17. August 2011
Neue Fitness-Trends

Neue Fitness-Trends

Im aktuellen Sportstudio bewegt sich was: Voilà – die neuen Fitness-Trends sind effektiver denn je und helfen uns, gesund zu bleiben. Egal, ob mit 30 oder 50 Jahren.

Neue Fitness-Trends
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Neue Fitness-Trends

Trend 1: Viele Workouts werden schneller

Comeback für einen Klassiker: das gute alte Zirkeltraining ist wieder da - fühlt sich aber völlig anders an. Früher mussten wir mit speckigen Medizinbällen und auf muffigen Matten ackern. Heute ist der Zirkel ein zeitsparendes Hightech-Training, das die Muskulatur des ganzen Körpers im Schnelldurchgang fit macht. Denn die moderne Kreisvariante bietet raffinierte Geräte, die sich besonders leicht verstellen lassen, dank spezieller Technik entfällt das umständliche Umstecken von Gewichten und Einstellen von Sitzen.

Trainings-Quickies dauern nur 20 bis 30 Minuten
Statt mit Wiederholungen und langen Pausen trainiert man nach Zeitvorgaben: pro Gerät nur 30 bis 45 Sekunden. In der Pause wechselt man fix zur nächsten Übung, schon drei Runden genügen. Studioketten wie Meridian Spa oder die Fitness Company haben den Zirkel im Angebot, Mrs. Sporty und CaloryCoach konzentrieren sich sogar nur auf das Training im Kreis. Neu sind auch intensive Kurz-Kurse, die in 15 bis 30 Minuten nur einen Körperbereich trainieren. So kann man z. B. zwischen Upper Body, Lower Body oder Bauch pur wählen – ideal für alle, die Schwerpunkte setzen oder mit einer kleinen Trainings-Portion ihr sonstiges Workout ergänzen möchten.

Extra-Kick für Könner

Power-Angebote mit hohem Intensitäts-Level und Intervalltraining boomen. In Kursen wie H.I.T., Boxen oder Condition Xpress (z. B. bei FitnessFirst) wird gesprintet, gesprungen oder die Langhantel gewuppt. Eine echte Herausforderung, bei der es ohne Schnickschnack, komplizierte Schrittfolgen und Choreografien nur um Mega-Kondition und Kraft geht. Allerdings mit viel Spaß und Motivation. Nur für gut trainierte Teilnehmer geeignet, die rundum gesund sind!


Trend 2: Krafttraining wird ganzheitlicher

Nur Muskeln? Wollen wir nicht. Deshalb kommen jetzt die funktionalen Body-Workouts.
Bisher stemmten wir brav Kilo um Kilo – stehend, sitzend oder liegend in Krafttrainingsmaschinen, die nur wenig Bewegungsspielraum lassen. Nachteil: Oft werden nur wenige Gelenke bewegt, um einzelne Muskeln isoliert zu kräftigen. Das trainiert die tiefe Rumpfmuskulatur zu wenig – aber gerade die ist für die Haltung und einen fitten Rücken unverzichtbar. Im Profisport schwört man schon lange auf funktionales ganzheitliches Training, nun erobert es auch die Studios.

All in one: Der ganze Körper bewegt und stabilisiert sich
Auf vielen Trainingsflächen, aber auch in Kursen, kommt zukünftig das sogenannte Sling-Training zum Einsatz: Das stabile Gurtsystem mit Handgriffen und Fußschlaufen wird z. B. an der Decke befestigt. Weil das Material nicht elastisch ist, können wir uns in die Gurte hängen, lehnen oder stützen und mit dem eigenen Körpergewicht trainieren. Kurse laufen unter den Bezeichnungen TRX-Training, Aerosling oder Slings in Rhythm (z. B. bei FitnessFirst). Ebenso ungewöhnlich ist das ViPR-Workout: Die etwa einen Meter lange, mindestens vier Kilo schwere Gummiröhre mit zwei Griffen ist bei Personal Trainern in den USA angesagt. In Deutschland bieten die Aspria-Clubs dieses Training an: Die Röhre wird hochgehoben, gedreht, gerollt oder mit einem Ende abgesetzt – während man Kniebeugen macht, auf einem Bein steht oder hin und her springt. So muss sich der ganze Körper bewegen, ständig stabilisieren und ausbalancieren – das optimale Funktionstraining!

Die neuen Fitness-Trends sind effektiver denn je und helfen uns, gesund zu bleiben - egal, ob mit 30 oder 50 Jahren.

Abwechslungsreichere Kurse

Trend 3: Kurse werden abwechslungsreicher

Mix-Kurse revolutionieren die Trainingspläne: das pfiffige Kombi-Workout mit dem Multi-Effekt.
Der Fitnesstrainer Billy Blanks ergänzte sein Karate-Know-how schon vor 20 Jahren mit Aerobic-Elementen und nannte das Tae Bo. Jetzt kehrt die Idee zurück und revolutioniert die Kurspläne, kein Fitnessstudio kommt ohne Mix-Kurse aus. Meist werden zwei oder sogar drei Bewegungsformen aus aller Welt zu einem 60-Minuten-Fitness-Cocktail gemischt – von der japanischen Wirbelsäulentherapie über brasilianischen Kampfsport bis zum neuseeländischen Tanz.

