20. August 2012
Neue Varianten klassischer Sportarten

Neue Varianten klassischer Sportarten

Nordic Walking, Yoga, Biken, Hula-Hoop – kennen wir alles. Doch jetzt sollen neue Varianten der beliebten und bewährten Klassiker das Training toppen und schonender, schweißtreibender oder einfach besser machen. Ob das „Upgrading“ was taugt, hat VITAL getestet.

Frau mit Hula-Hoop Reifen
© thinkstockphotos
Frau mit Hula-Hoop Reifen

Powerhoop

WAS IST DER NEUE KICK?
Der klassische Hula-Hoop- Reifen brachte Ende der 50er-Jahre die Taillen zum Rotieren. Jetzt gibt es den Powerhoop: einen mit festem Schaumstoff ummantelten, bis zu 2,2 Kilogramm schweren, bunten Ring. Der Hoop von heute kreist langsamer und massiert dabei mit seinem Gewicht und seiner Struktur kräftig den Bauch. Durch die gewellte Innenseite fällt er nicht so schnell herunter. Das Training lässt sich mit Sidesteps und Drehungen variieren, außerdem kann man den gewichtigen Reifen für Dehn- und Aufwärmübungen nutzen.

WAS SOLL ER BRINGEN?
Der Powerhoop soll Kilos zum Schmelzen bringen und Taille und Hüfte verschlanken. Zudem lautet das Versprechen des Herstellers: eine bessere Koordination und kräftige Rückenmuskeln.

WER PROFITIERT DAVON?
Aerobic- und Workout-Fans, die nach einer neuen Fun- Variante suchen. Wer keinen Sinn fürs Spielerische hat und schon den alten Hula-Hoop-Reifen albern fand, wird auch am Powerhoop keinen Spaß haben.

UNSER TEST-FAZIT:
Der Powerhoop erfordert weniger Geschicklichkeit und Beweglichkeit als der Klas- siker, aber mehr Kraft. Da kann es schon mal einen ordentlichen Muskelkater im Bauch geben. Ob der Powerhoop wirklich die Figur verbessert, hängt natürlich davon ab, wie intensiv das Training ist oder ob das Gerät bald in einer Ecke verstaubt.

WO KANN MAN IHN AUSPROBIEREN?
Bundesweit in 35 Studios und Gesundheitseinrichtungen. Infos über powerhoop.de

WAS KOSTET ER?
59,90 Euro pro Powerhoop, erhältlich in drei verschiedenen Gewichtsklassen. Die Variante für Kinder kostet 39,90 Euro. Z. B. bei blinksport.de oder Amazon. DVD mit Powerhoop-Workout: 14,95 Euro.

Bungypump

Bungypump
© thinkstockphotos
Bungypump

WAS IST DER NEUE KICK?
Der Bungypump ist eine Variante des Nordic-Walking-Stocks aus Schweden.
Das Besondere: Er hat eine eingebaute Federung von ca. 20 Zentimetern, die beim Training – je nach Stockvariante – 4 bis 6 Kilo Widerstand leistet. Dadurch wird der Bungypump-Stock weicher aufgesetzt und rutscht auf unebenem Gelände nicht so schnell weg.

WAS SOLL ES BRINGEN?
Die Federung fängt Stöße ab, schont so die Gelenke. Für den optimalen Effekt muss die Walkerin darauf achten, die Stöcke stets kräftig auf den Boden aufzusetzen, denn sie sind deutlich schwerer als normale Nordic- Walking-Stöcke. Durch den eingebauten Widerstand werden Bizeps, Trizeps und Schultermuskulatur stärker aktiviert.
Auch die kleinen Rückenmuskeln neben der Wirbelsäule bekommen mehr zu tun, weil der Stock beim Aufsetzen nachgibt und der Körper damit komplett aus eigener Kraft ausbalanciert werden muss. Wissenschaftliche Tests zeigen eine bessere Sauerstoffversorgung des Körpers und einen höheren Kalorienverbrauch, die Hersteller versprechen zudem eine bessere Kondition.

WER PROFITIERT DAVON?
Nordic Walker, die besonders effektiv oder gelenkschonend trainieren wollen.

UNSER TEST-FAZIT:
Gesundheitssport plus. Den höheren Kalorienverbrauch sollte die Sportlerin aber nicht überschätzen: Laut Studie der schwedischen Mittuniversitetet verbraucht sie 60 bis 80 Kalorien pro Stunde mehr. Zu 400 Kalorien beim 60-minütigen Nordic Walking ist der Unterschied nicht allzu groß.

