30. August 2021
Diese Dinge passieren, wenn Sie täglich rotes Fleisch essen

Diese 5 Dinge passieren, wenn Sie täglich rotes Fleisch essen

Lange galt Fleisch als Proteinquelle Nummer eins und war neben Butter und Kaffee das Symbol für gesellschaftlichen Wohlstand. Allerdings hat der Fleischverzehr in Deutschland ungesunde Maße angenommen und liegt weit über dem Doppelten der empfohlenen Menge. Daher zeigen wir Ihnen, was passiert, wenn Sie jeden Tag rotes Fleisch essen.

Während weißes oder helles Fleisch aus Geflügel stammt, werden die Fleischprodukte aus Rind, Schwein, Lamm und Wild üblicherweise als rotes Fleisch bezeichnet. Dieses stellt zwar eine ergiebige Quelle für diverse B-Vitamine (B3, B6, B12) und Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Selen dar. Allerdings liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Verzehr in Deutschland mit 1.100 Gramm pro Woche weit über den gängigen Empfehlungen der Fachgesellschaften. Daher verraten wir Ihnen hier, was passiert, wenn Sie täglich rotes Fleisch essen.

Das passiert, wenn Sie jeden Tag rotes Fleisch essen

1. Ihr Darmkrebsrisiko steigt

Auch wenn das Thema in den Medien und der Bevölkerung zum Teil sehr kontrovers und emotional diskutiert wird, ist sich die Forschung schon lange einig: „Ein hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch erhöht das Risiko für Darmkrebs.“ So formuliert es der World Cancer Research Fund International, der fortlaufend jegliche Studien zum Einfluss unserer Ernährung auf die Entstehung von Krebs analysiert. Während die Ursachen und Mechanismen lange unklar waren, hat die Technische Universität Kaiserslautern erst kürzlich das sogenannte Häm-Eisen als Übeltäter identifiziert. Diese Form des Eisens kommt nur in tierischen Produkten wie rotem Fleisch vor. Anhand gesunder Darmzellen konnten Lebensmittelchemiker:innen im Labor zeigen, dass das tierische Häm-Eisen toxisch auf Darmzellen wirkt und dadurch die Entstehung von Krebs begünstigen kann.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat erst kürzlich in ihrem diesjährigen Ernährungsbericht den Zusammenhang zwischen einem hohen Verzehr von rotem Fleisch sowie Wurstprodukten und einem erhöhten Risiko für Darmkrebs sowie Brustkrebs dargestellt und rät zu einer maximalen Zufuhr von 300 bis 600 Gramm rotem Fleisch pro Woche.

Tipp: Ganz auf Fleisch verzichten muss niemand. Um den Anstieg Ihres Krebsrisikos durch den Verzehr möglichst gering zu halten, sollten Sie jedoch zu unverarbeitetem Fleisch greifen, es nicht zu hoch erhitzen und die empfohlene Höchstmenge von 600 Gramm pro Woche keinesfalls überschreiten.

2. Entzündungen entstehen in Ihrem Körper

Während bereits unverarbeitetes rotes Fleisch oxidativen Stress im Körper auslöst und leicht entzündungsfördernd wirkt, richten Wurstwaren wie Salami oder Schinken deutlich mehr Schaden an. Aufgrund des hohen Gehalts an Häm-Eisen und Omega-6-Fettsäuren sowie zugesetztem Nitrit gehören verarbeitete Fleischprodukte zu den entzündungsförderndsten Lebensmitteln. Ihr Entzündungsindex liegt auf einer Stufe mit dem von raffinierten Weißmehlprodukten – der Nummer eins unter den Entzündungs-Auslösern. Meiden Sie daher unbedingt Würstchen, Schinken und Salami, damit sich keine chronischen Entzündungen in Ihrem Körper bilden können.

Video: Krebsrisiko senken – wenig Alkohol, wenig rotes Fleisch

3. Sie sterben früher

Im Rahmen der großangelegten europäischen EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) wurden auch 25.000 Männer und Frauen aus Deutschland zu ihren Ernährungsgewohnheiten, ihrem sonstigen Lebensstil sowie zu Krankheitsgeschichte, Blutwerten und Gewicht befragt. Aus der Datenanalyse ging laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) hervor, dass eine „Ernährung mit reichlich rotem Fleisch und viel Wurst (...) bei Männern die Lebenszeit um 1,4 Jahre und bei Frauen um 2,4 Jahre“ verkürzt. Das DKFZ rät daher zu einem deutlich maßvolleren Konsum von Rind-, Schweine- und Lammfleisch sowie Wurstwaren.

4. Sie decken Ihren Eiweißbedarf

Der größte Vorteil von Fleisch darf natürlich nicht unter den Teppich gekehrt werden: Mit frischem, fettarmem Fleisch können Sie Ihren Eiweißbedarf relativ leicht decken, da die meisten Sorten zu 20 Prozent aus hochwertigen Proteinen bestehen. Dadurch fällt es vor allem Menschen, die sich nicht näher mit Ihrer Ernährung befassen möchten, leichter, genügend Eiweiß aufzunehmen. Mit minimalem Aufwand lässt sich jedoch schnell herausfinden, welche pflanzlichen Lebensmittel besonders eiweißreich sind >>

5. Sie schaden der Umwelt

Ein hoher Fleischkonsum schadet der Umwelt gleich auf zwei Wege: Für Kraftfutter, durch das die Tiere schnell wachsen sollen, wird großflächig Regenwald gerodet, um Anbauflächen für die Sojaproduktion zu schaffen. Über 70 Prozent der weltweiten Sojaernte wird für die Tiermast verwendet – hingegen entfallen nur zwei Prozent auf Tofu und andere vom Menschen verzehrte Soja-Lebensmittel. Des Weiteren sorgen insbesondere Rinder für einen erheblich Methan-Ausstoß. Das Treibhausgas ist sogar klimaschädlicher als CO2.

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