Koreanische Hautpflege: Die Schritte der K-Beauty-Routine und was die Produkte leisten

Koreanische Hautpflege: Die Schritte der K-Beauty-Routine und was die Produkte leistenPolina Tankilevitch / Pexels
Inhaltsverzeichnis

Von Patricia Reinhart

Die koreanische Hautpflege ist längst in deutschen Badezimmern angekommen. Das Prinzip, das einst vor allem Beauty-Insider begeisterte, ist inzwischen auch bei etablierten Händlern wie Douglas präsent. Berühmt wurde K-Beauty vor allem für ihre aufwendigen Routinen mit bis zu zehn Pflegeschritten. Doch muss es tatsächlich so viel sein?

So viele Schritte braucht es nicht. Die Anzahl der Produkte macht nicht den Unterschied. Entscheidend ist, dass Ihre Haut genau die Pflege bekommt, die sie im Moment braucht. Vier grundlegende Schritte bilden das Gerüst einer guten Routine. Andere können je nach Hauttyp und Hautzustand sinnvoll ergänzt werden. Wer dagegen zu viele aktive Inhaltsstoffe kombiniert oder die Haut zu häufig exfoliert, kann die Hautbarriere unnötig belasten.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie die K-Beauty-Routine Schritt für Schritt aufgebaut ist. Außerdem zeigen wir, welche Wirkstoffe gut zusammenpassen und welche Kombinationen Sie besser vermeiden sollten.

Was ist K-Beauty? Das Prinzip hinter der koreanischen Hautpflege

K-Beauty steht nicht einfach für Kosmetik aus Südkorea. Hinter K-Beauty steckt eine besondere Pflegephilosophie. Die Haut soll gezielt mit Feuchtigkeit versorgt werden. Gleichzeitig geht es darum, die natürliche Hautbarriere zu unterstützen und vor äußeren Einflüssen zu schützen. Statt ein einziges Produkt möglichst viele Aufgaben erledigen zu lassen, werden verschiedene Pflegeprodukte in dünnen Schichten aufgetragen, jeweils mit einer bestimmten Funktion.

Das erklärt, warum die koreanische Hautpflegeroutine so viele Schritte haben kann. Jeder Schritt hat eine eigene Aufgabe. Ein Cleanser reinigt die Haut, Toner oder Essence versorgen sie mit Feuchtigkeit. Ein Serum bringt konzentrierte Wirkstoffe ein, eine Creme hält die Feuchtigkeit in der Haut. Am Morgen bildet Sonnenschutz den Abschluss.

Nicht jede Haut braucht jeden Schritt, und mehr Pflege bedeutet nicht automatisch bessere Pflege. Besonders bei Produkten mit hochwirksamen Inhaltsstoffen kann eine zu umfangreiche Routine die Haut reizen, anstatt sie zu verbessern.

Schritt für Schritt zur K-Beauty-Routine

Die klassische K-Beauty-Routine umfasst bis zu zehn Schritte. Die Reihenfolge ist einfach aufgebaut. Nach der Reinigung folgen leichte Texturen wie Toner oder Serum. Anschließend wird die Pflege mit einer Creme abgeschlossen. Tagsüber gehört auch ein Sonnenschutz dazu.

Die zehn Schritte der K-Beauty-Routine sind kein Pflichtprogramm. Peeling, Tuchmaske und Augencreme können je nach Haut entfallen, auch Toner, Essence und Serum müssen nicht alle gleichzeitig verwendet werden.

Anhaltende Rötungen oder entzündete Stellen gehören dagegen in ärztliche Abklärung und nicht in eine Pflegeroutine.

Warum Double Cleansing? Öl und Schaum richtig kombinieren

Sonnenschutz, Make-up und Talg sind fettlöslich, ein wasserbasiertes Gel erfasst sie nicht vollständig. Deshalb besteht die Reinigung aus zwei Schritten, dem sogenannten Double Cleansing. Am Abend wird zuerst ein Reinigungsöl verwendet, danach folgt ein Reiniger auf Wasserbasis. Am Morgen reicht der zweite Schritt in der Regel aus.

