Gesund kochen Richtig würzen mit Kräutern

Kleine Blätter mit großer Wirkung: Wir lieben frische Kräuter für ihren Duft, ihre Raffinesse beim Würzen – und ihre Heilkraft! Denn wie sagt man doch so schön: "Gegen jedes Übel ist ein Kraut gewachsen". Wir erklären, wie Sie mit Kräutern lecker würzen und wobei sie Ihnen helfen können!

Küchenkräuter

Mit Kräutern können Sie viele Gerichte, auch altbekannte, verfeinern. Sie geben ihnen – wie in unseren Rezepten – eine besondere Note. Und natürlich können Sie Kräuter auch miteinander kombinieren, aber am intensivsten erleben Sie ihren Geschmack, wenn Sie sie solo verwenden. Wie sie schmecken, wozu sie gut passen sowie Wissenswertes über Kräuter lesen Sie hier. 

Richtig würzen mit Kräutern – welche Kräuter passen zu welchem Gericht?

  • Dill mit seinem klaren, duftenden Anis- und Zitronenaroma passt perfekt zu Fisch und Meeresfrüchten, aber auch zu Gemüse, z.B. Roter Bete. Seine langen, fein gefiederten Blätter enthalten ätherische Öle, die verdauungsfördernd und leicht harntreibend wirken. Frischer Dill wird fast ausschließlich im Bund verkauft.
     
  • Estragon schmeckt leicht nach Fenchel und Anis. Man findet ihn häufig in Soßen, zu hellem Fleisch und als Aroma in Senf und Essigen. Die grünen länglichen Estragonblätter enthalten ätherische Öle und Bitterstoffe, die  gegen Verdauungsbeschwerden wirken, Krämpfe lösen und den Appetit anregen.
     
  • Majoran, auch Wurstkraut genannt, schmeckt angenehm scharf mit sehr feiner Süße. Er passt zu Gemüsegerichten, Eintöpfen und Hülsenfrüchten und ist typisch für die italienische Küche. Die leicht haarigen kleinen Blätter enthalten Vitamin C und ätherische Öle, die den Magen stärken und Schleim lösen.
     
  • Salbei kann mild und moschusartig, aber auch kampferartig herb schmecken. Die graufilzigen weichen Blätter schmecken, in Butter erhitzt, köstlich zu Pasta. In Italien ist er ein Muss zu Kalbsschnitzel mit Schinken (Saltimbocca alla romana). Salbei enthält Gerb- und Bitterstoffe sowie ätherische Öle und wirkt schmerzstillend.
     
  • Thymian hat einen würzigen Geschmack mit Noten von Nelke, Minze und Kampfer. Er passt gut zu Gemüsegerichten mit Tomaten und Auberginen und zu Fleischgerichten. Die ätherischen Öle in den kleinen Blättern wirken antibakteriell und durchblutungsfördernd.
     
  • Zitronenverbene duftet und schmeckt wunderbar zitronig. Die kleinen kräftigen Blätter harmonieren sehr gut mit fettreichem Fleisch wie Ente, mit Fisch und Obstdesserts. Die Inhaltsstoffe haben eine beruhigende, krampflösende und verdauungsfördernde Wirkung.  
     
  • Basilikum ist wegen seines aromatischen, leicht süßlichen und pfeffrigem Geschmack beliebt. Er eignet sich für Soßen, zu Fisch- und Nudelgerichten, für Kräuterpestos und in Salaten.
     
  • Kresse schmeckt leicht scharf und würzig und erinnert an Rettich oder Senf. Besonders gut passt Kresse auf eine Scheibe Brot mit Frischkäse, Quark oder Butter. 
     
  • Brennnessel kann wie Spinat zubereitet werden, aber auch zur Verfeinerung von Kartoffelpüree oder Soßen. Brennnessel ist vor allem dafür bekannt, gegen Harn- und Nierenbeschwerden zu helfen.
     
  • Löwenzahn gehört zu den Wildkräutern und eignet sich als Grundlage für Pesto, für Salate und zum Einrollen von Speisen. Es können sowohl Blüten und Blätter verwendet werden. Der Pflanze werden entgiftende und harntreibende Wirkungen zugeschrieben.
Tipp: Wenn Sie mögen, können Sie zum Beispiel Olivenöl etwas aufwerten, indem Sie es mit Kräutern und Gewürzen durchziehen lassen. Schmeckt toll zu Salaten!
 

Dabei können Ihnen die Kräuter außerdem helfen

Die Wirkung einiger Kräuter haben wir Ihnen ja bereits genannt. Tatsächlich können sie aber noch so viel mehr. Aus Kräutern oder Kräutermischungen können Sie herrliche Tees zaubern, die Sie bei so machen Beschwerden unterstützen können – und dafür müssen Sie nicht einmal eine waschechte Kräuterhexe sein! Aber nur Geduld: Kräuter sind etwas Natürliches und da kann es auch schon mal bis zu zwei Wochen dauern, bis man einen positiven Effekt bemerkt.

