
Nach der Geburt eines Kindes ist das Leben nicht mehr so, wie es vorher war. Nicht nur der Alltag einer frisch gebackenen Mutter hat sich vollkommen verändert – auch der Körper ist nicht mehr so wie früher. Viele Mütter verspüren daher irgendwann den Wunsch, wieder mit dem Sport anzufangen. Doch welche Sportarten eignen sich besonders gut für den Einstieg? Und worauf sollte man achten, um sich nicht zu überfordern?
Zuerst den Beckenboden in Form bringen
Durch Schwangerschaft und Entbindung wird der Beckenboden ziemlich strapaziert. Leichte Blasenschwäche kann die Folge sein. Daher ist es wichtig, frühzeitig mit einem Beckenboden-Training anzufangen. Sanfte Übungen können bereits während des Wochenbettes ausgeführt werden, sofern sie sich gut anfühlen. Später folgt dann idealerweise ein Rückbildungskurs.
Nach dem Wochenbett kann man achtsam anfangen, den Körper weiter mit Yoga oder Pilates für den Beckenboden zu stärken. Dabei handelt es sich um ein Ganzkörpertraining, das – wenn es ruhig und mit dem Atem in Einklang ausgeübt wird – auch für Entspannung im Geist sorgt. Vor allem während der ersten intensiven Monate tut es vielen Müttern gut, wenn sie es schaffen, sich ein paar Minuten nur auf sich und ihren Körper zu konzentrieren.
Kurse für Mama und Baby
Mittlerweile werden auch an vielen Orten Sportkurse angeboten, die Mütter mit ihren Babys zusammen machen können. Das hat den Vorteil, dass Sie nicht extra einen Babysitter brauchen und sich nicht von Ihrem kleinen Lieblingsmenschen trennen müssen. Wird das Baby zwischendurch hungrig oder benötigt eine frische Windel, kann es direkt versorgt werden.
Ein Beispiel für eine solche Sportart ist das Kangatraining – benannt nach dem Känguru aus „Winnie Puuh“. Dabei sitzt das Baby bequem in einer Tragehilfe vor der Brust der Mutter, während diese Übungen für den Beckenboden, die Beine und den Oberkörper absolviert. Durch das zusätzliche Gewicht wird der Fitness-Effekt noch verstärkt. Auch mit quengeligen Babys ist Kangatraining meist kein Problem, im Gegenteil: Durch das sanfte Schaukeln kommen sie gut zur Ruhe und schlafen schnell ein.
Andere Eltern nutzen die Zeit, die sie ihre Kleinen mit dem Kinderwagen umherschieben, praktischerweise für ein Work-Out. „Buggy-Fitness“ nennt man das Joggen oder Walken mit Kinderwagen. Diese Sportart bringt die ganze Familie an die frische Luft, sorgt für Entspannung bei den Kindern und ein gutes Unterkörper-Training bei den Eltern.
Das ist wichtig beim Sport nach der Geburt
Wenn Sie wieder ins Training einsteigen, gibt es ein paar Dinge besonders zu beachten. Das Wichtigste: Bitte nicht überfordern! In der Schwangerschaft und bei der Geburt vollbringt der weibliche Körper Höchstleistungen. Es ist nicht verwunderlich, dass er anschließend eine Pause benötigt. Daher sollten frisch gebackene Mütter unbedingt darauf achten, sanft mit sich und ihrem Körper umzugehen.
Direkt nach der Entbindung sollte man außerdem weder joggen noch springen. Die Trend-Sportart Jumping Fitness (Trampolinspringen) beispielsweise ist schon während der Schwangerschaft tabu.
Auch in andere intensivere Sportarten sollte man frühestens 12 Monate nach der Entbindung vorsichtig wieder einsteigen. Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, sich das Okay der behandelnden Ärztin oder Hebamme einzuholen. Auch Bauchmuskelübungen werden zunächst besser vermieden. Stattdessen lieber die gesamte Körpermitte oder gleich den ganzen Körper trainieren.
Viele Frauen haben durch die Erfahrung einer Schwangerschaft einen neuen und anderen Bezug zu ihrem Körper bekommen. Dies sollten sie nutzen, um achtsam in sich hineinzuspüren, welche Bewegungen und Übungen ihnen wirklich guttun.


