26. Juli 2021
Sport nach Covid-19: Training nach Corona-Infektion

Sport nach Corona-Infektion: Sportmediziner warnt

Corona-Infektionen können ganz unterschiedlich ablaufen. Viele junge und fitte Menschen haben einen asymptomatischen oder leichten Verlauf. Doch auch lange, schwere Verläufe oder Spätfolgen wie Long-Covid können sportliche Personen ereilen. Ein Sportmediziner verrät Ihnen, was Sie bei Sport nach Covid-19 beachten müssen.

Sport nach Covid-19: „Keine intensiven Belastungen für 2 Wochen“

Ob Sie eine leichte, vielleicht sogar symptomfreie Corona-Infektion hatten oder mit einem schweren Covid-Verlauf im Krankenhaus lagen und wochenlang pausieren mussten – für alle Sportlerinnen und Sportler gilt: Lassen Sie sich nach der überstandenen Infektion vom Arzt oder Sportmediziner Ihres Vertrauens gründlich auf Herz und Nieren prüfen! Warum das so wichtig ist und wie solch eine Untersuchung aussieht, erklärt Ihnen Prof. Dr. med. Axel Preßler, Facharzt für Kardiologie, Innere Medizin und Sportmedizin aus München: „Der sportmedizinische Check-up sollte mindestens eine Untersuchung der Herz- und Lungenfunktion beinhalten, da diese Organe beim Sport stark gefordert werden. Für diese Untersuchung wird in der Regel ein EKG, ein Herzultraschall, ein Lungenfunktionstest und ein Belastungstest durchgeführt.“ Für Leistungs- und Profisportlerinnen ist das sowieso ein absolutes Muss – doch auch als Hobbysportler können Sie mit einer Untersuchung und einem Belastungstest auf Nummer sicher gehen, dass Sie Ihrem Körper mit einem Wiedereinstieg ins Training nichts Schlechtes tun.

Der Experte rät dazu, jegliche Symptome erst vollständig abklingen zu lassen und sogar noch länger mit dem Wiedereinstieg zu warten: „Um ganz sicherzugehen, hängen Sie noch drei bis fünf ‚Sicherheitstage‘ dran. Starten Sie Ihr Sportprogramm zunächst vor allem im Grundlagenbereich, um das Immunsystem nicht zu stark zu beanspruchen und den Körper langsam an die körperliche Anstrengung zu gewöhnen“, sagt der Prof. Dr. med. Preßler. Auch der Wissenschaftsrat der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e.V. (DGSP) weist in seinem Positionspapier „Return to Sport“ auf die Gefahren hin, die eine Covid-19-Erkrankung und verfrühte intensive Belastungen mit sich bringen können. Selbst bei einem symptomfreien Verlauf rät die DGSP dazu, „keine intensiven Belastungen für 2 Wochen“ durchzuführen. Warum Covid-19 für Sportler*innen so gefährlich werden kann, verraten wir Ihnen im Folgenden.

So gefährlich kann Corona für Sportler*innen sein

Bei nicht komplett auskurierten Infektionen oder schweren Verläufen kann das Coronavirus gefährliche Komplikationen an mehreren Organen hervorrufen. So kann es beispielsweise zu Vernarbungen an der Lunge kommen, die das Leistungsvermögen einschränken. Ebenso kann, wie bei anderen Infekten auch, eine Myokarditis oder Herzmuskelentzündung auftreten. Darüber hinaus kann Covid-19 in den Blutgefäßen, also Ihren Arterien und Venen, Entzündungen auslösen. Diese können Ihre Organe im schlimmsten Fall stark beschädigen. Eine verfrühte und unvorsichtige Rückkehr zu intensivem Sport kann deshalb zu schweren Schäden an Herz, Nieren, Leber, Gehirn und Nervensystem führen.

Daher gilt nach einer Covid-19-Infektion: Kurieren Sie sich vollständig aus und lassen Sie sich vor der Rückkehr zum Sport medizinisch untersuchen!

Im Video: Karl Lauterbach – Long-COVID für Sportler das größte Risiko

Schonende Sportarten nach überstandener Corona-Infektion

Nach überstandener Infektion mit Covid-19 sollten Sie langsam und vorsichtig ins sportliche Training einsteigen. Hören Sie dabei stets genau auf Ihren Körper, nehmen Sie Warnsignale ernst und brechen Sie das Training ab, falls Sie sich schlapp oder unwohl fühlen. Aufgrund Ihres geschwächten Zustands nach überstandener Corona-Infektion sollten Sie vorzugsweise mit schonenden Sportarten und Trainingsformen beginnen. Verzichten Sie auf intensives Intervalltraining, Sprints, schweres Hanteltraining sowie Extrem-Sportarten, bei denen möglicherweise Gefahren und Verletzungen drohen, z.B. Mountainbiking, Klettern, Skifahren oder Tauchen. Stattdessen eignen sich:

  • Langsames Ausdauertraining, z.B. Joggen, Nordic Walking oder Fahrradfahren,
  • Yoga und Pilates,
  • Wandern,
  • Krafttraining mit geringen Gewichten,
  • Schwimmen oder Aqua-Jogging.

Quellen: dgsp.de, sportmedizin.or.at

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