Die vier Kräfte der Selbstheilung Drei Mahlzeiten am Tag

Dr. Detlef Pape, Facharzt für innere Medizin und Autor („Schlank im Schlaf“) über gesunde Ernährung.

Frau isst Muesli

VITAL: Was macht ständiges Naschen so riskant?
Dr. Pape: Wenn Sie am Schreibtisch alle halbe Stunde einen Schokoriegel essen, reizt das jedes Mal die Insulinzellen in der Bauchspeicheldrüse zur Ausschüttung, um den Zucker und das Fett im Körper zu verteilen. Als Erstes steuert das Insulin die Muskeln an. Da Sie sitzen, brauchen sie keine Energiezufuhr. Doch das Insulin überschwemmt die Muskelzellen und schädigt sie dadurch. Irgendwann schützt sich der Organismus, indem er die Insulinrezeptoren verschließt.

Löst dies das Problem?
Nein, denn wohin mit der Nahrung? In die Fettspeicher für Notzeiten. Vorher zirkulieren und stauen sich die Nährstoffe in den Blutbahnen, das macht die Gefäßwände unelastisch, eine Ursache für Bluthochdruck. Ein weiterer Grund: Für die Verdauung ähnelt eine Mahlzeit einem 100-Meter-Lauf. Um die Leistung zu erbringen, wird der Sympathikus aktiviert, ein Nerv, der Blutdruck und Puls erhöht. Hinzu kommt: Ständiges Essen schaltet das Sättigungsgefühl aus.

Wie durchbreche ich den Teufelskreis?
Lassen Sie fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten, damit sich das Insulinsystem erholen kann. Dazwischen keine Snacks, keine zuckerhaltigen Drinks, auch kein Obst. Essen Sie Apfel & Co. stattdessen zum Frühstück und Mittagessen. Wichtig ist, dass die Mahlzeiten ausreichend sättigen.

Und warum die Trennung von Kohlenhydraten und Eiweiß?
Morgens braucht das Gehirn Energie, langkettige Kohlenhydrate liefern sie in Form von Glukose (siehe rechts, z. B. Haferflocken und Vollkornbrot). Tierisches Eiweiß in Käse und Quark wäre jetzt ungünstig für die Bauchspeicheldrüse. Mittags dagegen kann eine Mischkost die Insulinproduktion anregen. Abends benötigt der Körper Eiweiß für seine nächtlichen Reparaturprozesse – und kann es jetzt am besten verwerten.

Autor: Yvonne Hagen