Überblick Fitness und Wellness bei privaten Krankenversicherungen – welche Leistungen werden übernommen?

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Die private Krankenversicherung ist bei Personen mit höherem Einkommen eine willkommene Alternative zur gesetzlichen Pflichtversicherung. Ein Vorteil der privaten Krankenversicherung ist der höhere Standard bei der Gesundheitspflege. Ein weiterer Vorteil, den viele gar nicht oder nur teilweise kennen, ist die Übernehme von Kosten abseits der normalen Gesundheitsaufwendungen. Einige Krankenkassen übernehmen so Beiträge für Sportkurse und das Fitnessstudio oder sogar Kosten für alternative Therapiemethoden.

An diesen Kosten beteiligen sich private Krankenkassen

Mittlerweile setzt bei den Krankenkassen ein Umdenken ein. Während früher nur direkte Behandlungskosten übernommen wurden, zahlen einige Kassen inzwischen auch präventive Maßnehmen. Die Investition in die Gesundheitsfürsorge ergibt durchaus Sinn. Wer gesund und fit ist, der hat ein geringeres Risiko, bestimmte Krankheiten zu bekommen. Gerade Herz-Kreislauf-Erkrankungen können mit einem gesunden Lebensstil verhindert werden. Seit längerem ist beispielsweise bewiesen, dass Sport das Herz-Kreislauf-System stärkt. Gerade solche Erkrankungen haben oftmals schwere Verläufe und langfristige Auswirkungen. Dies sorgt auch für deutliche Kostenbelastungen bei den Krankenkassen. Die Logik ist also, dass Krankenkassen in die Gesundheitsvorsorge und Fitness ihrer Mitglieder investieren und somit schwere Erkrankungen verhindern. Auf diese Weise spart die Versicherung langfristig Geld. In der Wirtschaft wird hier von einer Win-win-Situation gesprochen.
 
Welche Kosten konkret die private Krankenversicherung übernimmt, sollte individuell abgeklärt werden. Am besten ist es, sich vor Entstehung dieser Kosten zu erkundigen. Beispielsweise ist bekannt, dass viele private Krankenkassen das Fitnessstudio zahlen. Jedoch müssen oftmals bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So kann die Krankenkasse fordern, dass das Training oder der Kurs von einem qualifizierten Trainer geleitet und überwacht wird. Auf diese Weise stellt die Krankenkasse sicher, dass das Training tatsächlich sinnvoll ist und die Gesundheit des Versicherten fördert.
 
Auch bei vielen anderen Fitness-Kursen steuert die Krankenkasse Zuschüsse bei. Dies können Yoga, Nordic Walking oder ein progressives Muskelentspannungstraining sein. Viele Krankenkassen haben Listen mit Partnern, mit denen sie zusammenarbeiten. Die entsprechenden Kurse können ganz unterschiedliche positive Auswirkungen haben. Verschiedene Sportkurse beugen beispielsweise Rückenproblemen vor. Auch Diabetes kann durch ausreichende Bewegung verhindert werden. Dies sind alles Erkrankungen, die für langfristige Kosten und bleibende Beeinträchtigungen sorgen. Hier ist der Anreiz für die Krankenkassen, dass gesunde und aktive Versicherte eine geringere Chance haben, schwerwiegende Krankheiten zu bekommen. Dies verhindert Verdienstausfälle oder gar eine Berufsunfähigkeit, was Auswirkung auf die Einkünfte der privaten Krankenkassen hätte. Zusätzlich müsste die Krankenkasse die teuren Behandlungskosten übernehmen.
 
Im Bereich der natur-medizinischen Behandlung sowie bei der sanften Alternativmedizin gibt es ebenfalls private Krankenkassen, die Behandlungskosten übernehmen. Auch hier gilt, dass vorher in einem direkten und konkreten Gespräch abgeklärt werden sollte, welche Kosten in welcher Höhe übernommen werden. Gute Chancen für die Kostenübernahme besteht bei der Behandlung von chronischen Krankheiten. Dies können beispielsweise Therapien mit alternativen Methoden oder mit der Naturheilkunde sein, die Kopfschmerzen, Verspannungen oder Rückenprobleme behandeln. Es gibt jedoch bei den privaten Krankenkassen durchaus Unterschiede, wie aufgeschlossen diese gegenüber alternativen Behandlungsmethoden sind. Einige private Krankenkassen lehnen solche Therapien größtenteils ab, andere beteiligen sich anteilig an den Kosten während wieder andere auch komplette Behandlungsserien finanzieren.
 

Eine private Krankenkasse finden

Der Wechsel zu einer privaten Krankenkasse sollte mit Bedacht stattfinden. Freiberuflern und Selbständigen stehen die privaten Krankenkassen ebenso offen wie Beamten und Richtern. Auch Arbeiter und Angestellte können einer privaten Krankenkasse beitreten, wenn das Bruttoeinkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet. Der Wechsel in eine private Krankenkasse ergibt unter bestimmten Voraussetzungen Sinn. Jedoch sollten die Voraussetzungen genau geprüft werden, denn beispielsweise gibt es in der privaten Krankenversicherung keine kostenlose Versicherung für Familienmitglieder.
 
Außerdem ist die Auswahl an privaten Krankenversicherungen sehr groß. Es gibt weit über 30 private Krankenversicherer, die sich auch im Leistungsumfang bei Zusatzzahlungen unterscheiden. Hinzu kommen zahlreiche Tarifmodelle, die ebenfalls unterschiedliche Leistungsklassen darstellen. Sinnvoll ist es daher, vorher die private Krankenversicherung zu vergleichen. Auf diese Weise können die unterschiedlichen Versicherungen und ihre Leistungen sowie die Kosten genau analysiert werden. Hierbei können auch die unterschiedlichen Tarifmodelle der privaten Krankenversicherungen besser kennengelernt werden. Die meisten Versicherungen haben vier Tarifmodule. Die günstigen Einsteiger Tarife mit Basisleistungen fangen bei etwa 150 Euro pro Person und Monat an. Premium Tarife hingegen können Kosten von 500 Euro und mehr pro Monat erreichen. Dafür gehören hier besonders umfangreiche Leistungspakete zum Versicherungsschutz.
 
Datum: 07.10.2020