8. November 2011
Gute Gründe für Bio

Gute Gründe für Bio

Schlagzeilen wie „Pestizide in Erdbeeren!“ oder „Schnitzel mit Antibiotika!“ sorgten in der Vergangenheit für Unruhe. Daher erfahren Sie hier, warum Sie auf Bio-Produkte umsteigen sollten.

Markt
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  • Mehr Vitamine und Mineralstoffe
    In Bio-Obst und -Gemüse stecken mehr Vitamine und Mineralstoffe als in konventionellem. Zu dem Ergebnis kommen die Wissenschaftler Dr. Alberta Velimirov vom Wiener Ludwig-Boltzmann-Institut und Gentechnik-Experte Werner Müller. Sie werteten zusammen 175 internationale Studien über Bio-Lebensmittel aus. Danach hatten Weißkohl, Tomaten und Äpfel einen deutlich höheren Vitamin-C-Gehalt, Kartoffeln enthielten mehr Magnesium.
  • Ein Plus an Geschmack
    Durch den generell niedrigeren Wassergehalt in Bio-Obst und Gemüse sind Geschmacks- und Aromastoffe konzentrierter vorhanden. Geschmackstests haben gezeigt, dass organisch gedüngte Möhren und Kartoffeln aromatischer schmecken. Äpfel wurden als erfrischender, apfeltypischer und fester im Fruchtfleisch bewertet.
  • Kaum Zusatzstoffe in Lebensmittel
    In Bio-Produkten sind nur ein Zehntel der Zusatzstoffe erlaubt, die in konventionellen zum Einsatz kommen. Konservierungsmittel und Farbstoffe gibt es nicht. Damit sind die Risiken, an Allergien zu erkranken, deutlich geringer.
  • Niedrige Nitratgehalt
    Biologisch erzeugtes Gemüse speichert deutlich geringere Mengen an Nitrat als konventionell angebautes. Grund: Chemisch-synthetische Stickstoffdünger und leicht lösliche Phosphate sind nicht erlaubt. Stattdessen arbeiten Bio-Bauern mit unterschiedlichen Fruchtfolgen auf den Äckern. So bauen sie abwechselnd auch Leguminosen, wie Bohnen oder Klee, an, die mit Hilfe von Bodenbakterien Stickstoff aus der Luft binden und damit den Boden anreichern. Die Gefahr, Nitrate aufzunehmen, die im Körper in Krebs erregende Nitrosamine umgewandelt werden, ist bei Bio-Gemüse kaum gegeben.
  • Völliger Verzicht auf Gentechnik
    Im ökologischen Landbau ist der Einsatz von Gentechnik streng verboten. Die EU-Öko-Verordnung von 1999 schließt den Einsatz von Gentechnik aus. Die ist mit den Grundsätzen der ökologischen Landwirtschaft, natürliche Regelmechanismen und Kreisläufe der Natur zu unterstützen, nicht vereinbar. Der Öko-Landbau setzt sich auch gegen die fortschreitende Gentechnik im konventionellen Anbau ein. Wind und Insekten können mit den Pollen das veränderte Erbgut der Genpflanzen auch auf unveränderte Pflanzen übertragen. Welche Folgen das auf lange Sicht haben kann, ist nicht absehbar.
  • Unbehandeltes Getreide
    Bio-Getreide und daraus gebackenes Brot sind von Natur aus gesund. Grund: Biologisches Getreide wird weder gebeizt noch mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gespritzt oder begast. Pflanzenschutz- und Pilzbekämpfungsmittel bei der Lagerung können sich bei konventionellem Getreide unter der Schale festsetzen. Da befinden sich aber auch die meisten Vitamine und Mineralstoffe. Gerade wer oft Vollkornprodukte verzehrt, sollte deshalb unbehandeltes Getreide wählen.
  • Keine Pestizide
    Beim Bio-Obst- und -Gemüseanbau wird auf chemische Spritzmittel grundsätzlich verzichtet. Auch die Behandlung von geernteten Früchten und Gemüsen mit chemischen Mitteln ist nicht erlaubt. Anders bei konventionellen Früchten wie z. B. Erdbeeren – besonders aus Südeuropa: Jahr für Jahr warnen Verbraucherschutz-Organisationen vor deutlich erhöhten Pestizidgehalten. Oft ist es ein ganzer Giftcocktail aus mehreren Substanzen, den die Labors auf den süßen Früchtchen finden. Bio-Lebensmittel sind frei von solchen Giften.
  • Frei von Bestrahlung
    Die Anwendung so genannter Keimhemmungsmittel sowie radioaktiver Strahlung ist bei Bio-Lebensmitteln grundsätzlich streng verboten. Fütterungsversuche mit bestrahlten Lebensmitteln bei Tieren ergaben negative Auswirkungen: Tumorbildungen, Schädigungen des Immunsystems und Mangelerscheinungen oder Wachstumsstörungen waren die Folge. Wer Bio-Produkte kauft, schließt ein solches Gesundheitsrisiko grundsätzlich aus.