Frische Kräuter haben so zum Beispiel eine besonders positive Wirkung auf das Immunsystem. Daher sollten Sie oft beim Kochen eingesetzt werden. Aber auch wärmende Gewürze wie Kurkuma, Zimt & Co. sind reich an ätherischen Ölen und können gut gegen Viren wirken. Kommt jede Hilfe zu spät und eine Erkältung ist im Anmarsch, versprechen Thymian, Salbei und Kamille schnelle Linderung.

Bei Schlaflosigkeit sind Kräuter ebenfalls der perfekte Begleiter. Baldrian, Hopfen, Johanniskraut, Kamille und Lavendel können Sie sanft in den Schlaf wiegen. Leiden Sie unter Appetitlosigkeit können Kräuter dabei helfen, Ihren Appetit wieder in richtige Bahnen zu lenken. Kräuter wie Minze, Dill, Kresse und Petersilie hingegen, unterstützen beim Abnehmen.

Frische Kräuter kaufen: Das gibt es zu beachten!

Frische Kräuter sollten Sie immer in Bio-Qualität kaufen, da diese ohne Pestizide auskommen. Viele Supermärkte und Wochenmärke bieten diesen Qualitätsstatus mittlerweile an. Möchten Sie Ihre Kräuter stattdessen auf der Fensterbank oder auf dem Balkon selbst ziehen, achten Sie auch bei den Kräutertöpfchen auf Bio-Qualität. Verwenden Sie Kräutersamen, nutzen Sie nur einen Bio-Dünger, welcher für Lebensmittel zugelassen ist. Diesen gibt es häufig im Baumarkt oder Gartencenter zu kaufen. 

Kräuter für den Balkon, Garten oder die Fensterbank
Grundsätzlich können so gut wie alle Kräuter in den eigenen vier Wänden angebaut werden. Besonders beliebt sind Thymian, Rosmarin, Basilikum und Minze. Sie sind einfach zu pflegen und wachsen schnell wieder nach. 

Kräuter richtig aufbewahren

Frische Kräuter sollten nach Möglichkeit schnell verbraucht werden, da sie sonst schnell welk werden und ihre Aromastoffe verlieren. Bei richtiger Lagerung können sie jedoch wenige Tage frisch bleiben. Drei Tipps zur Lagerung:

  1. Im Kühlschrank aufbewahren
    Dazu die Kräuter kalt waschen und in ein feuchtes, sauberes Handtuch wickeln und anschließend in einer luftdichten Dose in den Kühlschrank stellen. Alternativ können Sie die Kräuter auch trocknen.
     
  2. Die Kräuter trocknen
    Dazu die Kräuter waschen und auf ein trockenes und sauberes Handtuch legen. Nun die Kräuter in die Sonne stellen. Ist keine Sonne vorhanden, können Sie auch die Kräuter zu einem Strauß bündeln und mit einer Schnur über Kopf an die Decke hängen. Die warme Luft steigt nach oben und trocknet die Kräuter. 
     
  3. Die Kräuter einfrieren
    Besteht kein Platz, um die Kräuter zu trocknen oder haben Sie die frischen nicht vollständig verbraucht, können Sie sie einfrieren. Die Kräuter einfach klein zupfen oder hacken, in ein gefrierschrankgeeignetes Gefäß geben und in den Tiefkühler stellen. Dort halten sie sich maximal 12 Monate. Daher immer das Datum des Einfrieren dazuschreiben.

Nur wenige mögen´s heiß

Kräuter geben ihre Aromen gern an das Gericht ab, aber die wenigsten mögen langes Erhitzen. Deshalb Dill, Estragon, Majoran, Salbei und Zitronenverbene erst kurz vor dem Servieren zugeben oder nur schonend garen. Der robuste Thymian dagegen verträgt auch Hitze. Die Kräuter immer erst kurz vor Ende der Zubereitung abzupfen und hacken. Kräuterbunde zum Aufbewahren einzeln in Plastikbeutel legen, etwas Luft hineinblasen, gut verschließen und im Kühlschrank lagern. Noch länger lassen sich Kräuter in Töpfen halten.  

Kochen mit Kräutern – Do's & Dont's

Do

  • Immer frische Kräuter verwenden – haben sie bereits vertrocknete Spitzen oder gelbliche Blätter, sind sie ein Fall für die Tonne
  • Lieber auf dem Wochenmarkt einkaufen! Hier gibt es besonders gute Küchenkräuter, die meist robuster sind als Ware aus Supermärkten
  • Küchenkräuter erst kurz vor der Verwendung zerkleinern – ansonsten verflüchtigt sich ihr feines Aroma und wertvolle Inhaltsstoffe gehen verloren

Dont

  • Kräuter bereits am Anfang zum Gericht geben – lieber erst ganz zum Schluss! Auch so könnte sonst ihr Aroma verloren gehen
  • Gerichte zu stark würzen – Salz und Pfeffer reichen meist aus, da Kräuter bereits eine gute Grundwürze verleihen

Datum: 15.05.2020

Autor: Jennifer Bielek