5. Oktober 2021
Abnehmen durch achtsames Essen und weitere Vorteile

So hilft achtsames Essen beim Abnehmen

Meistens beschäftigen wir uns nur damit, was wir essen und ob die ausgewählten Lebensmittel gesund sind. Allerdings ist für unsere Gesundheit und unser Gewicht auch entscheidend, wie wir essen. Diese Vorteile bietet achtsames Essen.

Wir holen uns morgens auf dem Weg zur Arbeit ein Teilchen beim Bäcker und schlingen es im Gehen schnell herunter, nehmen das Mittagessen nur so nebenbei zu uns, während wir E-Mails lesen und lassen uns beim Abendessen von einer Serie berieseln. Klar, der Alltag lässt es nicht zu, dass wir uns für jede einzelne Mahlzeit 30 entspannte Minuten Zeit nehmen, um in Ruhe zu genießen. Allerdings sollten wir versuchen, dies so oft wie möglich zu tun. Denn, wer langsamer isst, gründlicher kaut und seine Mahlzeiten in einer ruhigen Umgebung zu sich nimmt, profitiert gesundheitlich enorm davon.

So hilft achtsames Essen beim Abnehmen und fördert Ihre Gesundheit

1. Sie nehmen automatisch ab

Eigentlich signalisiert uns unser Körper recht schnell und zuverlässig, wann wir genug gegessen haben und satt sein sollten. Dehnrezeptoren in der Magenwand und Nährstoffrezeptoren im Dünndarm lassen unserem Gehirn die Information zukommen „wir haben genug Essen und Nährstoffe aufgenommen und sollten jetzt aufhören“. In unserer modernen, schnelllebigen Gesellschaft haben wir jedoch häufig keine Zeit oder nehmen sie uns nicht, um in Ruhe zu essen. Unter Ablenkung und auch aufgrund stark gesalzener und gezuckerter Fertigprodukte nehmen wir die körpereigenen Sättigungssignale nicht mehr wahr und überfressen uns. Im Kontrast dazu kann achtsames Essen unsere Wahrnehmung wieder schärfen und Studien zufolge sogar signifikante Gewichtsabnahmen bewirken, die denen konventioneller Diätprogramme ähneln. Wenn Sie abnehmen möchten, sollten Sie sich also nicht ausschließlich darauf konzentrieren, welche Lebensmittel Sie essen, sondern auch wie Sie essen.

2. Ihr Stress lässt nach

Stress lässt sich natürlich nicht ganz vermeiden – viel wichtiger ist, dass wir damit auf gesunde Weise umgehen. Denn, wer in seinen hektischen Alltag häufiger kleine Ruhepausen einbaut, reduziert nicht nur den gefühlten, subjektiv wahrgenommenen Stress, sondern tatsächlich auch die Ausschüttung von Stresshormonen, wie Untersuchungen belegen. Die Daten einer achtwöchigen Studie mit 57 Proband:innen deuten sogar darauf hin, dass achtsames Essen psychischen Erkrankungen wie Angststörungen entgegenwirken kann.

Tipp: Bei der Umsetzung des achtsamen Essens kann Ihnen die folgende Abkürzung als kleine Hilfe dienen: SARW = Stoppen - Atmen - Reflektieren - Wählen. Nehmen Sie sich die Zeit, auch wenn es nur wenige Sekunden sind, um innezuhalten, Ihre Bedürfnisse sowie Ihr Hungergefühl wahrzunehmen und eine kluge Wahl hinsichtlich Portionsgröße und Lebensmittel zu treffen.

3. Sie haben weniger Verdauungsbeschwerden

Unser autonomes Nervensystem besteht aus zwei Gegenspielern: Dem Sympathikus, der für Wachheit, Aufmerksamkeit und Aktivität zuständig ist. Und den Parasympathikus, der bei Entspannung und Erholung in Erscheinung tritt, aber auch für Verdauungsvorgänge verantwortlich ist. Sind wir ständig gestresst und abgehetzt, ist das sympathische Nervensystem deutlich aktiver als das parasympathische. Darunter leiden nicht nur unsere Psyche und unser Blutdruck, sondern auch unsere Verdauung. Wenn wir unterwegs im Gehen essen oder uns mit einer aufregenden Serie ablenken, wird nämlich weniger Magensäure produziert und es fließt weniger Blut zu den Verdauungsorganen. Außerdem trägt der Speichel im Mund zur Vorverdauung von Nahrung bei, weswegen ein schnelles Hinunterschlingen kontraproduktiv ist. Mit achtsamem, langsamem Essen können Sie daher Verdauungsbeschwerden wie Verstopfungen oder Blähungen entgegenwirken.

Quellen: ncbi.nlm.nih.gov, bzfe.de, ugb.de

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