21. August 2013
Die richtige Sportart für Körper und Seele

Ich will ja, aber ...

Rückenschmerzen, die Beweglichkeit lässt nach, drei Kilo zu viel – alles kein Grund, das Handtuch zu werfen. VITAL hilft Ihnen, die passende Sportart für sich zu entdecken.

Frau joggt draußen
© istockphoto
Frau joggt draußen

Die Probleme der Wechseljahre

Versuchen Sie es mal mit Kundalini-Yoga. Die traditionelle Yogaform „wandelt negative in positive Energie um und hilft Ihnen somit dabei, mit Lebensfreude für alles offen zu sein“, schreiben die Trainerinnen Miriam Wessels und Heike Oellerich in ihrem Ratgeber „Kundalini Yoga“ (GU, 80 Seiten, 19,99 Euro). Der Mix aus dynamischen Übungen mit intensiver Atmung und anschließenden Ruhephasen, in denen Sie der Wirkung in Ihrem Körper nachspüren, hilft super gegen die typischen Beschwerden der Wechseljahre. Einfach nur sein, sich selbst annehmen – darauf kommt es an. Nach der abschließenden Tiefenentspannung und Meditation fühlen Sie sich, als könnten Sie „Berge versetzen“. Oder, wie die Autorinnen sagen: „Kundalini-Yoga ist ein Abenteuer, auf das es sich einzulassen lohnt.“ Genauso wie Ihr neuer Lebensabschnitt.

Zum Ausprobieren: Setzen Sie sich in den Schneidersitz. Die Wirbelsäule bleibt aufrecht. Schließen Sie nun die Augen und bewegen Sie Ihre Arme wie beim Kraulschwimmen. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich im Wasser und müssen zum Ufer gelangen. Ihre Bewegungen sind dynamisch, die Atmung gleichmäßig. Infos auf www.3ho.de

Hilft auch gegen: schlechte Haltung, Verdauungsprobleme, innere Unruhe, Stress.

Beim Sport fühle ich mich immer so unbeweglich

Versuchen Sie es mal mit Aqua Zumba. Falls Sie Zumba ganz interessant finden, Ihnen aber schon beim Anblick der Trockenvariante die Hüfte knackt, verlegen Sie die Tanzstunde doch einfach ins Wasser! Aqua Zumba verbindet lateinamerikanische Tänze mit Elementen aus der Wassergymnastik. Das schult Ihre Beweglichkeit und Körperkoordination. Gleichzeitig entlastet das geringere Körpergewicht unter Wasser die Gelenke. Da können Sie zusätzlich problemlos Ihre Ausdauer trainieren und in einer Stunde bis zu 450 Kalorien verbrennen. Jede Menge Spaß ist inklusive, denn das Tanzen unter Wasser verzeiht auch den einen oder anderen verpatzten Schritt – weil’s keiner sieht.

Zum Ausprobieren: Viele Fitnessstudios und Schwimmbäder bieten bereits Aqua Zumba an. Infos finden Sie auf www.zumba.de – und sogar passende Musik, falls Sie mal für sich trainieren möchten. Einfach auf einen wasserdichten MP3-Player herunterladen und loslegen.

Macht schön locker: abwechselnd mit Füßen und Armen nach vorn kicken. Setzen Sie dabei die Hüften mit ein.

Hilft auch gegen: Übergewicht.

Der Gedanke an Fitness schreckt viele ab

Eher Couchpotatoe als Fitnessfreak

Versuchen Sie es mal mit Bokwa und tanzen Sie Buchstaben. Das hat nichts mit Eurhythmie nach Rudolf Steiner zu tun. Bokwa ist so simpel und doch dynamisch, dass Sie bestimmt schon in der ersten Minute Feuer fangen. Das Tolle: Bokwa kommt ohne feste Choreografie aus, Sie müssen sich keine langen Schrittfolgen merken. Statt dessen bewegen Sie sich in gedachten Buchstaben und Zahlen. Einfach den Kopf abschalten, sich von Chartmusik mitreißen lassen und den inneren Schweinehund wegtanzen! Dabei produzieren Sie massenhaft Glückshormone und verbrennen mit der Kombination aus afrikanischem Tanz, Aerobic, Capoeira und Kickboxen mehr Kalorien als bei vielen anderen Sportarten. Kein Wunder, dass Bokwa der ab solute Renner auf der diesjährigen Internationalen Leitmesse für Fitness, Wellness & Gesundheit (FIBO) in Köln war.

Zum Ausprobieren: Motiviert? Trainingsadressen finden Sie unter www.bokwafitness.com. Tanzen Sie zur Einstimmung doch mal das „I“, indem Sie auf zwei imaginären Punkten nach vorn und hinten springen, von einem Fuß auf den anderen. Die Arme schwingen jeweils zu einer Seite mit.

Frau macht Yoga
© Hemera
Frau macht Yoga

Hilft auch gegen: Übergewicht, fehlende Ausdauer.

Meine Schwache Blase nervt. Kann ich sportlich was tun?

