
Kaum ein anderer Monat bietet ein so großes Angebot an regional geerntetem Gemüse wie der September. Über 30 Sorten aus Freilandanbau kommen jetzt gleichzeitig auf den Markt, von Kohl über Wurzelgemüse bis zu den letzten Tomaten und Paprika der Saison. Wer weiß, wonach er greifen soll, spart Geld und bekommt nebenbei ein Maximum an Vitaminen und Ballaststoffen.
Was Fachleute sagen
Die Verbraucherzentrale zählt Äpfel, Birnen, Brombeeren, Erdbeeren, Mirabellen, Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen, Zwetschgen und Trauben zum Kernsortiment des September-Obstes. Beim Gemüse sind es vor allem Kohlsorten, Wurzelgemüse und Blattgemüse wie Spinat und Feldsalat, ergänzt durch Tomaten, Paprika, Auberginen, Zucchini, Mais, Möhren, Rote Bete, Pastinaken und Bohnen.
Der ernährungsphysiologische Nutzen ist gut belegt. Möhren liefern pro 100 Gramm nur rund 40 Kalorien, dafür aber knapp 3 Gramm Ballaststoffe und viel Beta-Carotin, aus dem der Körper Vitamin A bildet. Zucchini bringt es sogar nur auf 23 Kalorien pro 100 Gramm bei einem Wassergehalt von über 93 Prozent, ideal für leichte Herbstgerichte. Bei Äpfeln senken die enthaltenen Polyphenole, insbesondere Quercetin, laut Untersuchungen das LDL-Cholesterin um etwa 5 bis 8 Prozent. Ballaststoffe und Antioxidantien in Äpfeln werden zudem mit einem geringeren Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Obst-Steckbriefe: Was jetzt reif vom Baum kommt
Äpfel und Birnen sind die Stars des Monats. Achten Sie beim Kauf auf feste Schale ohne Druckstellen. Mini-Rezeptimpuls: Apfelscheiben mit Zimt und Haferflocken im Ofen kurz karamellisieren, als Topping fürs Porridge.
Pflaumen und Zwetschgen sollten leicht nachgeben, wenn man sie sanft drückt, das zeigt Reife. Sie eignen sich hervorragend für ein schnelles Kompott ohne zugesetzten Zucker, da die Fruchtsäure für Frische sorgt.
Trauben gibt es im September in großer Sortenvielfalt. Kernlose Sorten sind praktisch für den Snack zwischendurch, kernhaltige oft intensiver im Geschmack. Mini-Rezeptimpuls: halbierte Trauben in einen Herbstsalat mit Feldsalat und Walnüssen geben.
Brombeeren, Mirabellen, Pfirsiche und Nektarinen laufen zum Saisonende, jetzt sind sie oft besonders süß und preiswert, weil Direktvermarkter die letzten Bestände abverkaufen.
Gemüse-Steckbriefe: Die Basis für herbstliche Küche
Möhren sind ein echtes Allroundgemüse: roh als Snack, gegart als Beilage, im Ofen mit Honig und Thymian geröstet. Ihr niedriger Energiegehalt bei hohem Wassergehalt macht sie zum idealen Sattmacher ohne Reue.
Rote Bete bringt Farbe auf den Teller und liefert Antioxidantien. Gekocht, gerieben roh im Salat oder als Ofengemüse, sie verträgt viele Zubereitungsarten.
Zucchini ist im September noch reichlich vorhanden und extrem kalorienarm. Mini-Rezeptimpuls: in dünne Streifen geschnitten, kurz angebraten, mit Zitrone und Parmesan als leichte Beilage.
Kohl, Pastinaken, Sellerie, Mais und Bohnen ergänzen das Angebot. Ein Ofengemüse-Mix aus Möhren, Rote Bete, Sellerie und Zucchini mit Olivenöl und Rosmarin ist im September fast ein Klassiker, schnell vorbereitet, lange satt.
Kräuter-Steckbriefe: Aroma für die letzten warmen Tage
Basilikum, Dill, Petersilie, Schnittlauch, Minze, Oregano, Majoran, Kerbel, Liebstöckel, Rosmarin und Thymian haben im September noch einmal Hochsaison. Die sekundären Pflanzenstoffe in vielen dieser Kräuter wirken traditionell verdauungsfördernd und leicht entzündungshemmend, wissenschaftlich ist das nicht abschließend belegt, aber die Aromatik allein lohnt den Griff zum frischen Bund statt zum Trockenglas. Mini-Rezeptimpuls: eine Handvoll gemischte Kräuter fein gehackt über Ofengemüse oder in einen Joghurt-Dip rühren.
Typische Fehler beim Saisoneinkauf
Viele greifen aus Gewohnheit zu Importware, obwohl die regionale Alternative gerade Saison hat, günstiger ist und oft aromatischer schmeckt. Ein weiterer Irrtum: Saisongemüse wird zu lange gelagert, statt es zeitnah zu verarbeiten, dabei verlieren viele Vitamine schon nach wenigen Tagen an Wirkung. Auch wird Kräuter-Saison oft unterschätzt, frischer Thymian oder Rosmarin aus dem eigenen Garten schmeckt intensiver als getrocknete Ware aus dem Supermarktregal.
Fazit
Der September bietet die größte Vielfalt an regionalem Obst, Gemüse und Kräutern im ganzen Jahr, und das oft zu deutlich günstigeren Preisen als im Supermarkt. Wer gezielt auf Wochenmarkt und Direktvermarkter setzt, isst nicht nur frischer, sondern spart auch beim Einkauf.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische oder fachliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.
Häufige Fragen
Welches Obst hat im September Saison?
Ist Wochenmarkt-Gemüse wirklich günstiger als im Supermarkt?
Welche Nährwerte stecken in September-Gemüse wie Möhren und Zucchini?
Welche Kräuter haben im September noch Saison?
Quellen
- Sonar Pro: Saisonkalender September: Dieses Obst und Gemüse ist jetzt frisch und günstig
- Saisonkalender September: Welches Obst und Gemüse jetzt Saison hat
- Karotte (Mohrrübe, Möhre) roh | Kalorien | Nährwerte
- Saisonkalender September – Obst & Gemüse
- Apfelscheiben: Kalorien, Nährwerte und gesundheitliche Vorteile
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