Das Ginseng Cleansing Oil von Beauty of Joseon wird auf die trockene Haut aufgetragen, mit Wasser milchig emulgiert und abgespült. Die Formel enthält mehrere ätherische Öle und Campher. Ein Parfum ist nicht deklariert, duftstofffrei ist das Produkt damit trotzdem nicht.

Für den zweiten Schritt ist der Low pH Good Morning Gel Cleanser von COSRX ein verbreiteter Einstieg. Sein Kern ist ein leicht saurer pH-Wert um 5 (Herstellerangabe), während klassische Schaumreiniger deutlich darüber liegen. Das Gel ist alkoholfrei und ohne deklariertes Parfum, enthält aber Teebaumöl, ein ätherisches Öl und damit einen möglichen Reizfaktor, obwohl der Reiniger für empfindliche Haut ausgelobt ist.

Toner und Peeling: Was AHA und BHA bewirken

Säuren gehören zu den Wirkstoffen, die ein Hautbild gezielt verändern können. AHA wie Glykol- oder Milchsäure lösen abgestorbene Hautzellen an der Oberfläche. Die Haut kann dadurch glatter und ebenmäßiger wirken. BHA, meist Salicylsäure, ist fettlöslich und erreicht deshalb auch die talghaltigen Porenöffnungen an der Hautoberfläche. Aus diesem Grund wird BHA vor allem in Produkten eingesetzt, die auf verstopfte Poren und ein gleichmäßigeres Hautbild ausgerichtet sind.

Für den Einstieg eignen sich mildere Formulierungen wie der AHA/BHA Clarifying Treatment Toner von COSRX oder der Green Plum Refreshing Toner AHA + BHA von Beauty of Joseon. Etwas konzentrierter sind die Medicube Zero Pore Pads 2.0 mit 4,5 Prozent AHA und 0,45 Prozent BHA laut Hersteller. Alle drei sind im deutschen Beauty-Handel breit verfügbar, bei Douglas etwa innerhalb eines eigenen K-Beauty-Sortiments.

Mehr Säure bedeutet dabei nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Wer mehrere Peelings kombiniert oder zusätzlich starke Wirkstoffe wie Retinol verwendet, kann die Haut unnötig reizen. COSRX rät bei den eigenen Säureprodukten ausdrücklich davon ab, sie mit weiteren Säuren, mit Retinol oder mit Vitamin C zu kombinieren (Herstellerangabe). Besser mit einem Produkt starten und beobachten, wie die Haut darauf reagiert.

Säureprodukte gehören nicht ohne Sonnenschutz in die Routine. An den Tagen, an denen AHA oder BHA verwendet wird, sollte morgens konsequent ein geeigneter UV-Schutz aufgetragen werden.

Essence und Serum: Was braucht die Haut?

Essence und Serum haben eine ähnliche Aufgabe, unterscheiden sich aber in ihrer Funktion. Eine Essence ist meist leichter und vor allem auf Feuchtigkeit ausgelegt, während ein Serum gezielt Wirkstoffe für bestimmte Hautbedürfnisse liefert. Ein Pflichtschritt sind beide nicht. Wenn Sie Ihre Routine einfach halten möchten, reicht oft eines der beiden Produkte aus.

Eine Essence wie die Advanced Snail 96 Mucin Power Essence von COSRX setzt auf Schneckensekret-Filtrat und Hyaluronsäure und soll vor allem Feuchtigkeit spenden. Für eine vegane Hautpflegeroutine ist sie aufgrund ihres tierischen Ursprungs nicht geeignet.

Seren lassen sich stärker nach dem gewünschten Effekt auswählen. Das Glow Serum Propolis + Niacinamide von Beauty of Joseon kombiniert Propolis mit Niacinamid und BHA und zielt damit neben der Pflege auch auf ein ebenmäßigeres Hautbild. Wer hauptsächlich Feuchtigkeit sucht, findet mit dem Dive-In Serum von Torriden eine Variante mit mehreren Formen von Hyaluronsäure.

