Wie viele Sekunden muss ich Planks durchhalten?

Vergessen Sie den Irrglauben, dass Sie minutenlang zittern müssen, bis die Tränen kommen. In der modernen Sportwissenschaft hat sich der Blick auf die Plank radikal verändert: Weniger ist hier definitiv mehr! Erfahren Sie, wie lange Sie wirklich durchhalten müssen und warum Ihnen Rekordjagden sportlich überhaupt nichts bringen.

Mann und Frau machen Plank© iStock/E+
Schluss mit der Minuten-Quälerei: Wer die Plank wissenschaftlich korrekt ausführt, ist schon nach Sekunden fertig – schont aber den Rücken.

Planks: Das Ende des Minuten-Wahns

Wenn wir auf die weltbesten Experten für Rückengesundheit und Biomechanik hören – allen voran den renommierten kanadischen Professor Dr. Stuart McGill –, lautet die überraschende Formel: 10 Sekunden reichen völlig aus.

Kein Tippfehler! Für ein perfektes Rumpftraining empfiehlt die Wissenschaft keine epischen Haltezeiten auf der Matte, sondern kurze, knackige Intervalle. Wenn Sie sportlich sehr fit sind und eine größere Herausforderung suchen, setzen Sie das absolute Limit bei 30 bis maximal 60 Sekunden. Alles darüber hinaus bringt für Ihren Trainingserfolg keinen wissenschaftlich messbaren Zusatznutzen mehr.

Die Profi-Formel lautet daher: Qualität vor Quantität. Statt drei Minuten am Stück durchzuhängen, machen Sie lieber fünf Sätze à 10 Sekunden, in denen Sie Ihren Körper aber so richtig unter Strom setzen.

Warum lange Planks reine Zeitverschwendung sind

Die Wissenschaft begründet das rigorose Zeitlimit mit zwei glasklaren Argumenten, die sofort einleuchten:

1. Die "Sauerstoff-Sperre" im Muskel

Die Plank ist eine sogenannte isometrische Übung – das heißt, Sie halten die Muskelspannung starr, ohne sich zu bewegen. Das Problem dabei: Durch die Dauerspannung quetscht der Muskel seine eigenen feinen Blutgefäße ab. Bereits nach etwa 7 bis 8 Sekunden ist die Sauerstoffzufuhr im Muskel blockiert, kurz danach übersäuert das Gewebe. Wenn Sie die Planke jetzt krampfhaft in die Länge ziehen, trainieren Sie keinen fitten Muskel mehr, sondern zwingen Ihren Körper nur noch in einen reinen Schmerztoleranz-Test.

2. Die Hohlkreuz-Falle

Der Sinn der Plank ist es, Ihre Wirbelsäule bombenfest zu schützen. Doch sobald die Kraft nach ein paar Sekunden nachlässt, fängt der Körper an zu schummeln – oft unbemerkt. Das Becken kippt, Sie fallen ins Hohlkreuz und die Last wandert weg von den Muskeln, direkt auf Ihre Bandscheiben und Bänder. Statt Ihren Rücken zu stärken, schaden Sie ihm ab diesem Moment. Experten sagen deshalb: Sobald die saubere Form wackelt, ist die Übung sofort vorbei.

Das Fazit der Experten: Eine bombenfest gehaltene 10-Sekunden-Plank, bei der Sie den Bauch so fest anspannen, als würde Ihnen jemand reinschlagen wollen, ist für Ihre Fitness und Ihren Rücken tausendmal wertvoller als ein Drei-Minuten-Dauerlauf auf der Matte!

Quellen
  1. Average Plank Time by Age and Sex
  2. The Core of the Issue: Plank Performance and Pain in the Lower Back