Statt Kurs-Hopping: Kraft und Ausdauer in einem Workout
Beliebt ist der Mix unterschiedlicher Kraft-Workouts aus Yoga und Pilates, aber auch Kraft- mit Ausdauertraining. Kurse wie Yogilates oder Dynamic Pilates verbinden Krieger und Kobra mit Powerhouse und Präzision. Beim neuen Pilardio macht der Mix aus klassischen Pilates-Elementen mit Schritt folgen nicht nur Muskeln, sondern auch Herz und Kreislauf fit. Aus den USA kommt Piloxing: Pilates mit Box-Elementen. Kurse, in denen Entspannung und Stretching großgeschrieben werden, enden im Namen oft auf „Relax“. So erreicht man mehr in weniger Zeit, weil der Körper vielseitig gefordert wird und sich die Vorteile mehrerer Kurse summieren. Professor Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln drückt das so aus: „Dadurch, dass verschiedene Reize auf den Körper einwirken, ergibt sich ein neues Spektrum unterschiedlicher Anpassungen, vom Muskelwachstum bis zur Ausdauerverbesserung.“

Zu Hause trainieren

DVD: Schlank und fit mit Cardio-Pilates (von VITAL), Christiane Wolff, 14,99 Euro (über Amazon)
Sling-Training: Variosling Basic-Paket mit Slingtrainer, Zubehör, DVD, Trainingsbooklet, ab 119 Euro (über www.variosling.de, Tel. 02 21/2 91 34 72)
Buch: „Zumba: Das Dance-Workout“, Beto Perez, Maggie Greenwood-Robinson, Riva, 304 S., 19,99 Euro


Trend 4: Training wird altersgerechter

Viele Studios entdecken die ältere Zielgruppe neu - und schneidern für jeden ein individuelles "Better Aging"-Workout. Viele Anbieter greifen das steigende Bedürfnis nach Exklusivität auf und schaffen eine Wohlfühlatmosphäre mit edlem Ambiente, um Kundschaft jenseits der 40 und 50 anzulocken. Für diese Klientel entwickeln sie dann innovative Trainingskonzepte, deren Ziele nicht „höher, schneller, schöner“ heißen, sondern Vitalität und „Better Aging“. Dazu kommen Entspannung im oft exzellenten Spa-Bereich, ein umfangreiches Massage- und Kosmetikangebot sowie medizinische Checks.

Auspowern, nein danke: Ein moderates Anstrengungslevel macht’s möglich
Kurse wie „BestFit“ oder „Fit und Vital“ machen die Teilnehmer mit spielerischen Koordinationsübungen fit für den Alltag, es geht um Muskelkräftigung, Gleichgewicht und Reaktion. Solche Angebote erkennen Kunden an der Endung „50+“, z. B. „Gym 50+“ oder „Laufen 50+“. Der genaue Blick ins Kursprogramm lohnt sich aber, um auch Kurse wie „Sensitive Spinning“ oder „Medical Move“ zu entdecken: kein schweißtreibendes Auspower-Workout, sondern ein moderates Anstrengungslevel mit gesundheitlichem Zusatznutzen. Meridian Spa bietet unter dem Motto „BestLife“ spezielle Workshops und Vorträge für Ältere an, z. B. über Ernährung und Ausdauertraining, Sturzprophylaxe und Osteoporose. Anderswo nutzt man die Leichtigkeit und Effektivität von Wassersport im hauseigenen Pool. „Für die ältere Zielgruppe ist Aqua Fitness ideal“, erklärt Christian Kaiser, Sports & Activity Manager im Aspria Berlin. „Der Auftrieb des Wassers ermöglicht ein äußerst gelenkschonendes Training, wie es viele Ärzte empfehlen.“ Ergänzend bietet der Club seinen Mitgliedern regelmäßig Sprechstunden bei einem Ärzteteam aus Kardiologen und Physiologen an sowie bei Physiotherapeuten und Ernährungsberatern.

Einfachere Choreografien

Trend 5: Choreografien werden einfacher

In Aerobic-Kursen weht ein frischer Wind: Weg von komplizierten Tanzschritten, hin zu Bewegungen, die sich leicht nachtanzen lassen. Haben Sie sich schon mal in einer Aerobic-Stunde die Beine verknotet? Oder den Knoten im Kopf gespürt? Bestimmt, denn im Lauf der Jahre mauserten sich simple Aerobic-Grundschritte zu anspruchsvollen Choreografien, die in jeder Stunde mühsam neu erarbeitet werden mussten. Grundlegend anders geht die neue Tanzkurs-Generation vor: Komplizierte Bewegungskombinationen und starre Abläufe sind out, die witzigen und leichten Choreografien können auch Einsteiger, Untrainierte und Nicht-Tänzer schnell erlernen – was die Zahl der frustrierten Kurs-Abbrecher erheblich senkt.

Man tanzt immer nur das mit, was man kann
Wer sich anfangs nur auf seine Füße konzentrieren möchte, lässt die Armbewegungen einfach weg. Außerdem bauen die Choreografien nicht aufeinander auf: Falls eine Schritt-Kombi doch mal nicht klappt, kann man problemlos bei der nächsten wieder einsteigen. In vielen Studios sind Cardio-Dance-Kurse wie Zumba, Music Moves oder SH’BAM ein Renner, die neben Ausdauer, Koordination und Kreativität vor allem eine Menge Spaß bringen. Das liegt auch an der Musik, die wohl jeden mitreißt – vom Oldie über Schlager bis hin zu aktueller Popmusik und Latin Grooves findet man fast jeden Stil. Je nachdem, was Trainerin und Kundinnen mögen.

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