Eine Essence eignet sich besonders dann, wenn Ihre Haut zusätzliche Feuchtigkeit braucht. Ein Serum kommt dann ins Spiel, wenn Sie gezielt an einem ebenmäßigeren Hautbild arbeiten möchten, etwa bei sichtbaren Poren oder einem unruhigen Erscheinungsbild. Beide Produkte lassen sich kombinieren, nötig ist das aber nicht immer.

Feuchtigkeitspflege und Sonnenschutz: Die letzten Schritte

Die Feuchtigkeitspflege bildet den letzten Schritt der Abendpflege. Welche Creme am besten passt, hängt von Ihrer Haut ab. Bei trockener Haut wird häufig zu einer reichhaltigeren Textur mit Ceramiden gegriffen. Fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut fühlt sich mit einer leichteren Textur meist wohler. Ceramide, Squalan und Hyaluronsäure gehören zu den typischen Inhaltsstoffen, die Feuchtigkeit binden und die Hautbarriere unterstützen.

Die Solid-In Ceramide Cream von Torriden kombiniert fünf Ceramid-Typen mit Cholesterol und Fettsäuren. Die Dynasty Cream von Beauty of Joseon setzt unter anderem auf Ceramide NP, Squalan, Hyaluronsäure und Niacinamid. Bei reichhaltigen Cremes macht nicht die Menge die Pflege wirksamer, eine dünne Schicht reicht in der Regel aus.

Sonnenschutz gehört jeden Morgen dazu

Morgens bildet Sonnenschutz den letzten Schritt der Routine. Ein Breitband-Sonnenschutz mit mindestens SPF 30, besser SPF 50, verringert die UV-Belastung der Haut deutlich und ergänzt damit die übrige Pflege. Vollständig filtert kein Sonnenschutz die Strahlung, Schatten und Kleidung bleiben Teil des Schutzes. Besonders wichtig ist er, wenn AHA, BHA oder andere Wirkstoffe verwendet werden, die die Haut empfindlicher machen können.

Ein Beispiel aus der K-Beauty ist der Relief Sun Rice + Probiotics von Beauty of Joseon mit SPF 50+ und PA++++. Er verwendet organische UV-Filter und enthält weder Zinkoxid noch Titandioxid. Die in Deutschland angebotene Fassung ist die globale mit SPF 50+. Auf dem US-Markt führt die Marke mit dem Daily Relief Sunscreen ein separates Produkt mit SPF 40, weil dort andere UV-Filter zugelassen sind. Wer im deutschen Handel kauft, bei Douglas, Flaconi oder Notino etwa, bekommt in der Regel die europäische Version.

Auf dunkleren Hauttönen können sichtbare Rückstände anders ausfallen als auf heller Haut, weshalb sich ein Test auf der eigenen Haut lohnt. Bleiben Sie länger draußen, sollten Sie den Sonnenschutz regelmäßig erneut auftragen. Das gilt besonders nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen.

Welche Marken eignen sich für den Einstieg?

Für den Einstieg sind die Marken am einfachsten, die mehrere Schritte selbst abdecken, weil sich die Produkte dann nicht widersprechen. Beauty of Joseon deckt jeden Schritt von der Reinigung bis zum Sonnenschutz ab. Torriden ordnet seine Linien nach Leitwirkstoff: Dive-In für Feuchtigkeit, Solid-In für die Hautbarriere, Balanceful für empfindliche Haut. COSRX ist eher etwas für Menschen, die ein einzelnes Thema gezielt angehen wollen. Von den hier genannten Produkten arbeiten die Pads von Medicube am konzentriertesten, sie sind deshalb kein Einstieg für sehr empfindliche Haut. Erborian ist eine französisch-koreanische Marke: 2007 in Paris von der koreanischen Wissenschaftlerin Hojung Lee und der französischen Unternehmerin Katalin Berenyi gegründet, mit Labor und Produktentwicklung in Seoul.