WO KANN MAN ES AUSPROBIEREN?
Infos z. B. unter www.bungypump.se (auch auf Deutsch). Leihstöcke: auf Anfrage bei Walkduett (www.walkduett.de). WAS KOSTET ES? Trainingsstöcke: ca. 120 Euro. Leihgebühr für einen Monat: 20 Euro plus Rücksende-Porto, bei www.walkduett.de

Medical Yoga

Frau macht Medical Yoga
© Jalag Syndication
Frau macht Medical Yoga

WAS IST DER NEUE KICK?
Medical Yoga verbindet Yoga-Übungen mit Spiraldynamik, einer Bewegungslehre, die anatomisch optimale Bewegungsabläufe trainiert. Im Medical Yoga werden traditionelle Asanas des Hatha-Yoga mit besonders sorgfältiger Körperwahrnehmung eingenommen. So konzentriert sich die Übende z. B. beim „Baum“ besonders auf die Spannung und Entspannung in den Füßen.

WAS SOLL ES BRINGEN?
Durch Schulung der Selbstwahrnehmung soll man körperliche Beschwerden leichter selber lindern und Problemen vorbeugen.

WER PROFITIERT DAVON?
Alle, die trotz körperlicher Schwachstellen Yoga praktizieren möchten, die gern beim Üben auf Nummer sicher gehen und sich für medizinisches Hintergrundwissen interessieren.

UNSER TEST-FAZIT:
Die Verbindung mit Spiraldynamik verändert die Asanas nicht, sorgt aber für mehr Bewusstsein beim Üben und vielleicht auch ein leichteres Einnehmen der richtigen Stellung. Allerdings legen Hatha-Yoga und andere traditionelle Richtungen ohnehin großen Wert auf Achtsamkeit. Unterm Strich: Überlegen ist Medical Yoga nicht, aber ein interessanter Ansatz für Gesundheitsbewusste.

WO KANN MAN ES AUSPROBIEREN?
In Hamburg bietet die Praxis Andrea Bubos (www.spiraldynamikhamburg.de) Einführungen an, in der Schweiz das Med Center Zürich (www.spiraldynamik.com). Alleine üben Sie mit dem Buch von Christian Larsen: „Medical Yoga“, Trias, 164 Seiten, 19,99 Euro.

WAS KOSTET ES?
Ein zweitägiger Kurs in Hamburg z. B. 150 Euro, zehn Abende in Zürich 400 Schweizer Franken.

E-Biking

E-Bike
© thinkstockfotos
E-Bike

WAS IST DER NEUE KICK?
Wie Radeln mit Rückenwind fühlt sich das Biken auf einem Pedelec (Pedal Electric Cycle) an. Strampeln muss der Radler selbst, doch der Elektromotor verstärkt bei jedem Tritt in die Pedale die eigene Leistung. Bei den meisten Pedelecs schaltet sich der Motor bei 25 Stundenkilometern automatisch ab.

WAS SOLL ES BRINGEN?

Schon das normale Radfahren ist ein Sport, der sich je nach Fitnessgrad gut dosieren lässt. Die stromunterstützten Räder übertreffen diesen Vorteil noch: Sie helfen etwa dabei, Belastungsspitzen für das Herz-Kreislauf- System zu vermeiden und schonen die Gelenke noch mehr als ein herkömmliches Rad.

WER PROFITIERT DAVON?
Untrainierte, Übergewichtige, Asthma- oder Herzkranke können mit rund 30 Prozent weniger Kraft auf Tour gehen. Nach einer Knie-OP oder bei Gelenk- beschwerden kann E-Biking zum Reha-Sport werden.

UNSER TEST-FAZIT:
E-Biking bringt weniger als Rad- fahren ohne Akku – aber viel mehr, als gar nicht zu radeln. Prima Sport für viele, deren körperliche Belastbarkeit begrenzt ist.

WO KANN MAN ES AUSPROBIEREN?
Unter Movelo.com findet man bundesweit 800 Verleihstationen.

WAS KOSTET ES?
Leihgebühr: ca. 20 Euro pro Tag. Kaufpreis: ab ca. 2000 Euro. Nach 500 bis 1000 Ladezyklen wird meist ein neuer Akku fällig (250 bis 400 Euro).

Noch mehr Sport-Klassiker variiert

PILATES AN DER PALME
Klappt mit einem Schlingentrainer. Der stabile Gurt mit zwei Seilen, an deren Ende sich weiche Schlaufen befinden, kann am Türrahmen befestigt werden oder an einer Palme am Urlaubs- strand.
Mit Beinen, Armen, Füßen oder Händen in den Schlaufen durchgeführt, bekommen die Pilates-Übungen eine besonderen Trainingsreiz: Durch das Vibrieren der Seile muss jede Körperhaltung ständig korrigiert und ausbalanciert werden. Schlingentrainer z. B. von Aero Sling oder TRX.

KRAFTTRAINING FÜR FRAUEN
Beim Krafttraining meiden Frauen oft schwere Gewichte, weil sie Angst vor zu viel Muskelumfang haben. Ein Irrglaube, der sich hartnäckig hält. Eine Straffung der Figur erreichen Frauen leichter mit viel Gewicht und wenigen Wiederholungen.
Noch effektiver wird’s in Kombination mit einem Ausdauer-Intervall-Training, so die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement.

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