Bio-Special Fleisch-Qualität

Zum Essen gehört für die meisten Deutschen Fleisch. Aber: Wie ist es eigentlich um die Qualität und den Genuss bestellt? Die vergangenen Skandale geben Anlass zu Zweifeln, ob wirklich noch Gesundheit auf den Teller kommt.

Stück Fleisch

 

Worauf muss ich beim Fleischkauf achten, wenn ich gute Qualität erhalten möchte?
Qualität hat ihren Preis. Bio-Schweine werden acht Monate aufgezogen, konventionelle Schweine sind bereits drei Monate früher schlachtreif – ein Kostenfaktor, der sich auch im Verkaufspreis niederschlagen muss. Fleisch, das von artgerecht gehaltenen Tieren stammt und bei dem Fütterung, Aufzucht und Schlachtung lückenlos aufgeführt werden, ist nur mit großem Aufwand zu erzeugen. Wer Qualität auf dem Teller haben möchte, sollte daher die Finger von BilligfleischlassenundanderFleischthekenachfragen, wie das Fleisch erzeugt wurde. Bundesweite Adressen für Bio-Fleisch-Anbieter gibt es im Internet unter bioland.de.

 

Wie unterscheidet sich die Aufzucht von Schweinen und Rindern für Bio- und herkömmliches Fleisch?
Es gibt drei Arten Schweinemast: Bei der intensiven Mast werden die Tiere (pro Tier 0,65 Quadratmeter Platz) auf Vollspaltenböden – Betonroste direkt über den Güllekanälen – bei Kunstlicht gehalten. Das Futter darf mit allen zugelassenen Zusatzstoffen – dazu zählen auch synthetische Eiweiße und gentechnisch veränderte Stoffe – angereichert werden. Bei Krankheit ist Antibiotika-Einsatz erlaubt.

Für die extensive Mast ist eine artgerechte Haltung mit genügend Tageslicht und Belüftung vorgeschrieben. Im Sommer leben die Tiere auf der Weide, im Winter im Stall. Es sind nur so genannte Teilspaltenböden erlaubt, das bedeutet: Es sind nur einige Spalten für die Ausscheidungen der Tiere vorhanden. Das Futter besteht zu 70 Prozent aus Getreide. Absolut tabu sind gentechnisch verändertes Futter und Masthilfen. Werden Tiere, die mehr als 40 Kilogramm wiegen, krank und müssen mit Antibiotika behandelt werden, darf das Fleisch nicht mehr als Markenfleisch (z. B. „Neuland“, „Landjuwel“ oder „Gutfleisch“) verkauft werden.

Für Bio-Fleisch werden die Tiere ähnlich gehalten wie bei extensiver Mast. Die Ställe sind mit Stroh ausgelegt. Das Futtergetreide kommt aus ökologischem Anbau. Gentechnik und Masthilfen sind strikt verboten. Bei Krankheiten versucht der Tierarzt, ohne Antibiotika zu behandeln, denn nach mindestens zwei Antibiotika-Behandlungen haben die Tiere den Bio-Status verloren. Für Rindfleisch gelten dieselben drei Aufzuchtmodelle. Bei der Intensiv-Mast stehen die Tiere das ganze Jahr im Stall und werden mit energiereichem Futter wie Getreide oder Mais-Silage so gefüttert, dass sie pro Tag mindestens ein Kilogramm zunehmen.

Bio-Rinder müssen artgerecht gehalten werden. Sie brauchen ausreichend Weidegang, aber auch Ställe mit Tageslicht und Stroh in den Ruhezonen. Das Futter ist aus Öko-Anbau. Als Eiweißlieferanten werden Futtergetreide und Hülsenfrüchte eingesetzt. Bei der Aufzucht von Geflügel unterscheidet man Käfig-, Boden- und Freilandhaltung.

 

Wie wild ist Wild?
Wild ist nicht gleich Wild. Feinschmecker schwören auf Wildfleisch von frei lebenden Tieren. Es soll fettärmer und aromatischer sein als das vom so genannten Gatterwild. Hier werden die Tiere in naturnaher Umgebung in großen Gattern gehalten und zusätzlich mit Pellets gefüttert, einem speziellen Pflanzenfutter. Frei lebendes Wild frisst ausschließlich, was es in seinem Biotop findet.

 

Warum sollte man Fleisch aus der Region kaufen?
Wer Fleisch vom Metzger seines Vertrauens kauft, von Tieren, die in der Region aufgezogen wurden, kann nicht nur Genaues über die Herkunft des Fleisches erfahren, er verhindert auch tagelange Tiertransporte. In der EU werden jährlich über 360 Millionen Tiere transportiert. Durch die industrielle Massentierhaltung werden Rinder, Schweine und Hühner oft mehrfach zwischen Ländern hin und her gekarrt. Während der tagelangen Fahrten werden die eng zusammengepferchten Tiere oft weder getränkt noch gefüttert. Und das, obwohl nach dem geltenden Transportrecht alle 14 Stunden Wasser und Futter gegeben werden müssen. Schwache Tiere verenden durch diese Tortur.

 

Wie erkennt man gutes Fleisch?
Für alle Fleischsorten gilt: Sie müssen saftig-glänzend und niemals schmierig aussehen.Auch schwammigweiches Fleisch weist auf schlechte Qualität hin. Es sollte fest sein. Gutes Schweinefleisch hat eine gleichmäßige rosa Farbe, Rindfleisch ist dunkelrot. Hellrotes bis rotes Lammfleisch ist am frischesten. Wild darf auf keinen Fall bräunlich aussehen.

 

Wie oft gehört Fleisch auf den Tisch?
Wer nicht Vegetarier ist, liegt mit zwei bis drei Fleischmahlzeiten pro Woche richtig. Die Frage der Qualität ist dabei eine der wichtigen Entscheidungen im Alltag.

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