Worauf Sie beim Kauf koreanischer Hautpflege achten sollten

Mit der Nachfrage sind auch auffällig günstige Angebote entstanden, und bei No-Name-Angeboten auf Marktplätzen ist Vorsicht angebracht. Ein prüfbarer Anhaltspunkt ist die Marktversion. Vom Sonnenschutz von Beauty of Joseon wird in Europa die globale Fassung mit SPF 50+ PA++++ verkauft, die auf der US-Seite der Marke geführte Variante ist ein anderes Produkt mit SPF 40, weil dort andere UV-Filter zugelassen sind. Auch der Lichtschutzfaktor der CC Crème von Erborian unterscheidet sich je nach Markt. Solche Unsicherheiten lassen sich vermeiden, indem man bei einem autorisierten Händler bleibt, etwa im K-Beauty-Sortiment von Douglas. Dort entspricht die Ware der für den Markt vorgesehenen Fassung, mit vollständigen Anwendungsangaben.

Der Blick in die Inhaltsstoffliste lohnt sich gezielt. “Ohne Parfum” bedeutet nicht „ohne Duftkomponenten“, denn ätherische Öle wie Teebaum oder Campher sind Duftstoffe. Steht Alcohol Denat. weit vorne, kann das für sehr empfindliche Haut ungünstig sein. Menschen mit einer Allergie gegen Bienenprodukte sollten außerdem auf Propolis und Honigextrakt verzichten. Schneckensekret-Filtrat ist tierischen Ursprungs und eignet sich daher nicht für eine vegane Hautpflege. Das Symbol des geöffneten Tiegels nennt, wie lange ein Produkt nach dem Öffnen haltbar ist, was bei Sonnenschutz besonders zählt.

Häufige Fragen zur koreanischen Hautpflege-Routine

Wo kann ich K-Beauty-Produkte online in Deutschland kaufen?

Koreanische Hautpflege ist in Deutschland inzwischen breit verfügbar. Douglas führt COSRX, Beauty of Joseon, Anua, Medicube und Torriden und sortiert das Sortiment nach Pflegeschritt. Daneben führen Niche Beauty, Notino und Flaconi eigene K-Beauty-Sortimente, bei Sephora finden Sie unter anderem die französisch-koreanische Marke Erborian.

Ist koreanische Hautpflege auch für empfindliche Haut geeignet?

Oft ja, entscheidend ist aber das einzelne Produkt und nicht seine Herkunft. Viele koreanische Formulierungen sind reizarm aufgebaut und auf Feuchtigkeit und Hautbarriere ausgelegt. Reizfaktoren stecken im Detail: Säuren, Alkohol und ätherische Öle wie Teebaum oder Campher. Neue Produkte sollten deshalb einzeln eingeführt und zunächst an einer kleinen Hautstelle getestet werden.

Kann ich AHA, BHA und Retinol kombinieren?

Teil derselben Routine können alle drei sein, gleichzeitig angewendet werden sollten sie aber nicht. COSRX rät bei den eigenen Säureprodukten sogar ausdrücklich davon ab, sie mit Retinol oder Vitamin C zu kombinieren. Gerade bei empfindlicher Haut ist es sinnvoll, Säuren und Retinol zunächst auf unterschiedliche Abende zu verteilen. Bei Rötungen, Brennen oder starker Trockenheit sollte die Anwendung reduziert oder pausiert werden.

Methodik & Quellen. Wir haben die Herstellerangaben zu Wirkstoffen und Anwendung mit öffentlichen INCI-Datenbanken abgeglichen. Wirkangaben der Marken sind als solche gekennzeichnet, selbst getestet haben wir die Produkte nicht. Sortimente und Rezepturen können sich ändern, Stand ist der 12. August 2026. Der Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn Sie über einen dieser Links etwas kaufen, erhalten wir unter Umständen eine Provision.