Tiermilch vs. Pflanzenmilch Macht Milch uns krank? 7 Mythen über Milch augeklärt!

Noch immer halten sich zahlreiche Mythen zu tierischer Milch. Sie soll krank machen, Krebs auslösen und Osteoporose begünstigen. Doch was stimmt denn nun? Wir räumen mit den Milchmythen auf!

Peeling mit Milch und Salz

Mythos 1: "Milch macht Osteoporose"

Laut einer schwedischen Studie begünstigte Milchkonsum Knochenbrüche und Osteoporose. In der Studie wurden aber nicht alle Faktoren, die zu Osteoporose und Knochenfrakturen führen, berücksichtigt. So soll Milch vom Körper sauer verstoffwechselt werden, wodurch die entstehenden Säuren das Calcium aus den Knochen ziehen und der Körper dieses über den Urin ausscheide. Die Calcium-Konzentration sei im Urin nach dem Verzehr von Milchprodukten erhöht. 
In der Studie wurde jedoch nicht berücksichtig, dass in Mittelschweden, dort wo die Studie durchgeführt wurde, ein enormer Vitamin-D-Mangel herrscht. Dieses Vitamin und auch Vitamin K sind dafür zuständig, dass das Calcium in den Knochen eingebaut wird. Ausgeschieden wird letztendlich nur der Calciumanteil, der vom Körper nicht aufgenommen werden konnte. Das ist wie mit dem Wasserkonsum zu vergleichen: Trinken wir mehr, scheiden wir auch mehr aus, weil der Körper nicht alles benötigt. Auch führt Milch nicht zu einer Übersäuerung im Körper. 

Mythos 2: "Milch lässt den Körper übersäuern"

Eine Azidose, also eine Verschiebung des ph-Wertes in den sauren Bereich, sowie eine Alkalose, eine Verschiebenung in den basischen Bereich, sind durch den Verzehr von bestimmter Lebensmittle nicht zu erzeugen. Die Hauptursache für eine latente Azidose ist ein hoher Verzehr von schwefelhaltigem Protein und/oder eine verminderte Säureausscheidungskapazität. Mit einer normalen Ernährung ist das aber kaum zu erreichen. Selbst bei 2,5-3 g Protein pro Kilo Körpergewicht. Zu einer Azidose führen können Ketonsäuren, die z.B. bei Diäten oder Fastenkuren freigesetzt werden. Auch mangelnde Aktivität und eine unzureichende Durchblutung der Muskulatur führt zu Sauerstoffmangel, der im anaeroben Stoffwechsel Milchsäure freisetzt. Ein weiterer Grund für eine Übersäurerung sind chronsiche Krankheiten der Lunge, Leber und Nieren. Eine echte Übersäuerung mit Symptomen wie Atemnot, Herzrasen und blau gefärbten Lippen muss sofort im Krankenhaus behandelt werden.

Mythos 3: "Milch macht Krebs"

Dass Milch krebserregend ist, wurde bisher noch nicht bestätigt. Aus dem Bericht des World Cancer Research Fund (WCRF) von 2007 geht hervor, dass das Risiko an einem kolorekatlen Karzinom (Krebs im Darm) sogar durch den Verzehr von Milch verringert wird. Es wird vermutet, dass dieser Effekt auch auf Blasenkrebs zutrifft. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG) wirkt Milch risikosenkend auf Darm- und Dickdarm, sowie Brust- und Magenkrebs. Ebenso stellten das Kompetenzzentrum für Ernährung Bayern (KErn) und das Max Rubner-Institut Karlsruhe (MRI) fest, dass die Inhaltsstoffe Calcium, typische Milchfettkomponenten und Proteine, z.B. Casein, Entzündungsprozesse im Körper stoppen und Abwehrstoffe aktivieren

Mythos 4: "Milch führt zu Bauchschmerzen und Blähungen"

Milch und Milchprodukte führen nicht zwingendermaßen zu Bauchschmerzen und Blähungen. Als der Mensch vor 12000 Jahren im Orient begann Viehzucht zu betreiben, konnte Milch noch nicht verdaut werden, da sich das Enzym Laktase nach dem Kindesalter nicht mehr bildete. Eine genetische Mutation sorgte hingegen dafür, dass es bis heute für uns Menschen möglich ist, Milch zu verdauen. In asiatischen Ländern konnte lange Zeit der Calciumbedarf über andere Lebensmittel wie grünem Blattgemüse gedeckt werden. So pflanzten sich die Menschen dort ohne das Enzym Laktase fort, weshalb noch heute viele Asiaten keine Milch vertragen. In Europa wurde Milch jedoch eine immer bessere Calciumquelle, weshalb die Genmutation an die nächsten Generationen weitergegeben wurde - wenn auch nicht an jeden. Im Schnitt leiden 20% der Europäer an einer Laktoseintoleranz. Nur wer den Milchzucker nicht verträgt, muss mit Bauchschmerzen und Blähungen rechnen.

Mythos 5: "Von Milch bekommt man Pickel und Akne"

Viele Menschen berichten von Pickeln und Akne, wenn sie vermehrt Milch und Milchprodukte kosumieren. Tatsächlich spielen aber noch weitere Faktoren wie Hauttyp, Veranlagung und hormonelle Veränderungen eine Rolle. Verantworlich für die Hautprobleme soll das IGF-1 stimulierende Hormon sein, welches auf Wachstumshormone wirkt. Bewiesen ist das jedoch nicht.

Mythos 6: "Milch belastet das Hormonsystem"

Hormone sind natürliche Regelfaktoren, die in jedem Körper und jeder Pflanze zu finden sind. So kommen sie in Kuhmilch vor, aber auch in Fleisch, Soja, Leinsamen oder Kichererbsen. Für die Milchproduktion sind Hormone wichtig, da eine Kuh nur mit genügend Oxytocin ("Kuschelhormon") Milch gibt. In ihr sind Östrogen, Progesteron und das IGF-1 enthalten. Es ist richtig, dass diese Hormone beim Verzehr von Milch auch in den Körper gelangen, jedoch dort nicht gespeichert werden, da Hormone innerhalb von Minuten im Körper abgebaut werden. Evolutionärbedingt dürfen Hormone aus der Milch, ob menschliche Muttermilch oder Kuhmilch, das Hormonsystem des Kindes nicht beeinflussen. Daher werden die aufgenommenen Hormone bereits im Magen-Darm-Trakt abgebaut und ausgeschieden. Diese Funktion existiert auch noch bei Erwachsenen. Laut des Bundesinstitutes für Risikobewertung ist die tägliche Produktion von Sexualhormonen beim Menschen viel höher als über die Nahrung aufgenommen wird.  

Mythos 7: "Pflanzliche Milch ist besser als Kuhmilch"

Welche Milch nun besser oder gesünder, darüber lässt sich streiten. Milch aus konventioneller Herstellung hat oft schlechtere Werte und einen größerern ökologischen Fußabdruck als Milch vom Biobauern nebenan. Dahingegen hat pflanzliche Milch, z.B. Mandelmilch, ebenfalls einen großen ökologischen Fußabdruck, da die Mandeln per Schiff verschickt werden. Auch billige Hafer- und Sojamilch schneidet im Vergleich nicht gut ab, da sie oft im Ausland zu anderen Standards produziert werden. Wer sich sicher sein möchte, greift am besten zu Bio-Milch. Egal ob von der Pflanze oder vom Tier. Und es gilt: Die Menge macht das Gift!

Autor: Christina Liersch