Warum Bio-Produkte?

  • Viele Pflanzenstoffe
    Bio-Obst und -Gemüse enthalten mehr sekundäre Pflanzenstoffe als konventionelle Produkte. Die Studienergebnisse der Wissenschaftler Velimirov und Müller haben gezeigt, dass Bio-Trauben etwa 26 Prozent mehr des vor Krebs schützenden Resveratols in der Schale aufwiesen. Der gesundheitsfördernde Lycopin-Gehalt bei Tomaten war deutlich erhöht. Grund hierfür ist der Anbau, bei dem sich durch den Pestizid- und Mineralstoffverzicht die gesundheitsfördernden Pflanzenstoffe besonders gut entwickeln.
  • Keine Massentierhaltung
    Oberstes Gebot bei der Herstellung von Fleisch und Wurstwaren ist eine artgerechte Tierhaltung. Ob Hühner, Kühe oder Schweine – die Tiere bekommen jede Menge Auslauf in der Natur. Sie werden so gehalten, dass sie sich auf der Weide und im Stall bewegen und bequem liegen können. Es wird nur natürliches, artgerechtes Futter, überwiegend aus Öko-Anbau, verfüttert. Vorbeugende Antibiotika sind nicht erlaubt. Krankheiten werden homöopathisch behandelt. Da ist gesundes, schmackhaftes Fleisch garantiert.
  • Strenge Überprüfung
    Ökologische Betriebe, Erzeuger und Verarbeiter werden nach den allgemeinen Lebensmittelvorschriften kontrolliert. Darüber hinaus müssen sie sich aber nach der EU-Öko-Verordnung regelmäßig strengen unabhängigen Prüfungen durch staatlich zugelassene Kontrollstellen unterziehen (s. Poster in Heftmitte). Sie müssen sämtliche Stufen der Lebensmittelerzeugung protokollieren. Einige Öko-Verbände, zum Beispiel „Naturland“, „demeter“ oder „Bioland“, verlangen von ihren Mitgliedern Kriterien, die in vielen Punkten noch über die EU-Verordnung hinausgehen.
  • Umweltschonend
    Wer Bio-Produkte kauft, leistet einen aktiven Beitrag für eine gesunde Umwelt. Denn: Bio-Bauern handeln täglich im Einklang mit der Natur. Sie wirtschaften mit der Erkenntnis, dass die Natur ein knappes Gut ist und dass nur eine schonende Anbauweise den Kreislauf erhält. So schützt z. B. der Verzicht des biologischen Landbaus auf Pflanzenschutzmittel und künstliche Mineraldünger unser Grundwasser vor Pestiziden, Nitraten und Phosphaten.
  • Lange Haltbarkeit
    Biologisch erzeugte Lebensmittel sind länger haltbar. Die Wiener Forscher Velimirov und Müller konnten in ihren Studien nachweisen, dass organisch gedüngte Kartoffeln bis zu 50 Prozent geringere Lagerverluste gegenüber konventionellen haben. Grund hierfür sind die höhere Trockensubstanz und das festere Fruchtfleisch. Damit ist eine Bio-Kartoffel besonders widerstandsfähig gegen mikrobiellen Befall und verdirbt weniger schnell.
  • Direkt vom Hof
    Bio nebenan kaufen! Gerade im biologischen Anbau wird großer Wert auf regionale Vermarktung und saisonale Produkte gelegt. Viele Betriebe verkaufen sie auch direkt auf dem Hof. Das bringt Nähe zum Produkt und erlaubt Kunden, sich vor Ort ein Bild von der Anbauweise, der Ernte und der Herkunft des Lebensmittels zu machen. Obendrein fallen lange umweltschädigende Transportwege weg. Die Produkte kommen schneller und frischer zum Verbraucher.
  • Gut für Babys
    Bio-Produkte machen Muttermilch gesünder. Tests haben gezeigt, dass Milch von Frauen, die sich meist biologisch ernährten, einen deutlich höheren Gehalt an den lebenswichtigen Omega-3 Fettsäuren und an mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufwies. Sie sind für die Entwicklung des Gehirns beim Säugling von großer Bedeutung. Auch die Pestizidbelastung sank mit dem Verzehr von Bio-Produkten.
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