Unsichtbare Keimfallen: 4 Orte im Hotelzimmer, an denen es vor Bakterien nur so wimmelt

Die Koffer sind ausgepackt, das Bett sieht schneeweiß und frisch bezogen aus – der Aufenthalt im Hotel könnte so entspannt beginnen. Doch der erste Eindruck täuscht oft gewaltig. Selbst in luxuriösen Sterne-Hotels herrscht beim Reinigungspersonal oft akuter Zeitdruck. Das führt dazu, dass Oberflächen zwar optisch sauber wirken, bei genauerem Hinsehen jedoch von unsichtbaren Keimen wimmeln. Dabei lauern die gefährlichsten Bakterien-Hotspots keineswegs auf der Toilettenbrille, sondern an Orten und Alltagsgegenständen, die fast jeder Gast völlig unbedacht berührt. Welche 4 versteckten Keimschleudern Sie bei Ihrer nächsten Reise unbedingt meiden sollten und mit welchen einfachen Hygiene-Tricks Sie sich effektiv schützen, lesen Sie hier.

Mann liegt erschöpft auf Hotelbett© iStock/bernardbodo

Bakterien und Viren gehören zu unserem Alltag. Täglich ist unser Körper unzähligen Erregern ausgesetzt. Besonders dicht ist die Keimbelastung naturgemäß dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen: In U-Bahnen, Bussen oder Supermärkten sind Oberflächen oft unsichtbar belastet. Aber auch Türklinken im Büro oder Fahrstuhlknöpfe sind echte Hotspots. Das Problem: Viren und Bakterien sind zäh. Je nach Umweltbedingung können die Krankheitserreger auf trockenen, leblosen Oberflächen erstaunlich lange überleben:

  • Grippeviren: bis zu 2 Tage

  • Rhinoviren (Erkältungen): bis zu 7 Tage

  • Noroviren (Magen-Darm): bis zu 7 Tage

  • Rotaviren: mehrere Wochen

  • Streptokokken: mehrere Monate

Ein gesundes Immunsystem fängt die meisten dieser Angreifer problemlos ab. Immer wieder gelingt es den Mikroben jedoch, unsere Abwehrkräfte zu überrumpeln. Die Folge sind Erkältungen, Grippe, Magen-Darm-Infekte oder Entzündungen. Für den Alltag gilt daher die goldene Hygieneregel: Regelmäßig gründlich die Hände waschen, unterwegs desinfizieren und das Gesicht möglichst wenig mit den Fingern berühren.

Die unsichtbaren Urlaubs-Mitbewohner

Nicht nur in öffentlichen Räumen lauern Erreger – auch in den eigenen vier Wänden und im Hotelzimmer warten die winzigen Mikroben. Während wir zu Hause selbst für die nötige Hygiene sorgen können, geben wir die Kontrolle im Urlaub aus der Hand. Und so betten wir uns im verdienten Urlaub unbemerkt mitunter im Keimgut anderer Leute.

Zwar werden Hotelzimmer täglich gereinigt und vor allem seit der Corona-Pandemie gelten in vielen Häusern strengere Hygiene-Protokolle. Das Problem liegt jedoch meistens nicht am guten Willen, sondern am enormen Zeitdruck: Das Reinigungspersonal muss oft im Akkord arbeiten. Für eine tiefenreine Desinfektion aller Winkel und Geräte bleibt im Alltag schlicht keine Zeit.

Die gute Nachricht vorweg: Toiletten und Duschen gehören in soliden Hotels paradoxerweise oft zu den saubersten Orten, da sie standardmäßig intensiv geputzt werden. Bei den folgenden Gegenständen sollten Sie hingegen wachsam sein.

