
Schwindel, Benommenheit, Sterne vor den Augen
Regelmäßiger Sport und ausreichend Bewegung sind wesentliche Bausteine für unsere körperliche und mentale Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, wöchentlich 150 Minuten sportliche Aktivität unterzukriegen. Die gute Nachricht: In Deutschland geben laut Techniker Krankenkasse 52 Prozent der Deutschen an, regelmäßig Sport zu treiben. Wie regelmäßig wir wirklich trainieren, zeigt eine Statista-Umfrage, laut der im Jahr 2021 mehr als 14 Millionen Menschen mehrmals wöchentlich Sport trieben und mehr als 15 Millionen Menschen zumindest mehrmals im Monat sportlich aktiv wurden.
Wenn der Körper die Notbremse zieht: Die 5 Warnsignale verstehen
Dass der Puls beim Sport steigt, ist gesund und gewollt. Doch wenn sich das Körpergefühl schlagartig verändert, sollten Sie aufmerksam werden. Oft kündigen sich Kreislaufprobleme durch spezifische Signale an, die über das normale "Außer-Puste-Sein" hinausgehen.
1. Der Blutdruck fällt: Der Effekt des abrupten Stopps
Ein klassisches Warnsignal tritt oft erst nach der Belastung auf. Wenn Sie einen intensiven Lauf oder ein schweres Krafttraining schlagartig beenden und regungslos stehen bleiben, fehlt die unterstützende Wirkung der Muskelpumpe. Dadurch nimmt der venöse Rückfluss zum Herzen ab, was kurzfristig zu einem Abfall des Blutdrucks führen kann. Die Folge: Es kann Ihnen schwarz vor Augen werden oder schwindelig werden. Achten Sie darauf, Belastungen mit einer moderaten Cool-down-Phase zu beenden.
2. Die Pressatmung als Kreislauf-Falle
Besonders beim Kraftsport neigen viele dazu, bei großer Anstrengung die Luft anzuhalten. Diese sogenannte Pressatmung erhöht den Druck im Brustraum und beeinflusst den Blutfluss zum Herzen. Dadurch kann es zu kurzfristigen Blutdruckveränderungen kommen. Wenn Ihnen während einer Übung plötzlich schwindelig wird oder Sie ein Pochen in den Schläfen spüren, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Kreislauf belastet wird – häufig durch einen ungünstigen Atemrhythmus.
3. Dehydrierung und sinkendes Blutvolumen
Haben Sie heute schon genug getrunken? Wenn durch starkes Schwitzen Flüssigkeit verloren geht und nicht ersetzt wird, sinkt das Blutvolumen. Das Herz muss dann stärker arbeiten, um den Körper weiterhin ausreichend zu versorgen. Ein trockener Mund, Müdigkeit oder leichtes Schwindelgefühl können Hinweise darauf sein, dass Ihr Körper Flüssigkeit benötigt. Besonders bei längerer oder intensiver Belastung kann es sinnvoll sein, neben Wasser auch Elektrolyte zuzuführen.
4. Das "Hungerast"-Phänomen: Die Unterzuckerung
Ein plötzlicher Kälteschauer, zitternde Hände oder ein flaues Gefühl in der Magengegend können darauf hindeuten, dass die verfügbaren Energiereserven erschöpft sind. Ohne ausreichend Glukose kann das Gehirn seine Leistung nicht optimal aufrechterhalten. Dies tritt vor allem bei längerer Ausdauerbelastung oder unzureichender Nahrungsaufnahme auf. Die Folge kann ein deutlicher Leistungsabfall sowie Schwindel sein.
5. Orthostatische Dysregulation: Wenn die Lageänderung stresst
Vom Liegen – etwa beim Bankdrücken oder bei Übungen am Boden – schnell in den Stand zu wechseln, stellt Anforderungen an Ihr Kreislaufsystem. Wenn sich die Blutgefäße nicht schnell genug anpassen, kann es kurzfristig zu einem Abfall des Blutdrucks im Kopf kommen.
Typische Anzeichen sind ein kurzes "Flimmern" vor den Augen oder Schwindel. Dieses Signal zeigt, dass Ihr Körper einen Moment benötigt, um sich an die neue Position anzupassen. Gönnen Sie sich diese kurze Pause, bevor Sie weitermachen.
Tipps bei Kreislaufproblemen beim Sport
Manchen Sportlern und Sportlerinnen wird nach einem schweren Lift krisselig im Kopf, andere sehen Sterne. Es ist zwar selten, aber einige Menschen werden sogar kurzfristig ohnmächtig, wenn sie sich besonders stark anstrengen mussten. Das kann im Fitnessstudio sehr gefährlich werden, denn hier gibt es überall Kanten und Ecken von Sportgeräten, an denen Sie sich potenziell schwer verletzen können, sollten Sie ohnmächtig werden.
Neigen Sie also zu Schwindel beim Kraftsport, halten Sie sich an diese Tipps:
setzen Sie sich sofort auf den Boden, wenn Sie Sterne sehen
lagern Sie die Beine hoch, um Blut schnell wieder in den Rumpf laufen zu lassen
trainieren Sie mit schweren Gewichten nie alleine, fragen Sie Freunde oder Trainingspartner, ob Sie im Falle einer Ohnmacht assistieren können
achten Sie auf einen normalen Blutzuckerspiegel und essen Sie vor dem Workout
trinken Sie genug Wasser und bleiben Sie hydriert
Wenn Sie starke Probleme mit Schwindel und Ihrem Kreislauf beim Sport haben, lernen Sie mit Trainern und Trainerinnen richtige Atemtechniken beim Kraftsport. Halten Sie nicht einfach die Luft an, sondern atmen Sie tief in den Bauch und spannen Sie die Bauchmuskeln an.