Versuchen Sie es mal mit Vibrationstraining. Das ist doch kein Sport, denken Sie? Geben Sie der Sache eine Chance. Die Schwingungen von „Power- Plate“ und „Galileo“ setzen in Verbindung mit gezielten Übungen genau da an, wo’s hapert – im Beckenboden – und folgen einem einfachen Prinzip. „Das Vibrationstraining ist eine Methode, die die Muskeln reflexartig trainiert, da die schnelle Rüttelbewegung des Gerätes eine Kontraktion im Muskel hervorruft“, erklärt Dr. Silke von der Heide von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. Unterm Strich werden Durchblutung, Spannungsund Leistungsfähigkeit der Muskeln verbessert. Optimale Ergebnisse verspricht eine Kombination mit Physiotherapie auf und neben dem Vibrationstrainer.

Zum Ausprobieren: Setzen Sie sich auf das Gerät (steht in vielen Fitness-Studios) und stellen Sie die Füße davor hüftbreit auf. Hände auf die Knie und drücken, sobald die Vibration beginnt. Den Rücken gerade halten. Nach 20 Sekunden entspannen Sie, indem Sie einen Buckel machen. Wiederholen Sie die Übung 5-mal. Weitere Infos unter www.kontinenzgesellschaft.de

Hilft auch gegen: Osteoporose, Durchblutungsstörungen und Erkrankungen des Nervensystems

Sport ist immer gut für die Gesundheit

Ich fühle mich zu dick für Sport

Versuchen Sie es mal mit Balance Swing. Denn bei der neuen Version des Trampolinspringens geht alles beschwingt und locker zu, aber Sie heben nicht ab wie früher. Ein Fuß hält immer Kontakt zum Sprungtuch. Also eher ein Schwingen als ein Hüpfen. Das belastet die Gelenke weniger, darum eignet sich das Training auch für Übergewichtige. Der Mix aus Cardio- und Balancetraining auf dem Trampolin soll außerdem dreimal so effektiv wie Joggen sein und gleichzeitig unsere Körperzellen aktivieren, die sich dann weiten und eingelagertes Fett besser hinauslassen. Klingt perfekt.

Zum Ausprobieren: Vielleicht haben Sie oder Freunde ja ein Trampolin von den Kindern. Nach dem Warm-up (leichtes Schwingen) ziehen Sie dann Ihr rechtes Knie hoch, sodass das Bein einen rechten Winkel bildet. Mit dem linken Fuß schwingen Sie leicht hoch und runter.Dann umgekehrt. 16 Wiederholungen pro Seite. Mini-Trampoline, z.B. das Modell „MT 100“ von Decathlon, kosten nur ca. 35 Euro (www.decathlon.de). Weitere Infos auf www.balance-swing.de

Frau macht Zumba
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Frau macht Zumba

Hilft auch gegen: Rückenschmerzen, Gelenk- oder Gleichgewichtsprobleme.

Schmerzen beim Sport

Versuchen Sie es mal mit Functional Training. Wer kennt das nicht? Kurz mal den Einkaufskorb anheben, schon zwackt der Rücken. Functional Fitness kann helfen, denn sie trainiert komplette Bewegungsabläufe und Muskelgruppen. Das macht fit für das tägliche Leben, eignet sich aber auch als Ergänzung zu Ihrem Lieblingssport. Beispiel: Beim Joggen legen Sie zwar Ausdauer an den Tag, doch die Beine werden schon nach wenigen Minuten schwer? Das kann daran liegen, dass Sie Ihre Muskeln bisher stets auf die gleiche Art trainiert haben. Functional Training setzt in der Tiefenmuskulatur an und stärkt von da aus Muskelketten, die wir für unseren Sport brauchen.

Zum Ausprobieren: Eine Übung, die den Rumpf stabilisiert und die Hüften beweglich macht. In Liegestützposition Bauch und Po anspannen, linkes Bein seitlich anheben und zum linken Ellbogen ziehen. 8-mal pro Seite. Mit einer „Kettlebell“-Hantel (z. B. von Alex, ca. 12 Euro, www.karstadt.de) können Sie das Training intensivieren. Weitere Übungen in dem Buch „Functional Fitness“ von Björn Kafka und Olaf Jenewein, Delius Klasing, 176 Seiten, 24,90 Euro.

Hilft auch gegen: Nackenverspannungen, schlechte Haltung, Beckenbodenprobleme.

Verspannungen im ganzen Körper

Versuchen Sie es mal mit Qigong. Die chinesische Bewegungsform gilt in ihrer Tradition auch als Medizin. Denn Qigong vereint Körper und Geist und löst Energieblockaden. Das harmonische Zusammenspiel aus fließenden Bewegungen und gleichmäßiger Atmung spendet uns Kraft, reinigt den Körper und schenkt uns viel neue Energie.

Zum Ausprobieren: Stellen Sie sich hüftbreit hin. Die Arme entspannt hängen lassen und vor dem Körper ein schmales „O“ formen. Beim Einatmen die Arme langsam nach oben bewegen. Die Handflächen zeigen dabei nach oben und der Kopf dreht sich nach links. Auf Brusthöhe drehen Sie die Handflächen nach unten und lassen die Arme langsam wieder sinken. Dabei atmen Sie gleichzeitig aus und drehen den Kopf wieder nach vorn. Führen Sie die Übung anschließend zur anderen Seite aus. 4 bis 8 Wiederholungen. Weitere Übungen finden Sie in „Qigong & Osteopathie“ von Dieter Beh und Johannes Weingart, blv, 160 Seiten, 12,99 Euro.

Hilft auch gegen: Verdauungsprobleme, Konzentrationsschwäche, Nervosität, Ängste, Gelenkprobleme.

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