VITAL erklärt Ihnen, woraus gute Ernährung besteht Die Halal-Esserin

Immer neue Empfehlungen, Food-Trends, Statistiken – was ist denn nun die richtige Ernährung? Hier finden Sie Antworten.

Tina Katharina Grone

Die Halal-Esserin

Arzu Asani, 30, Rechtsanwältin Sie befolgt die Speisevorschriften des Korans und ernährt sich „halal“, das heißt z.B. kein Schwein und anderes Fleisch nur dann, wenn es halal ist. Meistens hat Arzu jedoch eher Appetit auf Gemüsegerichte.

VITAL: Das Schächt-Ritual erscheint Europäern grausam.
Arzu Asani: Es ist immer brutal, ein Tier zu töten. Nichts ist primitiver, als Fleisch zu essen. Wie geschlachtet wird, macht für mich keinen Unterschied. Sinnvoller ist, darüber nachzudenken, wie man den Tieren ein angenehmes Leben bereitet. Und sie davor zu bewahren, in Viehtransportern durch Deutschland gefahren zu werden.

Trotzdem essen Sie Fleisch, zumindest manchmal.
Ja, wenn ich meine Eltern besuche. Ich liebe die Küche meiner Mutter, viele schöne Kindheitserinnerungen stecken in diesen Geschmäckern. Und manchmal kaufe ich in der Mittagspause einen Döner.

Ihre Eltern essen sicher auch halal.
Sie sind sehr religiös und achten penibel auf die Speisegesetze.

Gelingt Ihnen selbst das so genau?
Ja. Ich habe es heute aber auch viel leichter als meine Eltern früher. Sogar Aldi und Penny haben jetzt Halal-Lebensmittel. Außerdem vermeide ich Schweinegelatine. Zum Glück enthält Nutella keine!

Und im Restaurant?
Bestelle ich ohnehin lieber vegetarisch. Und trinke natürlich keinen Wein, sondern Wassser. Alkohol ist auch nicht halal. Aber ich hätte sowieso keine Lust, welchen zu trinken.

Ernährungs-Steckbrief
„Halal“ bezeichnet im Islam alle Dinge, die erlaubt und rein sind. Muslime dürfen Fleisch essen, wenn das Tier geschächtet wurde, d.h. durch Ausbluten getötet. Schwein ist niemals halal, es gilt als unrein (= haram, verboten). Andere Lebensmittel wie Milchprodukte und Gemüse sind immer halal.

Bevorzugte Nahrungsmittel: Gemüseaufläufe, Salat, Döner, Nutella