Ernährungs-Check Die besten Vitalsstofffe für den Körper

Effektiver als mit der Wahl der besten Lebensmittel können Sie sich kaum vor Krankheiten schützen. Das bedeutet nicht Verzicht, sondern Genuss. Die neue VITAL-Serie sagt, wie’s geht.

Gesunde Ernährung

Obst und Gemüse schützen nicht so stark vor Krebs, wie viele Experten hofften

Inzwischen steht jedoch fest: In Tablettenform sind Vitamine bestenfalls wirkungslos, das belegt unter anderem eine Langzeit-Studie an 160 000 Frauen. Schlimmstenfalls erhöhen sie das Krebs-Risiko sogar, wie dänische Forscher herausfanden. Bei Vitaminen aus Gemüse und Obst droht hingegen keine Gefahr. Zu fünf Portionen pro Tag rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in Bonn. Diese Regel gilt nach wie vor, aber: Gingen Experten bislang davon aus, dass „fünf am Tag“ 20 Prozent der Krebserkrankungen verhindern, senkte jetzt eine europaweite Studie mit 519 000 Teilnehmern die hoffnungsvolle Zahl auf magere 2,5 Prozent. „Nahrungsmittel liefern eben nicht nur Vitamine, sondern Hunderte anderer Stoffe, die man zum Teil überhaupt noch nicht kennt“, so Prof. Bernhard Watzl, Leiter der Abteilung für Biochemie der Ernährung am Max Rubner Institut in Karlsruhe. „Wahrscheinlich wirken diese Stoffe im Körper auf hochkomplexe Weise zusammen – da weiß man bisher noch sehr wenig.“

Also muss die Frage erlaubt sein: Was weiß man überhaupt? Die aktuellsten und ausreichend erforschten Antworten bekommen Sie jetzt! Mit dieser Ausgabe startet die VITAL eine vierteilige Serie, in der es um neueste Erkenntnisse zur gesunden Ernährung geht. Den Anfang macht ein großer Test, der Ihre Essgewohnheiten unter die Lupe nimmt. Danach erfahren Sie, welche Nährstoffe den verschiedenen Organen besonders nützen. Alle Empfehlungen fassen wir für Sie am Ende in zehn einfachen Regeln zusammen. Sie gewährleisten, dass Ihr Stoffwechsel jeden Tag bekommt, was er braucht.

Die besten VITALSTOFFE für den ganzen Körper

Von einer ausgewogenen Ernährung profitieren natürlich alle Zellen unseres Körpers. Trotzdem sind einige Vitalstoffe für bestimmte Organe besonders wichtig, weil sie z.B. die Leberfunktion gezielt unterstützen oder verhindern, dass erhöhte Blutfettwerte zu Gefäßverengungen führen. VITAL fragte den Ernährungsmediziner Prof. Hans Hauner von der Technischen Universität München und Prof. Claus Leitzmann, den ehemaligen Direktor des Instituts für Ernährungswissenschaft an der Uni Gießen, in welchen Lebensmittel diese „Organ-Helfer“ stecken und wie viel wir pro Tag davon essen sollten.

Gehirn +Nerven: Gute Fette stellen sicher, dass alles wie geschmiert läuft

Das Gehirn ist die Kommandozentrale des Körpers und Schaltstelle des gesamten Nervensystems. Hier entsteht alles, was wir denken, fühlen, wollen und tun. Damit die hochkomplexen Abläufe seiner rund 100 Milliarden Nervenzellen funktionieren, braucht es unbedingt Fett. Vor allem ungesättigte Fettsäuren wie Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), die fast zwei Drittel aller im Gehirn vorkommenden Fette ausmachen, umgeben die Nervenzellen wie ein Schutzpolster und helfen, elektrische und chemische Signale reibungslos weiterzuleiten.

Da unser Körper solche Fette nicht selbst herstellen kann, muss der Nachschub über die Nahrung kommen. Hochwertige Pflanzenöle und fette Kaltwasser - fische sind die besten Quellen. Wertvolle Omega-3- Fettsäuren stecken aber auch in Walnüssen, Leinsamen und grünblättrigem Gemüse wie Spinat und Grünkohl. Wer diese häufig isst, mit Sonnenblumen- oder Rapsöl brät und sich zweimal pro Woche Hering, Makrele, Lachs oder Sardinen zubereitet, versorgt seine grauen Zellen optimal – und investiert in die Zukunft: „Die Entwicklung von Erkrankungen wie Demenz kann aufgehalten werden, wenn man auf ungesättigte Fette achtet“, erklärt Prof. Hans Hauner.

Für die Psyche und das seelische Gleichgewicht sind „gute“ Fettsäuren ebenfalls wichtig. Studien belegen, dass in Ländern, in denen viel Fisch gegessen wird, deutlich weniger Menschen an Depressionen erkranken. Außerdem finden sich im Blut von Kindern mit ADHS häufig zu niedrige DHA-Werte. Vermutlich spielen ungesättigte Fettsäuren eine wichtige Rolle bei der Produktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn. Fest steht, dass ungesättigte Fettsäuren uns in bessere Laune versetzen und es uns ermöglichen, ruhiger und konzentrierter Kopfarbeit zu leisten.

 

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