Mundschutzpflicht Sport mit Mundschutz - wie gefährlich ist das?

In Bus und Bahn, im öffentlichen Verkehr und nun auch in Fitnessstudios: Es herrscht Mundschutzpflicht. Doch wie gefährlich ist ein Mundschutz beim Fitness oder auch Joggen an der frischen Luft? Oder ist er gar sinnvoll?

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Aufgrund des Corona-Virus gilt in Deutschland eine Mundschutzpflicht im Einzelhandel, beim Friseur und im öffentlichen Bus- und Bahnverkehr. In Fitnessstudios sollen ebenfalls bald Masken getragen werden. Doch wie sinnvoll ist das? Und sollten auch Jogger an der frischen Luft eine Schutzmaske tragen?

Die richtige Maske für das Fitnessstudio

Im Fitnessstudio sollten Sportler bevorzugt auf eine Maske setzen, die aus einem Nylon-Elastan-Gemisch besteht. Dieser Stoffmix ist ähnlich dem von Sportshirts oder Badeanzügen und hat die besondere Eigenschaft schnell zu trocknen. Baumwollmasken oder chirurgische Masken, sowie FFP-Masken feuchten zu schnell durch und sind dadurch der ideale Nährboden für Viren, Bakterien und Keime. Außerdem sinkt die Sauerstoffsättigung im Körper beim Tragen von Baumwollmasken um bis zu fünf Prozent, bei FFP2-Masken sogar bis zu sieben Prozent, da Letztere nicht genügend Sauerstoff durchlassen. Das kann gefährlich werden! 

Maske beim Training - Das gibt es zu beachten:

Wichtig ist jetzt, dass Sportler im Training auf ihren Körper hören und bei zu hoher Belastung pausieren oder das Training abbrechen.  Mit einem Mundschutz erhöht sich der Widerstand, sodass das Atmen noch schwerer fällt, weshalb z. B. Asthmatiker und COPD-Patienten nicht mit einer Maske im Studio trainieren sollten. Nimmt der Körper durch die Maske zu wenig Sauerstoff auf, äußert sich das durch ein Schwächegefühl, Schwindel und ein allgemeines Unwohlsein

Für die Trainingsgestaltung ist es ratsam, HIIT-Übungen im Ausdauerbereich um 20 Prozent, im Krafttraining um sogar 30 Prozent zu reduzieren. Ein moderates Training ist jetzt sinnvoll, um Lunge und Körper nicht zu überlasten. Sinnvoll ist ebenfalls, die Herzfrequenz zu überwachen. Bei einer Dauerbelastung, z. B. beim Laufen auf dem Crosstrainer, sollte der Puls einen Wert von 190 minus Lebensalter nicht überschreiten. 

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Körperliche Anpassung wie beim Höhentraining?

Beim Sport braucht der Körper Sauerstoff, welcher durch tieferes und häufigeres Einatmen in den Körper gelangt. Die Muskulatur in den Bronchien und die Lunge müssen stärker arbeiten. Entsteht ein Sauerstoffmangel, bilden die Nieren vermehrt den Stoff Erythropoetin. Als Folge dessen bildet der Körper mehr Hämoglobin und rote Blutkörperchen, wodurch die Sauerstoffaufnahme verbessert werden soll. Spezielle Trainingsmasken, die zur Imitation der Begebenheiten beim Höhentraining zum Einsatz kommen, versprechen, den Körper an eine geringere Sauerstoffzufuhr zu gewöhnen. Bewiesen ist das jedoch nicht. Mit einer Stoffmaske oder einem einfachen chirurgischen Mundschutz wird deshalb kein positiver Effekt in Bezug zum Sauerstofftransport im Körper zu erwarten sein. 

Eine Maske hat draußen keinen Sinn

Tatsächlich reicht es für Jogger, Radfahrer Sportler aus, wenn sie im Freien genügend Abstand (mindestens 1,5 Meter) zu anderen Personen halten. Die Ansteckungsgefahr ist dann äußerst gering. Eine Maske hat demnach für Sportler keinen Sinn. Um die Ansteckungsgefahr ebenfalls zu minimieren, sollten Parks mit vielen Menschen zum Joggen gemieden werden. Zum einen ist es anstrengend, ständig durch die Menschenmassen im Slalom zu laufen, zum anderen ist das Infektionsrisiko höher.

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Höheres Infektionsrisiko im Windschatten

Aufpassen sollten Jogger, die im Windschatten eines anderen Joggern laufen. Auch hier ist genügend Abstand von gut zehn Metern wichtig, da sich die Viren einige Zeit in der Luft halten, bevor sie zu Boden sinken. Für Spaziergänger, die im Windschatten anderen Personen gehen, gelten ca. fünf Meter Abstand, für Radfahrer 20 Meter. Eine Studie der Universitäten Eindhoven (Niederlande) und Leuven (Belgien) hatte ergeben, dass Sportler im Windschatten und bei nur 1,5 Metern Abstand ein erhöhtes Risiko haben, Aerosole, also feinste Tröpfchen, ins Gesicht zu bekommen.

Datum: 11.05.2020

Autor: Christina Liersch

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