Bewegung Fitness und Tanz mit Ballett und Zumba

Tango, Stepp, Ballett und Zumba – vier Frauen erzählen, warum sie sich gerade mit Tanzen fit halten. Ohne den Gedanken „Du musst, weil es gesund ist“. Sondern weil es riesigen Spaß macht.

Janina Hinck

Karin Schlotfeldt, 51, Physiotherapeutin aus Hamburg, nimmt seit 14 Jahren Ballettunterricht

„,Mädchen, mach doch lieber richtigen Sport, das bringt dir bestimmt mehr Spaß’, sagte meine Ballettlehrerin zu mir, als ich acht Jahre alt war. Ich glaube, sie fand mich damals einfach zu groß und zu ungelenk. Also hörte ich auf. Aber der Traum vom Ballett blieb, und als ich schließlich meine Kinder zur Ballettschule brachte, kam die alte Sehnsucht wieder hoch.
Ich mag klassische Musik und finde diese grazilen Bewegungen so besonders schön. In der Tanzschule gab es auch Kurse für Erwachsene, und meine Lehrerin machte mir Mut: Ballett sei in jedem Alter erlernbar und extrem gut für den Körper. Jeder Muskel bis in die Fingerspitzen wird trainiert, und die Gelenke werden beweglicher. Das ist nicht nur Bauch-Beine-Po. Auch das Gehirn muss ganz schön ran.
Am Anfang ist es ziemlich schwierig, Arme und Beine zu koordinieren, vor allem, wenn man sie auch noch in unterschiedlichen Tempi bewegen soll – und dabei die Balance bewahren. Außerdem ist da noch das Ballettvokabular. Plié, cambré, levé – jeder Schritt, jede Haltung hat einen französischen Namen.
Ich war bestimmt zwei Jahre lang Anfängerin. Aber irgendwann ist das drin, und sogar Choreografien bleiben im Kopf hängen. Spitzentanz geht natürlich nicht mehr, damit ist es so ab 40 Jahren vorbei. Die Sprung- und Drehkombinationen reichen mir aber als Herausforderung völlig aus. Was mir besonders wichtig ist: ein aufrechter Körper. Ich möchte, auch wenn ich älter werde, so gerade bleiben, wie ich bin.
Ich freue mich, dass ich meinen Mädchentraum noch verwirklicht habe. Es macht mich glücklich, an der Ballettstange zu stehen, die Musik zu hören und den Körper damit verschmelzen zu lassen.“

Ballettschulen in Deutschland unter www.ballet-world.de

 

Janet Rönnfeldt, 40, Betriebswirtin aus Ahrensburg, fing vor rund sechs Monaten mit Zumba an

„Eine Freundin brachte mich auf den Geschmack. An einem Samstagvormittag nahm sie mich mit, und schon in dieser Probestunde habe ich Feuer gefangen. Ich gehe unheimlich gern tanzen, aber es gibt kaum Clubs für meine Altersgruppe, die dann noch Musik spielen, die mir gefällt.

Bei Zumba kann ich Tanz und Fitness super kombinieren. Für mich steht der Tanz zu Salsa und Merengue im Vordergrund. Diese mitreißenden lateinamerikanischen Rhythmen animieren zum Mittanzen, und die Musik geht ins Blut. Ich habe mal Step-Aerobic gemacht, aber das ähnelte eher Marschieren, hier ist es richtig Tanzen – körperlich ziemlich anstrengend und schweiß treibend. Die Beine sind die ganze Stunde in Bewegung, dazu kreisen oder schwingen die Hüften und die Arme – je nach Choreografie.
60 Minuten dieses Tempo zu tanzen erfordert Durchhaltevermögen und eine gute Kondition. Zwischendurch kommt auch mal ruhigere Musik, aber wirklich langsam ist sie natürlich nicht. Anfangs musste ich wegen des rasanten Tempos ab und an aussetzen. Da hatte ich auch etwas Muskelkater von den ungewohnten Bewegungen. Trotzdem kann es jeder schaffen, auch Ungeübte ohne Tanzerfahrung und Kondition.
Ich finde es prima, dass es beim Zumba nicht so auf die Exaktheit der Schritte ankommt, sondern eher auf den Spaß an der Bewegung und dass man sich so richtig austobt. Die Schritte prägen sich nach einiger Zeit von allein ein, weil sich die einzelnen Abfolgen ähneln und die Schrittfolgen immer wiederkehren.“

Fitness-Studios in Ihrer Nähe, die Zumba anbieten, finden Sie unter www.zumba.de