeit keine großen Vorteile gegenüber einer generellen Kalorienreduktion. So haben Studien zum Intervallfasten gezeigt, dass man durch Weglassen des Frühstücks oder Abendessens genauso viel abnimmt, wie eine Person, die ihre Kalorien auf alle Mahlzeiten verteilt im gleichen Umfang reduziert. Insbesondere Menschen mit körperlich sehr anstrengenden Berufen oder Leistungssportler sind sogar auf ein sättigendes Frühstück angewiesen. Ob und wie viel jemand frühstücken sollte, hängt also in erster Linie davon ab, welche Aktivitäten an dem jeweiligen Tag anstehen und wie viel Energie man in der ersten Tageshälfte benötigt.

Wenn Sie morgens jedoch keinen Hunger haben und lieber später am Abend Ihre letzte Mahlzeit zu sich nehmen, können Sie ruhigen Gewissens auf das Frühstück verzichten und Ihrem Körper eine längere Essenspause gönnen. Einen entscheidenden Vorteil hat nämlich das Intervallfasten: Es aktiviert den gesundheitlich förderlichen Prozess der Autophagie. Dies ist das Reinigungsprogramm Ihrer Zellen, welches kaputte Eiweiße beseitigt und damit Ihren Körper sauber hält. 

Soll ich das Frühstück weglassen, oder nicht?

Eine allgemeine Aussage zum Frühstück lässt sich nicht treffen, da jede Person eine andere Chronobiologie mit individueller Insulinkurve im Verlaufe des Tages hat. Bei etwa 80 % der Menschen nimmt der Insulinspiegel abends ab, wodurch bei ihnen eine kohlenhydratreiche Mahlzeit am späten Abend den Blutzuckerspiegel hochtreibt. Ist zu wenig Insulin vorhanden, wird der aufgenommene Zucker nicht in die Muskeln oder Leber eingespeist, sondern verbleibt im Blut – keine gesunde Sache. Bei etwa 20 % der Menschen ist es jedoch umgekehrt: Sie können ein Abendessen besser verarbeiten als ein Frühstück.

Verallgemeinerungen bringen uns daher auch beim Frühstück nicht weiter. Wer morgens keinen Hunger und keine Lust auf Essen hat, sollte sich nicht dazu zwingen, etwas zu essen. Viel wichtiger ist es, sich nach dem Schlafen Flüssigkeit in Form von Wasser, Tee oder Kaffee zuzuführen. Wer jedoch gerne frühstückt, sollte darauf achten, aus gesunden Zutaten zu wählen und sich nicht auf dem Weg zur Arbeit ein Weißmehlbrötchen oder süßes Gebäck kaufen.

So können Sie sich Ihr Frühstück nach Ihrem Geschmack zusammenstellen: Abnehmen – Diese 4 Komponenten ergeben ein gesundes Frühstück >>

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