Musik & Fitness Welche Musik passt zu welcher Sportart

Tanzen ohne Töne? Unvorstellbar. Doch auch beim Joggen, Walken oder Schwimmen wirkt Musik wie ein Turbo auf Sportler. Vorausgesetzt, Rhythmus und Zubehör stimmen.

Musik beim Laufen

Geeignete Laufmusik

Jetzt brauchen Sie noch Musik, die Sie auf Touren bringt. Fertig gemixte Laufmusik können Sie zwar kaufen, schöner läuft es sich aber zu einem selbst gemischten Soundtrack. Wie aber finden Sie heraus, welche Songs zur eigenen Geschwindigkeit passen?
Prof. Wolfgang Tiedt, emeritierter Leiter des Instituts für Tanz und Bewegungskultur an der Sporthochschule Köln, empfiehlt einen Testlauf zu Hause: „Laufen Sie zu verschiedenen Songs auf der Stelle – das vermittelt schon einen ersten Eindruck, ob das Tempo stimmt.“
Sie können auch systematisch nach Musik suchen, die Ihr persönliches Tempo widerspiegelt. Das Prinzip: Suchen Sie Stücke aus, deren Taktschläge pro Minute (beats per minute, bpm) Ihren Schritten pro Minute entsprechen. Einfach eine Minute lang beim Laufen oder Walken mitzählen, wenn Sie im Durchschnittstempo unterwegs sind.

Songs & Beats pro Minute

Zum Start (für Läuferinnen), zum Walken Michael Jackson: „Don’t stop till you get enough“ (119 bpm) Madonna: „Music“ (120 bpm) Lady Gaga: „Born this way“ (124 bpm) Pink: „Get the party started“ (129 bpm)

Für die Belastungsphase (Laufen)

The Police: „De do do do de da da da“ (147 bpm) ABBA: „Waterloo“ (148 bpm) a-ha: „Take on me“ (169 bpm) Wir sind Helden: „Ist das so?“ (173 bpm)

Zum Auslaufen und abschließenden Dehnen

Robbie Williams: „Rock DJ“ (103 bpm) Adele: „Rolling in the deep“ (105 bpm) Juli: „Die perfekte Welle“ (112 bpm) Rosenstolz: „Wir sind am Leben“ (125 bpm)

Musik beim Schwimmen

Gehören Sie zu den Bahnenschwimmerinnen, die sich beim Kachelnzählen herzlich langweilen? Streckenschwimmen finden viele monoton. Doch auch beim Wassersport können Sie mit Musik die Stimmung heben und die Ausdauer steigern – Sie brauchen nur einen wasserdichten Player und passende Ohrhörer.
Wie schnell die Songs sein müssen, lässt sich theoretisch kaum bestimmen, weil sich die Bewegungszyklen beim Schwimmen weniger als Schritte zum Taktgeber eignen. Suchen Sie sich die Lieder darum intuitiv aus, nach Kriterien wie „langsam“ oder „schneller“.

Möglich, dass die Musik im Wasser sogar noch intensiver auf Ihre Seele wirkt. „Mehr noch als beim Sport an Land taucht man beim Schwimmen auch mental ab“, sagt Dr. Andreas Bieder, Schwimmdozent an der Sporthochschule Köln.
„Ich selbst erlebe jedenfalls beim Laufen nie eine solche Entrücktheit wie im Wasser. Ich kann ja nicht stolpern, und kein Auto stört.“ Neueinsteigern im Becken rät der Schwimmexperte aber vom Training mit Musik ab: Sie brauchen ihre volle Konzentration für die Bewegungsfolgen beim Schwimmen und die Sinneswahrnehmungen im Wasser.

Autor: Maike Petersen