An diesen 6 Anzeichen erkennen Sie emotionales Essen

An diesen 6 Anzeichen erkennen Sie emotionales Essen

Wer hat sich nicht schon einmal nach einem stressigen Tag „einfach etwas gegönnt“? Der Griff zu Lebensmitteln, um sich schnell auf andere Gedanken zu bringen ist an sich noch nicht problematisch. Wird aus dem emotionalen Essen aber ein Verhaltensmuster, sollten Sie aufmerksam werden. An welchen Anzeichen Sie emotionales Essen erkennen und welche Folgen des Verhalten haben kann, erklärt uns Ernährungscoachin Natascha Wilms.

Lebensmittel zur emotionalen Stabilisierung – Was bedeutet emotionales Essen?

Essstörungen entstehen nicht einfach im luftleeren Raum. Sie sind die ungewollten Ergebnisse gestörter und unreflektierter Essverhalten, die sich über Jahre eingeschliffen haben. Die psychologische Dimension muss bei Essstörungen immer beachtet werden. Wir haben mit Ernährungsexpertin Natascha Wilms gesprochen, um mehr über emotionales Essen herauszufinden und zu klären, warum Essen zur emotionalen Stabilisierung zu schweren Essstörungen wie Binge Eating oder Bulimie führen kann.

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Unsere Expertin
Natascha Wilms

Natascha Wilms ist Ernährungs-, Gesundheits- und Emotionscoach. In den letzten Jahren hat sie Hunderte Frauen dabei unterstützt, auf eine ganzheitliche Weise ein gesundes Verhältnis zur Ernährung und ihrem Körper aufzubauen. Die Coachin berät Frauen, die an emotionalem Essen leiden und in der Diätspirale stecken und arbeitet somit präventiv daran, dass weniger Essstörungen als Binge Eating oder Bulimie entstehen. Mehr Informationen zum Coaching und bei Fragen rund um belastendes Essverhalten, Sport- und Diätspirale finden Sie unter https://natascha-wilms.com/.

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Bei emotionalem Essen wird der Lebensmittelkonsum regelmäßig und oft auch unbewusst eingesetzt, um emotionale Zustände zu regulieren und zu beeinflussen. Oft geht es dabei darum, sich durch Essen besser zu fühlen. Dabei stellt emotionales Essen selbst noch keine psychische Störung dar, sondern dient lediglich als Beschreibung eines klar erkennbaren Essmusters. Die Ernährungsexpertin Natascha Wilms sagt dazu:

In einem Satz zusammengefasst: Konsumieren, um zu stabilisieren.

Essen dient Betroffenen als Stabilisator. Durch die Nahrungsaufnahme sollen häufig unangenehme Emotionen reguliert werden. In den meisten Fällen gelten Stress, Ängste oder Einsamkeit als Auslöser für emotionale Essanfälle. Die Gefahr beim solchen Essverhalten? Betroffene nehmen emotionales Essen nicht als gestörte Essmuster wahr. Die Gesundheitsexpertin sagt:

Die meisten Menschen reflektieren ihr Verhalten noch nicht oder sehen es als Warnsignal. Die meisten würden an dieser Stelle nicht auf die Idee kommen, dass sich daraus mal eine Essstörung entwickeln könnte, denn es ist ja ganz normal, mal aus Frust und Langeweile zu essen, oder?

Bei diesen Anzeichen emotionalen Essens sollten Sie wachsam werden

Doch der Weg von gestörten Essmustern hin zu einer schweren Essstörung ist oft kürzer, als man glauben möchte. Damit sich aus ungesunden Essverhalten keine psychischen Störungen entwickeln, sollten Sie diese Anzeichen emotionalen Essens kennen, bei denen Sie achtsam werden sollten.

1. Nahrungsaufnahme ohne Hunger und aus einem Gefühl heraus

Die Anfänge von emotionalem Essen kennen viele. Frustessen, Stressessen, Essen aus Langeweile oder Kummer – Wenn Sie das bei sich wahrnehmen, dann sollten Sie achtsam werden. Aber bitte kein Drama draus machen. Einfach mal achtsam beobachten, wozu Sie Essen da eigentlich wirklich nutzen und ob Sie nicht viel eher etwas ganz anderes bräuchten in dem Moment.

2. Bestimmte emotionale Zustände lösen automatischen Griff zu Lebensmitteln aus

Die nächste Stufe ist erreicht, wenn sich ein Automatismus einstellt. Wir nehmen dann oft Gedanken war wie „Ich brauch das jetzt“ oder „Das reicht nicht!“, obwohl uns klar ist, dass wir jetzt wirklich genug gegessen haben und der Körper eigentlich ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist. Wir essen dann bis der Magen wehttut und wir Verdauungsprobleme bekommen. Ein schlechtes Gewissen ist ebenfalls immer ein Warnsignal „Hier stimmt was nicht!“

3. Ausgleichsstrategien werden entwickelt

Es wird versucht, das Fehlverhalten wieder auszugleichen. Ein striktes Ernährungs- und Trainingsprogramm, vielleicht sogar eine Diät. Doch da das nur Symptome behandelt, aber keine Ursachen löst, scheitern die Betroffenen, was das Selbstvertrauen mit jedem Mal weiter untergräbt, noch mehr Frust und Ablehnung gegen sich und den eigenen Körper erzeugt und die Menschen noch weiter in diese Spirale schiebt.

4. Kontrollverlust über das Essen

An der Grenze zur Essstörung befinden wir uns, wenn sich ein Gefühl des Fremdgesteuertsein einstellt. Wir wissen eigentlich genau, was wir tun und lassen sollten, doch beherrschen können wir uns nicht.

5. Scham, Schuldgefühle und Hilflosigkeit

Scham und Schuldgefühle machen sich breit. Wir trauen uns nicht, mit jemandem darüber zu sprechen. Nicht mal wir können das ungesunde Essverhalten logisch erklären, wie soll das jemand anderes verstehen.

6. Essverhalten an der Grenze zur Essstörung

Ein Anzeichen dafür, dass emotionales Essen außer Kontrolle zu geraten scheint, ist, wenn Betroffene aktive Gegenmaßnahmen ergreifen. Dies sind dann keine Strategien, um nachhaltig und schonend aus einem ungesunden Essmuster auszubrechen, sondern oft Verhaltensweisen, die die Tür zur Essstörung weit aufstoßen. Ernährungscoach Natascha Wilms sagt dazu:

Es gibt auch Menschen, die kommen irgendwann in ihrer Verzweiflung auf die Idee, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Erbrechen, Abführmittel, unendliche Diätversuche und Sportsucht waren die Folge.

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