Gewicht verlieren 9 Gründe, warum sich auf der Waage trotz Defizit nichts tut!

Abnehmen ist eigentlich ganz einfach. Mehr Bewegung und weniger Kalorien essen, schon nimmt man ab. Doch häufig macht sich in den ersten Wochen Diät Frust breit. Wir erklären, warum auf der Waage nichts passiert.

Frau steht auf der Waage

Der Entschluss ist gefasst und Sie sind hochmotiviert, die Ernährung umzustellen, sich regelmäßig zu bewegen oder Sport zu treiben und dabei noch etwas Gewicht zu verlieren. Die ersten Tage und Wochen laufen super und Sie überkommt das Gefühl, jetzt mal wieder auf die Waage steigen zu können. Doch dann der Schock: zugenommen! Wie kann das sein? Diese Gründe stecken dahinter:

1. Wassereinlagerungen

Schlechter oder zu wenig Schlaf, Stress, salziges Essen, kohlenhydratreiche Lebensmittel, zu geringe Flüssigkeitszufuhr, sowie Ausdauer- und Kraftsport können zu Wassereinlagerungen führen. Dieses Wasser lagert sich in den Zwischenräumen der Zellen ab und bewirken, dass wir z.B. morgens aufgequollen aussehen oder abends schwere Beine haben. 

2. Hormonschwankungen

Frauen sind von Hormonschwankungen auf Grund des Zyklusses mehr betroffen als Männer. In der ersten Zyklushälfte, wenn das Östrogen mit dem Einsetzen der Periode wieder steigt und nach etwas 14 Tagen seinen Höhepunkt erreicht, haben die wenigsten mit Wassereinlagerungen zu kämpfen. In der zweiten Hälfte hingegen steigt das Progesteron an, welches Wasser im Körper speichert. Dieser Vorgang ist ganz natürlich und nicht beeinflussbar. Dadurch können sich Schwankungen von bis zu vier oder fünf Kilo ergeben. Vergleichen Sie deshalb die Wiegeergebnisse der einzelnen Zykluswochen miteinander, also Woche eins mit fünf, zwei mit sechs, drei mit sieben und vier mit acht.

3. Falsches Wiegen

Das Wiegen nach dem ersten Toilettengang, früh morgens, mal mittags oder mit Kleidung kann das Ergebnis negativ beeinflussen. Da das Körpergewicht täglich über mehrere Kilo schwankt, sollten Sie eine Tageszeit und am besten auch Uhrzeit festlegen, wann Sie sich wiegen. Optimal ist das Wiegen direkt nach dem Aufstehen und dem ersten Toilettengang, nackt oder in Unterwäsche. Schauen Sie dabei auch auf die Uhrzeit. Wenn Sie sich an Arbeitstagen morgens um 7 Uhr wiegen, kann das Ergebnis am Wochenende um 10 Uhr schon verfälscht sein. Wiegen Sie sich auch täglich und errechnen Sie am Ende der Woche den Durchschnitt. Diesen können Sie mit jeder weiteren Woche vergleichen und bekommen so einen besseren Überblick.

4. Darminhalt, Kohlenhydrate und Salz

Am Abend gab es Nudelauflauf mit Käse überbacken, schließlich dürfen Sie trotz Diät alles essen. Das Kaloriendefizit stimmt und Sie haben für das Wiegen am nächsten Morgen ein gutes Gefühl. Doch plötzlich zeigt die Waage zwei Kilo mehr an. Wie kann das sein? Es ist ganz leicht:

  • 1 Gramm Kohlenhydrate bindet 4 Gramm Wasser
  • 1 g Salz bindet ungefähr 80 bis 100 Mililiter Wasser
Ist die Portion am Abend also kohlenhydrat- und salzreich, lagern Sie über Nacht wohlmöglich Wasser ein. Eine Rolle spielt auch die Portionsgröße. Essen Sie eine Mahlzeit, die 500 Gramm wiegt, wird Ihnen kurz darauf 500 Gramm mehr auf der Waage angezeigt. Der Darminhalt spielt daher eine entscheidene Rolle. Setzen Sie auf Ballaststoffe. Sie fördern die Verdauung und sorgen für eine regelmäßige und reibungslose Darmentleerung.

