Abnehmen Wie ein frühes Abendessen der Fettverbrennung hilft

Ging die Wissenschaft bisher davon aus, dass eine Kalorie für den Körper auch eine Kalorie ist, hat sich das Wissen seit einer neuen Studie geändert. Forscher untersuchten diese Theorie und erkannten einen Zusammenhang zwischen spätem Essen und einer Gewichtszunahme.

Intervallfasten

Eine aktuelle Studie der Johns Hopkins University ergab, dass die Essenszeit eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit einer Gewichtszunahme spielen kann. Die Studie wurde im Endocrine Society’s Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlicht. 

Über die Studie

Ein Forscherteam der Johns Hopkins Universität hat eine randomisierte und klinisch kontrollierte Studie durchgeführt, in der gesunde 20 Menschen, je zehn Frauen und Männer, in zwei verschiedene Gruppen zu jeweils einer anderen Zeit aßen. Untersucht wurde, ob eine späte Nahrungsaufnahme den Stoffwechsel in einer Weise so verändert, dass eine Fettzunahme gefördert wird. Daher aß Gruppe eins um 18 Uhr, Gruppe zwei um 22 Uhr. Die Schlafenszeit war für beide Gruppen gleich, nämlich 23 Uhr. Um optimale Vergleichswerte beider Gruppen zu erhalten, bekamen die Teilnehmer einmal pro Stunde Blut abgenommen. Auch ihr Schlaf wurde zwei Wochen überwacht, sie bekamen nicht-radioaktive Marker zur Messung des Fettstoffwechsels, sowie einen Fitnesstracker. Bei der Messung des Fettstoffwechsels wurde gemessen, wie viel Fett verbrannt und wie viel oxidiert war. 

Das Ergebnis der Studie

Die Studie ergab, dass späte Esser im Vergleich zu denjenigen, die früher am Abend die gleiche Mahlzeit aßen, einen um 20 Prozent höheren Blutzuckerspitzenwert und eine um 10 Prozent verringerte Fettverbrennung hatten. Die Wissenschaftler erklären sich ihr Ergebnis so, dass Glukose nicht auf die gleiche Weise verstoffwechselt wird, wenn man abseits des zirkadianen Rhythmus des Körpers isst. Interessant ist jedoch, dass nicht jede Person gleich auf eine späte Mahlzeit reagiert. Die Teilnehmer, die früh ins Bett gingen, früh wieder aufstanden, aber spät essen sollten, hatten es deutlich schwieriger als Personen, die es ohnehin gewohnt waren, später ins Bett zu gehen und dementsprechend auch später zu essen. Letztere seien laut der Forscher am wenigsten von der Änderung ihrer Mahlzeit bzw. Gewohnheit betroffen gewesen. Ebenso erkannten sie, dass ihre Ergebnisse keine Einheitsgröße sind und letztendlich jeder Mensch einen anderen Stoffwechsel und inneren Rhythmus hat.

Nützliche Erkenntnisse im Kampf gegen Fettleibigkeit und Diabetes

Da die Forscher in ihrer Studie nur gesunde Menschen untersuchten und bei ihnen schon Unterschiede festgestellten, könnte das nützliche Erkenntnisse im Kampf gegen Fettleibigkeit, Diabetes und Herzkrankheiten liefern. Für viele Menschen sei das Abendessen die kalorienreichste Mahlzeit des Tages, da das Frühstück und Mittagessen häufig nur klein ausfallen. Das verleitet viele dazu, abends mehr zu essen, als eigentlich benötigt wird. Das kann, wie in der Studie gezeigt, selbst bei gesunden Menschen zu Glukose- und Fettstoffwechselstörungen führen. 

Großen Appetit am Abend vorbeugen

Um sich abends nicht mit Heißhunger auf die Mahlzeit zu stürzen, empfehlen die Ernährungswissenschaftler, am Nachmittag zu einem proteinreichen Snack zu greifen. Das können z. B. griechischer Joghurt mit Nüssen, Quark oder ein Proteinshake sein. Ebenso eignen sich ein Glas fettarme Milch, Hähnchen oder ein belegtes Brot. Zusätzlich sollte die größte bzw. kalorienreichste Mahlzeit das Frühstück oder das Mittagessen sein.
 
 
Datum: 06.07.2020

Autor: Christina Liersch

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