1. Die Fernbedienung

Sie gehört zur Standardausstattung fast jedes Hotelzimmers und wird nach einem langen Sightseeing-Tag oder für den morgendlichen Wetterbericht gern genutzt. Leider ist die Fernbedienung statistisch gesehen der schmutzigste Gegenstand im ganzen Raum. Sie wird beim Putzen oft übersehen oder nur oberflächlich abgewischt – obwohl sie von fast jedem Gast intensiv angefasst wird. Neben klassischen Erkältungsviren tummeln sich hier häufig E. coli-Bakterien, die durch mangelnde Handhygiene nach dem Toilettengang auf die Tasten gelangen.

  • Urlaubstipp: Packen Sie für die Reise ein paar transparente Gefrierbeutel ein. Stecken Sie die Fernbedienung einfach hinein – sie lässt sich problemlos hindurch bedienen, während Ihre Hände geschützt bleiben.

2. Die Key-Card (Zimmerschlüssel)

Die Keimkette beginnt oft schon vor dem Betreten des Zimmers. Plastik-Key-Cards und Schlüssel wandern täglich durch unzählige Hände: von Gästen über das Personal an der Rezeption bis hin zu den Reinigungskräften. Nach dem Check-out landen sie meist direkt in einer Box, um ungereinigt an den nächsten Gast übergeben zu werden.

  • Urlaubstipp: Wischen Sie die Karte nach dem Erhalt kurz mit einem Desinfektionstuch ab und waschen Sie sich nach dem ersten Betreten des Zimmers gründlich die Hände.

3. Die Vorhänge

Während Teppiche und Polstermöbel in der Regel regelmäßig abgesaugt werden, bleiben die Vorhänge oft monatelang unberührt. Sie hängen schwer im Raum und fangen Staub, Tröpfchen vom Husten oder Niesen und Keime aller Art auf. Ein regelmäßiges Waschen ist schlicht zu aufwendig, da das Ab- und Aufhängen zu viel Zeit kostet. Das bestätigt auch das European Cleaning Journal, die Fachzeitschrift für den europäischen Reinigungssektor. Vermeiden Sie es daher, die Vorhänge großflächig mit den Händen zu berühren oder sich darin "einzuwickeln".

4. Der Zahnputzbecher

Er steht einladend am Waschbecken bereit, doch Vorsicht: Der Zahnputzbecher wird selten so gründlich gereinigt, wie man es von zu Hause kennt. Unter Zeitdruck nutzen Reinigungskräfte im schlimmsten Fall dasselbe Putztuch, mit dem zuvor andere Oberflächen im Bad abgewischt wurden. Wer daraus trinken oder die Zahnbürste hineinstellen möchte, riskiert den Kontakt mit fremden Bakterien.

  • Urlaubstipp: Spülen Sie den Becher vor der Nutzung mit kochendem Wasser aus dem Hotel-Wasserkocher aus oder nutzen Sie für die Zahnhygiene einfach ein eigenes, mitgebrachtes Mehrweg-Gefäß.

5. Der Lichtschalter am Nachttisch und die Nachttischlampe 

Neben der Fernbedienung ist der Lichtschalter direkt neben dem Bett ein absoluter Dauerkontakt-Punkt. Jeder Gast betätigt ihn im Dunkeln, oft direkt nach dem Aufwachen oder kurz vor dem Einschlafen. Da er optisch selten schmutzig wirkt, wird er beim schnellen Wischen oft komplett vergessen.

6. Der Wasserkocher

Ein heißer Tee auf dem Zimmer klingt gemütlich. Doch Wasserkocher in Hotelzimmern werden selten entkalkt oder von innen tiefengereinigt. Schlimmer noch: In sozialen Netzwerken kursieren immer wieder Berichte von Gästen, die den Kocher zweckentfremden, um darin Socken oder Unterwäsche auf Reisen durchzuwaschen.

  • Urlaubstipp: Schauen Sie vor der Nutzung unbedingt kurz hinein. Lassen Sie das Wasser einmal komplett aufkochen und schütten Sie die erste Ladung weg, bevor Sie sich ein Getränk zubereiten.