5. Sie haben zu viel Stress

Das Hormon Cortisol wird in der Diät vermehrt ausgeschüttet, da eine Diät immer Stress für den Körper bedeutet. Um in keinen Teufelskreis zu gelangen, achten Sie im Alltag darauf, nicht zu wenig Kalorien zu essen, sich ausgewogen zu ernähren und alle Nährstoffe abzudecken, ausreichend zu schlafen und kleine Pausen, in denen Sie Stress bewältigen, einzubauen. Cortisol sorgt z.B. dafür, dass Sie Wasser einlagern oder Heißhunger bekommen und dadurch das Defizit verlieren.

6. Sie erwarten zu viel auf einmal

Um ein Kilo reine Fettmasse abzunehmen, müssen Sie 7000 Kalorien einsparen. Mit einem täglichen Defizit von 500 kcal sind das 3500 Kalorien pro Woche und "nur" 500 Gramm weniger auf der Waage. Obwohl die Menge schon enorm ist, geht es vielen nicht schnell genug. Doch sind je nach Augangsgewicht 0,5 bis 1 Kilo Gewichtsabnahme pro Woche ideal, um die Diät durchzuziehen, keinen Heißhunger zu bekommen, in keine Mangelernährung zu rutschen und vor allem später das Gewicht zu halten. Erinnern Sie sich, wie lange es gedauert hat, auf Ihr jetziges Gewicht zuzunehmen. Dementsprechend dauert Abnehmen auch seine Zeit.

7. Zu wenig Schlaf und Regeneration

Während einer Diät ist Schlaf das A und O. In der Nacht regeneriert der Körper, repariert Muskeln, Haut und Zellen, das Stresslevel wird gesenkt und das Immunsystem gestärkt. Genügend Schlaf erhöht das Sättigungshormon Leptin und senkt das Hungerhormon Ghrelin. Schlafen Sie deshalb mindestens sieben Stunden oder mehr und ruhen Sie sich regelmäßig aus. 

8. Kraftsport und Muskelkater

Besonders für Sporteinsteiger kann die Zahl auf der Waage frustrierend sein. Obwohl der Körper Fett abbaut, tut sich auf der Waage einfach nichts. Die Gründe dafür sind simple: Muskelaufbau und Muskelkater. 

Muskelaufbau sorgt für stagnierendes Gewicht
Sie verlieren an Umfang, die Kleidung passt besser, aber die Zahl auf der Waage bleibt auch nach mehreren Wochen gleich? Muskeln können der Grund sein. Sporteinsteiger bauen am Anfang besonders zügig Muskulatur auf, sodass das Gewicht gerne gleich bleibt. Einen Muskelzuwachs bemerken Sie auch daran, dass Sie die Gewichte im Training höherschrauben können oder mehr Wiederholungen schaffen. Messen Sie deshalb auch Ihre Körperumfänge wie Bauch, Taille, Beine, Po und Hüfte, um besser vergleichen zu können. Fotos helfen ebenfalls.

Gleichbleibendes Gewicht durch Muskelkater
Ein intensives Workout kann zu Mikrorissen in der Muskulatur führen. Diese Mikroverletzungen bündeln Wasser, welches den Muskel prall erscheinen lassen. Die Schwellung und die kleinen Risse führen zu Schmerzen, welche sich als Muskelkater äußern. Das eingelagerte Wasser führt in diesem Fall zu stagnierendem Gewicht. Nach wenigen Tagen sind der Muskelkater und damit auch das Wasser aber wieder verschwunden.

9. Kein Kaloriendefizit

Der häufigste Grund, warum Sie nicht abnehmen ist, dass Sie kein Kaloriendefizit haben. Errechnen Sie am besten mit mehreren Kalorienrechnern Ihren täglichen Kalorienbedarf und zählen Sie für eine Weile Kalorien. Dadurch bekommen Sie ein Gefühl für Portionen und lernen den Energiegehalt von Lebensmitteln besser kennen. So können Sie sich bald sicher sein, dass Sie sich im Kaloriendefizit befinden.

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