Rohkost Roh - heute bleibt die Küche kalt

Rohkost: Ist das nicht mümmeln an Möhrchen und Radieschen? Nein, der neue Ernährungs-Trend bietet so viel mehr Genuss und Abwechslung. Mit Fisch, Fleisch, Obst! Und klar, Gemüse.

Rohkost

So viel Obst und Gemüse, wie wir essen sollten und auch gern würden - fünf Portionen am Tag - schaffen wir kaum. Die Fans der Rohkostküche jedoch mit links! Für sie gehört Frisches zu jeder Mahlzeit. Aber ist so eine Ernährung nicht sehr langweilig? Nein, denn neben Obst und Gemüse werden oft auch Rohmilchkäse, luftgetrockneter Schinken, kalt geräucherter Lachs und gedörrtes Obst verwendet. Rohkost wurde schon Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA „erfunden“, jetzt erlebt sie bei uns einen neuen Boom.  

In Sachen Ausstattung zählt die Rohkostküche zu den einfachsten Ernährungsformen: Sie benötigen nicht einmal einen Herd. Trotzdem müssen Sie einiges beachten. So sind zum Beispiel Kartoffeln, Auberginen, bestimmte Pilzarten und Hülsenfrüchte roh ungenießbar oder sogar giftig.

Lassen Sie sich von uns überraschen, wie vielfältig und aromatisch Sie Rohes zubereiten können. Probieren Sie’s aus! Sie werden spüren, wie Sie mit Rohkosttagen langfristig fitter und mit mehr Energie durch Ihren Alltag gehen.  

Roh gleich gesund?

Klingt eigentlich logisch. Stimmt aber nicht ausnahmslos. In frischem, unbehandeltem Obst, Salat und Gemüse ste­cken zwar sehr viele wichtige Inhaltsstoffe (Vitamine, Enzyme, Mineral­ und sekun­däre Pflanzenstoffe), die beim Kochen größtenteils verloren gehen würden. Aber: Durch sanftes Garen verändert sich auch die Zellstruktur, und das ist oft gut. So steht das Karotin in Karotten dem Körper nach dem Erhitzen besser zur Verfügung und die Stärke in Kartoffeln wird erst durchs Kochen leichter verdaulich. Völlig roh muss es aber in der Rohkostküche nicht zugehen. Getrocknete Früchte, Pilze oder Kräuter sind ebenso erlaubt wie kalt geräucherter (bei 15–25 Grad) Fisch. Entscheidend ist, dass die Lebensmittel nicht über 42 Grad Celsius erhitzt werden. Echte Rohköstler bereichern ihre Ge­richte meist mit energiereichen Zutaten. Sie bestreuen ihre Salate zum Beispiel mit mineralstoffreichen Chiasamen oder Macawurzelpulver. Gehen Sie auf Entdeckungsreise im Bio­Handel oder im Reformhaus. Probieren Sie Algen wie Wakame oder Chlorella, verfeinern Sie süße Gerichte mit Goji­ oder Acaibeeren. Beginnen Sie in jedem Fall langsam mit dem Umstellen auf rohe Kost und hören Sie auf die Signale Ihres Körpers. Nur was Sie gut vertragen, ist auch gesund! 
 

Naschereien im Bio-Regal, online oder im Reformhaus finden Sie auch Süßes roh

RIEGEL
Rohe Power für zwischendurch: Snacks aus ge­trockneten Früch­ten, Nüssen, Kernen und Samen mit Ingwer und Vanille. Zum Beispiel von Raw Bite oder Raw Organic Food Bar.
 
FRÜCHTE
Bei plötzlichem Süßhunger: luftgetrocknete Datteln und Bana­nen von PureRaw essen. Oder Sie stellen sich mit einem Dörrauto­maten (z. B. Excalibur über Keimling) unkom­pliziert selbst einen Vorrat her.
 
SCHOKOLADE   
Rohe Schokolade macht schneller satt und bietet mehr Inhaltsstoffe. Denn der Kakao wird weder heiß geröstet noch gemahlen. Zum Beispiel von Lovechock oder Lifefood.
 
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Autor: Imme Bohn

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Quelle: Vital, Ausgabe 08/2014