12. April 2021
Alkohol-Mythen: Irrtümer rund um Alkoholkonsum

Alkohol-Mythen: Welche stimmen wirklich?

Verdauungsschnaps, Konterbier und Schlummertrunk: Mythen über Alkohol sind weit verbreitet. Doch welche stimmen überhaupt? Wir haben die größten Alkohol-Mythen und Irrtümer für Sie untersucht.

Die größten Alkohol-Mythen: Welche stimmen wirklich?

1. Durcheinandertrinken sorgt für Kopfschmerzen

„Wein auf Bier, das rat ich dir. Bier auf Wein, das lass sein!“ Haben Sie solche Weisheiten auch immer im Hinterkopf, wenn Sie Alkohol trinken? Dann lassen Sie sich gesagt sein: Das ist völliger Quatsch!
Tatsächlich macht uns das Durcheinandertrinken von verschiedenen Alkoholsorten nicht schneller oder intensiver betrunken. Ausschlaggebend für Ihren Grad an Betrunkenheit und den Kater am nächsten Morgen ist allein die Menge des Alkohols. Welche Getränke Sie aber kombinieren, spielt keine Rolle. Allerdings können anderen Faktoren wie der Zucker in Mischgetränken schneller betrunken machen – wie der nächste Mythos zeigt.

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2. Zucker verstärkt die Wirkung von Alkohol

Tatsächlich machen zuckerhaltige Mischgetränke bei gleicher Alkoholmenge schneller betrunken. Der Grund hierfür ist die verbesserte Aufnahme ins Blut, wenn Zucker und Alkohol gemeinsam konsumiert werden. Dadurch gelangt der Alkohol über die Blutbahn schneller ins Gehirn. Außerdem stellen Mischgetränke eine Doppelbelastung für unsere Leber dar: Sie muss dann nicht nur den Alkohol abbauen, sondern auch den Zucker im Körper verteilen oder in Fett umwandeln und speichern.

3. Kohlensäure verstärkt die Wirkung von Alkohol

Dieser Mythos ist – ebenso wie der vorangegangene – tatsächlich wahr. Kohlensäure fördert die Durchblutung, wodurch auch Alkohol schneller über das Blut zum Gehirn transportiert wird. Das Gleiche gilt übrigens für warme Getränke. Die erhöhte Temperatur führt zu einer besseren Durchblutung und beschleunigt die Alkoholaufnahme. Warme Getränke wie Glühwein oder Feuerzangenbowle sowie kohlensäurehaltige Alkoholika wie Sekt machen daher schneller betrunken.

4. Der Verdauungsschnaps

Auch hierbei handelt es sich um einen weit verbreiteten Mythos. Der Kurze nach dem Essen soll den Magen beruhigen und die Verdauung ankurbeln. Doch was ist dran?
Tatsächlich ist nichts davon wahr! Zwar breitet sich ein wohliges Gefühl im Bauch aus, dieses rührt aber einzig vom Entspannungseffekt der Muskulatur des Magens. Ganz im Gegenteil verlangsamt sich danach dann unsere Verdauung – somit ist der Verdauungsschnaps keinesfalls förderlich.

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5. Der Schlummertrunk

Wer kennt es nicht? Nach ein paar Gläsern Rotwein werden die Augenlider schwer und wir fallen sofort in einen tiefen Schlaf. Kein Wunder, dass Alkohol auch als Schlummertrunk betitelt wird. Doch schlafen wir dadurch tatsächlich besser?
Nein! Wissenschaftlich erwiesen ist zwar, dass uns das Gefühl nicht trügt und wir tatsächlich schneller einschlafen können. In der zweiten Nachthälfte schlägt es allerdings ins Gegenteil um. Der Alkohol macht uns unruhiger und schwächt unsere REM-Phase. Dadurch sind wir am nächsten Morgen deutlich unerholter. Außerdem steigt häufig der Harndrang nach dem Alkoholkonsum – das stört ebenfalls unseren Schlaf.

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6. Das Konterbier

Sind Sie schon einmal morgens mit einem brummenden Schädel aufgewacht und dachten sich, der Sekt zum Brunch kommt jetzt gar nicht verkehrt? Das sogenannte Konterbier soll angeblich den Kater nach einem vorhergegangenen Alkoholkonsum abmildern.
Tatsächlich ist hier etwas dran – allerdings nur zwischenzeitlich. Während wir das nächste Glas Sekt oder die nächste Flasche Bier zu uns nehmen, entfaltet der Alkohol wieder seine Wirkung. Wir fühlen uns besser, sind ausgelassen und bekommen gute Laune. Leider gehen die Kopfschmerzen und Übelkeit davon nicht weg – wir schieben die Symptome lediglich hinaus. Und nach dem Konterbier kommen die mit umso größerer Wucht zurück! Deshalb: Bringen Sie es lieber hinter sich und kurieren Sie den Kater gleich vernünftig aus – mit viel Wasser, frischer Luft und Schlaf.

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7. Alkohol verkocht im Essen

Alkohol verleiht einigen Gerichten ein ganz besonderes Aroma. Ob Rotwein oder ein Schuss Likör – der Alkoholgehalt verdampft beim Essen ja sowieso, oder? Achtung: Das stimmt nicht unbedingt! Alkohol verdunstet zwar bei 78 Grad Celsius, verbindet sich aber auch mit Fett. Haben die Moleküle den Alkohol eingeschlossen, bleibt er erhalten. Wichtig zu wissen für Schwangere und Kinder.

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Quellen: kenn-dein-limit.info, rauschfrei.cc

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