Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt: Algenblätter für Sushi oft mit Schadstoffen belastet

Algen gelten als besonders gesund und sind besonders in der asiatischen Küche und bei Sushi-Fans beliebt. Eine Untersuchung der Algen ergab jedoch, dass sie häufig mit Schadstoffen belastet sind, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mitteilte.

Sushi

Getrocknete Algenblätter werden in Suppen, Salaten und Gemüsegerichten immer beliebter. Schon lange werden sie vor Umhüllung von Sushi genutzt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) teilte jedoch mit, dass die Algenblätter bei der letzten Untersuchung zu hohe Gehalte an Arsen, Blei, Aluminium, Cadmium und Jod gefunden wurden. Die gemessenen Werte waren in der Regel zu hoch und stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.

Schadstoffe in Nori-Blättern nachgewiesen

Bereits 2018 hatten die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer getrocknete Algenblätter untersucht. Dabei prüften Labore 165 Proben getrockneter Meeresalgen auf chemische Elemente. Die Ergebnisse wurden nun veröffentlicht. Besonders die Elemente Cadmium, Arsen, Blei und Aluminium wurden in einer hohen Konzentration gefunden. Auch der Jodgehalt war oftmals zu hoch.
 
Cadmium
Jede zehnte Algenprobe überschritt den gesetzlichen Cadmium-Höchstwert von 3,0 Milligramm pro Kilo getrockneter Alge. Zu viel des Schwermetalls kann sich im Körper anlagern und die Alterung der Körperzellen beschleunigen sowie die Risiken für Diabetes und Herz-Kreislaufprobleme erhöhen. Eine Untersuchung der George-Washington-Universität zeigte, dass kleinste Cadmium-Konzentrationen die Telomere, die DNA-Kappen am Ende der Chromosomen, die das Erbgut schützen, verkürzen. 
 
Blei
In rund jeder zehnten Probe steckten bis zu 10 Milligramm Blei pro Kilo Meeresalge. Ein zulässiger Höchstwert existiert zwar nicht, jedoch kann zu viel Blei zu Darmkoliken, Anämie, Gicht, Leber- und Nierenschäden sowie Schäden am Zentralen Nervensystem führen. 
 
Arsen
Die durchschnittlichen Arsen-Gehalte der Algen lagen bei rund 25 Milligramm pro Kilogramm. Trotz der hohen Werte, lässt sich die Schädlichkeit noch nicht belegen, da es hauptsächlich organisch gebundenes Arsen war. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurden aber auch anorganische Arsenverbindungen nachgewiesen. Mit 0,1 Milligramm pro Kilo Alge ist der Wert jedoch gering.
 
Aluminium
In den Algen wurden ca. 100 Milligramm Aluminium pro Kilogramm gefunden. Obwohl dieser Wert sehr hoch ist, gibt das BfR Entwarnung: Wer nicht gerade mehrere große Portionen Sushi täglich ist, hat kein erhöhtes Gesundheitsrisiko. So ist der Verzehr von einem Milligramm Aluminium pro Woche unbedenklich.
 
Uran
Auch der radioaktive Stoff Uran wurde in den Algen gefunden – jedoch in einer sehr geringen Konzentration. So deckt das Uran in den Algen nur 0,19 Prozent der täglich tolerierbaren Aufnahmenmenge ab und ist daher gesundheitlich unbedenklich.
 
Jod
In 75 Prozent der untersuchten Algenproben wurde ein Jodgehalt von über 20 Milligram pro Kilogramm Alge gemessen. Das BfR empfiehlt jedoch nur maximal 0,5 Milligramm Jod pro Tag. Eine dauerhaft erhöhte Jodzufuhr kann zu einer Fehlfunktion der Schilddrüse führen. Produkte mit viel Jod müssen daher einen Warnhinweis tragen. Bei acht Prozent der untersuchten Algen fehlte dieser Warnhinweis allerdings. 

Tipps für den Kauf von Algenblättern

Achten Sie beim Kauf von Algenblättern auf die Verbraucherinformationen und ggf. Warnhinweise. Die maximale Verzehrmenge sollte auf der Verpackung der Algen angegeben sein. Grundsätzlich sollten Sie aber weniger zu Produkten mit Algen greifen und auch nur selten außer Haus, z. B. im Sushi-Restaurant, essen gehen.
 
Datum: 04.08.2020
 

Autor: Christina Liersch