Nachhaltigkeit Lebensmittel in Plastik täuschen Frische vor

Tendenz steigend: Pro Jahr entsorgt jeder von uns etwa 70 Kilo Verpackungsmüll. Definitiv zu viel, findet VITAL-Mitarbeiterin Vera Vaelske und macht sich schlau.

Recyclingmüll

LEBENSMITTEL IN PLASTIK TÄUSCHEN FRISCHE VOR

Immer öfter werden auch Obst und Gemüse in Plastikschalen oder -tüten verpackt – sogar Bio-Lebensmittel. Das ist doppelt ärgerlich, weil diese Verpackungen aus Kunststoffen bestehen, die sich laut Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) schwieriger recyceln lassen als Flaschen.

Neben den herkömmlichen Plastikfolien verwenden viele Hersteller inzwischen auch sogenannte Nano- Materialien. Sie enthalten Substanzen, die die Haltbarkeit der Lebensmittel verlängern. Der BUND steht dieser Entwicklung kritisch gegenüber. „Lange gelagertes Obst oder Gemüse in solchen Verpackungen täuscht Frische nur vor. Ich möchte als Verbraucherin aber wirklich Frisches essen und nicht vier Wochen alte Waren, die nur frisch aussehen“, erklärt Sarah Häuser, Expertin für Nano-Technologie beim BUND.

Außerdem kritisiert sie, dass die chemischen Stoffe in Nano-Verpackungen nicht zu 100 Prozent fest gebunden sind und deshalb in das Lebensmittel übertreten könnten. „Über die Auswirkungen von Nano- Partikeln auf die Gesundheit des Menschen weiß man noch zu wenig“, gibt Häuser zu bedenken. „Im Tierversuch haben sich aber viele als schädlich erwiesen.“ Blöd für kritische Verbraucher: Optisch unterscheiden sich Nano-Materialien nicht von anderen Verpackungen, und die Hersteller müssen sie nicht extra kennzeichnen.

GETRÄNKEKARTONS ENTHALTEN NUR NOCH WENIG PAPPE

Auch bei der Produktion des ehemals umweltfreundlichen Getränkekartons wird heimlich was gedreht: Der Name „Karton“ soll uns Verbrauchern etwas Bestimmtes suggerieren, doch tatsächlich steigt der Kunststoffanteil, und die Papiermenge schrumpft.
Recycelt werden nur noch 35 Prozent – der Papieranteil. Vor etwa zehn Jahren machte der stolze 64 Prozent aus. Der Kunststoff wird verbrannt, und das Aluminium, obwohl dafür zu schade, wandert in die Zementherstellung. Ein weiteres Problem beim Herstellen von Kartonverpackungen sind die beim Beschriften eingesetzten Druckchemikalien. Welche das sind, geben die Hersteller nicht preis. Verunreinigungen von Lebensmitteln konnte die DUH in der Vergangenheit aber nachweisen. „Alles Probleme, die bei Glas nicht auftreten“, so Maria Elander.

Beim letzten Einkauf habe ich gespart. Das Gewicht der Packungen stieg zwar auf 1000 Gramm, aber ich werfe kaum etwas weg, sondern gebe fast alles wieder in den Mehrweg- Kreislauf zurück. Mein Beitrag zum Umweltschutz. Wenn Sie auch mitmachen, sind wir schon zu zweit.

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