Bio-Special Bio-Richtlinien für Wein

Das berühmteste Weinbaugebiet der Welt produziert auch Bio-Weine. Food-Ressortleiterin Stefanie Nickel hat sie im Bordeaux probiert.

Bio-Wein

Bio-Richtlinien, die zum Beispiel von „Bioland“, „Ecovin“, „demeter“ oder in Frankreich von „Ecocert“ stammen, sind natürlich wichtig. Aber: Prall und knackig: Entscheidend für die Traubenernte ist der richtige Zeitpunkt Winzer sein ist vor allem eine Philosophie. Das wird mir klar, wenn ich Monsieur Moueixs blaue Augen leuchten sehe, während mir seine Hände Erde aus seinem Weinberg mit kleinen Kieseln und Häckseln unter die Nase halten. Ich schnuppere daran und bemerke: „Riecht irgendwie gesund.“ Anders kann ich’s nicht beschreiben. Aber der schlanke, grau melierte Mittvierziger ist zufrieden mit meiner Antwort und lächelt zustimmend.

Es geht um mehr
Winzer mit Leib und Seele wie Monsieur Alain Moueix und Jean-Michel Comme denken über den reinen Weinanbau hinaus. Bei ihnen geht es auch ums große Ganze. Deshalb versuchen sie, Ressourcen zu schonen. Sie arbeiten mit alternativen Energien wie Solaranlagen, um den Strom für das Weingut zu erzeugen. Sie sparen Wasser und reinigen es in eigenen Klärteichen. Das neueste Projekt sind optimierte, leichtere Flaschen. Sie könnten Energie sparen, die Lagerung und den Transport vereinfachen und somit den CO2-Ausstoß senken.

Ist Bio-Wein nun besser?
Der Anbau von Bio-Wein hat im Vergleich zum konventionellen Anbau klare Vorteile für die Natur und somit für den Menschen. Wie gut ein Wein ist, erkennt man nicht am Preis – „Bio“ muss nicht unbedingt teurer sein. Und selbst ausgezeichnete Weine sind abhängig vom persönlichen Geschmack. „Bio-Wein schmeckt ausgewogener und individueller”, bestätigt ein zufriedener Jean-Michel Comme nach einem Schluck seines Weines. Versonnen schaue ich in mein Weinglas. Und stimme ihm absolut zu.

 

Wein für die Gesundheit
Klingt zu schön, um wahr zu sein. Tatsache ist: Immer wieder belegen Studien, dass Rot- oder Weißwein gesundheitsfördernd wirken kann. Verantwortlich dafür sind Farbstoffe wie Polyphenole, Geschmacksstoffe und Tannine. Sie wirken antioxidativ, entzündungshemmend und teilweise krebsvorbeugend. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkankungen, Diabetes, Rheuma, Demenz und bestimmte Krebsarten kann somit gesenkt werden. Aber die Menge ist entscheidend. Studien bestätigen, dass Alkohol z. B. Brustkrebs eher fördert. Frauen sollten deshalb täglich maximal 10 Gramm Alkohol, Männer 20 Gramm aufnehmen. In 125 Milliliter Wein sind etwa 10 Gramm Alkohol enthalten. Das bedeutet ein (für Männer zwei) Glas pro Tag. Und genauso viel hat laut Studien einen positiven Effekt auf die Gesundheit. Viel hilft also nicht viel – Wein ist und bleibt ein Genussmittel. Hier und da ein Gläschen schadet aber nicht.

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