Einkaufstipps Verbraucherfalle Saftbezeichnung: Das steckt hinter Nektar und Co.

In Supermärkten gibt es eine riesige Auswahl an Säften. Oft springen einem Namen wie Fruchtsaft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk ins Auge. Aber was bedeutet was und welcher Saft ist denn nun frisch und aus 100 Prozent Frucht? Wir klären auf!

Orangensaft_Supermarkt

Saft gibt es im Supermarkt in ungefähr 100 verschiedenen Sorten und Mischungen von zahlreichen Herstellern zu kaufen. Doch immer wieder trifft man beim Einkaufen auf Begriffe wie Nektar, Fruchtsaft oder Fruchtsaftgetränk. Letzterer gehört zu den Erfrischungsgetränken, während Fruchtsaft und Nektar unter die Fruchtsaftverordnung fallen. 

Damit Sie das nächste Mal auch das, was Sie einkaufen wollten, im Einkaufwagen haben, erklären wir die Unterschiede der Saftarten.

Fruchtsaft, Nektar und Fruchtsaftgetränk – die Unterschiede

Fruchtsäfte

Fruchtsäfte müssen laut Gesetz zu 100 Prozent aus dem Saft von Früchten bestehen. Zusätze wie Farb- und Konservierungsstoffe sind nicht zulässig. Stattdessen bleiben bei Fruchtsäften die Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe erhalten und dürfen bei Multivitaminsäften sogar zugesetzt werden. Auch der Zusatz von Zucker ist erlaubt, muss aber auf dem Etikett angegeben werden. Bei Bio-Säften sind jedoch keine Zusätze erlaubt. Fruchtsäfte werden in die Fruchtsäfte aus Konzentrat und Direktsäfte unterschieden:

Direktsaft

Bei der Herstellung von Direktsaft wird der Saft pasteurisiert, also haltbar gemacht. Wenn beim Erhitzen der Geschmack leidet, dürfen Hersteller seit 2013 den Saft rearomatisieren. Diese Information muss jedoch nicht auf dem Etikett angegeben werden. Ebenso ist Direktsaft nicht unbedingt gesünder als andere Säfte, da durch das Pasteurisieren und Pressen viele sekundäre Pflanzenstoffe verloren gehen. Einzig einen Unterschied gibt es bei klarem und naturtrüben Apfelsaft. Beim Klären des Saftes geht ein Teil der Inhaltsstoffe verloren, sodass in klarem Apfelsaft nur noch ca. zehn Prozent der gesunden Inhaltsstoffe enthalten sind.

Fruchtsäfte aus Konzentrat

Der Saft wird so lange erhitzt, bis genügend Wasser verdunstet ist und er eindickt, sodass ein Konzentrat entsteht. Da der Fruchtgeschmack dabei nicht erhalten bleibt, wird das Aroma durch Destillation isoliert und vor dem Abfüllen mit Wasser in das Konzentrat gemischt. Fertig ist der Saft aus Konzentrat. Auf dem Etikett muss "aus Fruchtsaftkonzentrat" stehen. Saft aus Konzentrat ist für den Transport von Vorteil, da mehr Inhalt bei gleichbleibenden Kosten verschickt werden kann. Ebenso können Hersteller bei Saft aus heimischen Früchten Lagerkosten sparen.

Fruchtnektar

Manche Obstsorten eignen sich nicht, um aus ihnen Saft herzustellen, da sie zu säuerlich sind oder zu viel Fruchtfleisch enthalten. Dazu zählen vor allem Sauerkirschen, Rhabarber, Schwarze Johannisbeeren, sowie Bananen, Mangos und Maracujas. Daher werden diese Säfte als Nektar angeboten. Bei der Herstellung werden die pürierten Früchte mit Wasser, Zucker oder Honig vermengt. Farb- und Konservierungsstoffe dürfen nicht verwendet werden.
 
Regelung zum Fruchtsaftgehalt 
  • Mindestens 25 Prozent Fruchtgehalt: Passionsfrucht, Limette, Mango und Johannisbeere
  • Mindestens 40 Prozent Fruchtgehalt: Erdbeeren, Aprikosen
  • Mindestens 50 Prozent Fruchtgehalt: Pfirsiche, Zitrusfrüchte und Ananas

Fruchtsaftgetränke

Da diese Art von Saft nicht unter die Fruchtsaftverordnung fällt, dürfen Fruchtsaftgetränke Zucker und Aromen enthalten. Auch der Fruchtanteil ist gegenüber Fruchtsaft geringer. Bei Kernobst, Trauben oder Mischungen müssen es mindestens 30 Prozent, bei Zitrusfrüchten oder Mischungen mindestens sechs Prozent und bei anderen Früchten mindestens zehn Prozent sein. Der restliche Inhalt darf mit Zuckerwasser, Aromen und natürlichen Aromastoffen aufgefüllt werden. 
 
Datum: 21.07.2020
 

Autor: Christina Liersch