
Weniger Auswahl, mehr Erfolg?
Die Idee klingt zunächst überraschend: Immer wieder dieselben Gerichte essen – und damit erfolgreicher abnehmen. Genau das zeigt eine aktuelle Untersuchung, die im Fachjournal Health Psychology veröffentlicht wurde.
In der Studie wurden die Ernährungsdaten von 112 Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas analysiert, die an einem strukturierten Abnehmprogramm teilnahmen. Über einen Zeitraum von zwölf Wochen dokumentierten sie ihre Mahlzeiten sowie ihr Gewicht mithilfe einer App und vernetzter Waagen.
Das Ergebnis: Teilnehmende, die häufig auf wiederkehrende "Go-to"-Mahlzeiten setzten, verloren im Schnitt mehr Gewicht als jene mit abwechslungsreicher Ernährung. Konkret lag der Gewichtsverlust bei rund 5,9 Prozent des Körpergewichts – im Vergleich zu 4,3 Prozent bei einer variableren Ernährung.
Der entscheidende Faktor: Konstanz
Neben der Wiederholung von Mahlzeiten spielte ein zweiter Punkt eine zentrale Rolle: die tägliche Kalorienkonstanz.
Die Forschenden stellten fest, dass größere Schwankungen in der Kalorienzufuhr mit geringeren Abnehmerfolgen verbunden waren. Bereits eine Abweichung von etwa 100 Kalorien pro Tag konnte den Gewichtsverlust messbar reduzieren – im Schnitt um rund 0,6 Prozent.
Das deutet darauf hin, dass nicht nur was wir essen entscheidend ist, sondern auch wie regelmäßig wir es tun.
Warum Wiederholung helfen kann
Ein möglicher Grund für diesen Effekt liegt im Alltag vieler Menschen: der ständigen Entscheidungsflut rund ums Essen.
Wer feste Mahlzeiten etabliert, reduziert die tägliche Auswahl und damit auch die mentale Belastung. Fachleute sprechen hier von "Entscheidungsmüdigkeit". Weniger Entscheidungen können dazu beitragen, gesunde Routinen leichter einzuhalten.
Ein strukturierter Essensplan könnte also dabei helfen, langfristig konsequenter zu bleiben – ein entscheidender Faktor beim Abnehmen.
Kein Freifahrtschein für eintönige Ernährung
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse warnen Expertinnen vor falschen Schlussfolgerungen. Die Studie zeigt lediglich einen Zusammenhang, aber keinen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Beweis.
Zudem kommt es entscheidend auf die Qualität der Mahlzeiten an: Wer immer das Gleiche isst, sollte darauf achten, dass diese Lebensmittel ausgewogen und nährstoffreich sind. Andernfalls besteht das Risiko von Nährstoffdefiziten.
Fazit
Die Studie liefert einen spannenden Ansatz für alle, die abnehmen möchten: Weniger Vielfalt auf dem Teller könnte tatsächlich helfen, Gewicht zu verlieren – vorausgesetzt, die Ernährung bleibt ausgewogen.
Konstante Routinen und feste Mahlzeiten könnten damit ein einfacher, alltagstauglicher Schlüssel zu mehr Erfolg beim Abnehmen sein.


