Analog-Käse, Surimi-Garnelen und Gel-Schinken Analog-Käse und Aromen

Analog-Käse, Surimi-Garnelen und Gel-Schinken – Lebensmittel-Imitate sind kaum zu erkennen. „Was wird uns da eigentlich aufgetischt?“, fragt sich VITAL-Redakteurin Imme Bohn.

Pizza

Analog-Käse und Aromen

Da liegt der Schluss nahe, dass es hier nur um hohe Profite geht. Das stimmt zum Teil, denn chemische Lebensmittelzutaten wie Imitate und Aromen kosten nur wenige Cent. Fakt ist aber auch, dass die Deutschen im europäischen Vergleich am wenigsten für ihr Essen ausgeben. Wo Lebensmittel immer billiger sein sollen, reagiert die Industrie auf ihre Weise und macht den Analog-Käse sogar noch zu einem innovativen Produkt für Allergiker.

„Das Argument, Analog-Käse enthält keine Laktose und sei besser bei Laktose-Intoleranz, ist ein Scheinargument, denn oft wird Magermilchpulver eingesetzt“, widerlegt Dr. Michael de Vrese vom Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Kiel. Gesundheitliche Risiken sieht er aber beim Einsatz von Kunstkäse praktisch nicht. Ein Verzehr auf Kosten von echtem Käse könnte jedoch die Kalziumversorgung verschlechtern. Aromen bewerten Ernährungswissenschaftler seit Langem kritisch. Sie stehen im Verdacht, Allergien und Übergewicht zu begünstigen. Kinder gewöhnen sich an den überaromatisierten Kunstgeschmack und lehnen schließlich naturbelassene Produkte ab. Was können Verbraucher also unternehmen? „Machen Sie sich das kritische Lesen der Zutatenliste zur Gewohnheit. Lassen Sie Produkte, die Echtes vortäuschen, im Regal liegen und informieren Sie die Verbraucherzentralen über das, was Ihnen auffällt“, rät Armin Valet. Ich frage bei meiner nächsten Pizza garantiert wieder nach.

Autor: Imme Bohn