Vorbeugen durch Ernährung Auf der Suche nach Krebs-Killern

Obst und Gemüse senken, Fett und Fleisch erhöhen das Tumor-Risiko. So einfach ist das. Wirklich? Leider Nein. Prof. Cornelia Ulrich sagt, wie stark der Einfluss der Ernährung wirklich ist und was das für uns bedeutet.

Obst und Gemüse

 

Auf der Suche nach Krebs-Killern
Die Zahl der Lebensmittel, die angeblich vor Tumoren schützen ist unüberschaubar. VITAL räumt für Sie auf und nennt die 8 aktuellesten Ergebnisse

1. Vitamine sind kein Allheilmittel
Werden Sie vorbeugend als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, können sie das Krebsrisiko sogar erhöhen, belegen große Meta-Analysen. Bei Vitaminen aus Obst und Gemüse droht keine Gefahr. Allerdings darf man nicht zu viel erwarten: Knackige Salate und süße Früchte senken das allgemeine Krebsrisiko um lediglich 3 Prozent. Doch bei rund 420 000 Neuerkrankungen pro Jahr wären das immerhin beachtliche 13 000 Fälle weniger. An die Regel „Fünf am Tag“ sollten Sie sich also weiterhin halten.

2. Fleisch – riskanter als vermutet
Dass Menschen, die häufig und viel rotes Fleisch (Rind, Schwein) essen, häufiger an Darmkrebs erkranken, ist schon länger bekannt. Jetzt ergab eine aktuelle Studie: Frauen, die viel verarbeitetes Fleisch (Wurst) essen, erkranken auch doppelt so häufig an Brustkrebs. Rat der Experten: auf Fisch und Geflügel umsteigen.

3. Viren als Krebsauslöser
Auf dem diesjährigen Krebskongress in Berlin diskutierten die Forscher eine brisante Theorie: Sogenannte latente Virusinfektionen bei Tieren könnten bei Menschen Krebs auslösen. Erste Studien mit infiziertem Rindfleisch belegen den Zusammenhang. Eine Studie der University of Texas zeigt außerdem: Zu langes Braten oder Grillen lässt im Fleisch heterozyklische Amine entstehen, die ebenfalls als Krebsauslöser gelten.

4. Alkohol schadet langfristig
Er steigert nicht nur im Erwachsenenalter das Risiko für Kehlkopf-, Leber- oder Speiseröhrenkrebs. Eine aktuelle Studie der Universitäten Harvard und St. Louis mit 9000 Teilnehmerinnen belegt: Frauen, die schon als Teenager sechs- bis siebenmal pro Woche Alkohol tranken, erkrankten später deutlich öfter an Brustkrebs.

5. Soja wird überschätzt
Neuere Studien zeigen, dass der Schutzeffekt der enthaltenen Isoflavone bei Brustkrebs schwächer als angenommen ist und sich fast nur jenseits der Wechseljahre auswirkt. Bei Frauen, die bereits Brustkrebs haben, kann Soja die Gefahr von Metastasen in anderen Organen möglicherweise sogar erhöhen (US-Studie).

6. Grüner Tee wirkt tückisch
Das Ergebnis einer Meta-Analyse, in die 51 internationale Studien eingingen, sagt eindeutig: Eine allgemeine vorbeugende Wirkung von grünem Tee ist nicht nachweisbar. Sein Inhaltsstoff EGCG kann sogar schaden, denn er macht bestimmte Krebsmedikamente unwirksam.

7. Scharfe Waffe
Meerrettich, Senf und Kohl enthalten sogenannte Glucosinolate. Jetzt wiesen Forscher des Krebsforschungszentrums in Heidelberg nach, dass die das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, um über 30 Prozent senken können.

8. Brokkoli hilft dem Erbgut
Fehlt Prostatazellen das Gen PTEN, entarten sie zu Tumorzellen. Der Clou: Der Brokkoli-Inhaltsstoff Sulforaphan „sieht“, ob PTEN fehlt, mildert die Folgen des Gendefekts und senkt so das Krebsrisiko (britische Studie).

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