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Menopause Wechseljahre: Auswirkungen und Mittel gegen Beschwerden

Die Hormone schicken viele Frauen in den Wechseljahren auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Eine Zeit des Leidens? Nein! Lassen Sie es sich gut gehen. Gerade jetzt!
Wechseljahre - Eine Zeit des Wohlfühlens

Der Anfang der Wechseljahre

Augen zu und durch! Das mag als geeignete Strategie durchgehen, wenn uns unterwegs ein heftiger Regenschauer überrascht und wir keinen Schirm dabeihaben. Doch mit der gleichen ergebenen Haltung stehen immer noch viele Frauen den Wechseljahren gegenüber. Und somit sich selbst im Weg. „Muss ich hinnehmen ... kann man nichts machen ... ist eben so ...“ – Gedanken wie diese setzen jene Phase mit einem unabwendbaren Unglück gleich, einem jahrelangen Weg des Leidens. Und an dessen Ende stehen wir als alte Frau da. Ein unangenehmes Szenario! Doch wenn Sie Ihren Blickwinkel nur ein wenig ändern, sieht das Ganze schon anders aus. „Augen auf und los!“, klingt doch gleich viel besser. Die Zeit, wenn die bereits bei der Geburt festgelegte Menge an Eizellen langsam zur Neige geht und das im Hormonsystem einige Aufregung verursacht, kommt im Leben jeder Frau, da lässt sich nichts machen. Aber wir bekommen auch die Chance, unseren Körper noch einmal neu kennenzulernen. Eine positive Einstellung zu sich selbst, dem eigenen Körper und dem Älterwerden kann viel bewirken. Warum also nicht das Beste aus der Situation machen, ohne Drama? Das fällt leichter, wenn wir verstehen, was gerade mit uns passiert. Klären wir zunächst das Fachchinesisch. Bei der Menopause handelt es sich nicht um einen Zeitraum, sondern einen Punkt: die letzte Regelblutung. Da pausiert nichts, es endet etwas. Die Wechseljahre laufen dann schon eine Weile. In seltenen Fällen setzen sie bereits mit 30 ein, meist aber zwischen 45 und 50. War’s das jetzt? Das wissen wir nur rückblickend, anders als beim Eintritt in die Geschlechtsreife – erste Regel, klare Sache. An das Ende der Fruchtbarkeit können wir uns terminlich nur herantasten. Verschiedene Aspekte weisen darauf hin. 
 

Die Stationen des Klimakteriums

Die Wechseljahre (auch Klimakterium genannt, von griech.: klimaktér, Leiter, kritischer Punkt im Leben) beschreiben eine viele Jahre andauernde Phase. Sie besteht aus drei Teilen: der Prämenopause vor der letzten Regelblutung, der Perimenopause, die ein bis zwei Jahre um die Menopause herum liegt, und schließlich der Postmenopause. Sie dauert vom Ende der Perimenopause bis etwa zum Alter von 65. In der Prämenopause (prae- =

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griech.: vor-) reift nicht mehr in jedem Zyklus ein Ei heran, die Regel wird unregelmäßig. Um die Eierstöcke anzuregen, produziert die Hirnanhangdrüse daraufhin vermehrt das follikelstimulierende Hormon FSH. Das wiederum bringt das Gleichgewicht der Sexualhormone Östrogen und Progesteron durcheinander. Anfangs herrscht meist ein Östrogenüberschuss, der zu ersten Beschwerden wie Brustspannen oder Wassereinlagerungen führt. Im weiteren Verlauf dieser Phase herrscht dann Östrogenmangel, begleitet von den allseits gefürchteten Klassikern Hitzewallungen, plötzlichen Stimmungsschwankungen oder auch Schlafproblemen.
Die Perimenopause stellt, auch was die unliebsamen Beschwerden betrifft, den Höhepunkt des Klimakteriums dar. Etwa im Jahr vor und nach der letzten Menstruation (peri- = griech.: um-, herum-) macht sich die hormonelle Berg und Tal-Fahrt am intensivsten bemerkbar. Klingt anstrengend. Doch es wird Sie beruhigen, dass nicht jede Frau zwangsläufig von Symptomen heimgesucht wird. Studien zufolge betrifft das in starker Ausprägung nur etwa ein Drittel der Frauen im Klimakterium. Ein weiteres Drittel verspürt nur vereinzelte Beschwerden, das letzte Drittel bleibt sogar nahezu unbehelligt. Mathematisch gesehen stehen die Chancen also gut, von heftigen Umstellungsproblemen verschont zu bleiben.
Hat sich der Körper daran gewöhnt, dass von den Eierstöcken endgültig nichts mehr kommt, enden auch die Hormonschwankungen und die davon ausgelösten Störungen. Die Frage der Verhütung stellt sich nicht mehr, das Regal für Monatshygiene-Artikel im Drogeriemarkt können Sie links liegen lassen. Es bleibt jedoch der Östrogenmangel. Das führt in der Postmenopause (post- = lat.: nach-) dazu, dass die Haut trockener und schlaffer wird, weil sie weniger Feuchtigkeit speichern kann. Ohne Östrogene werden auch Knochen und Knorpel spröder. Bei Frauen lassen sich Osteoporose und Gelenkschmerzen ab den Wechseljahren auf den veränderten Hormonstatus zurückführen. Auch das Scheidenmilieu verändert sich. Damit steigt die Infektanfälligkeit, auch für Blasenentzündungen, außerdem fehlt es an Gleitflüssigkeit. Sex kann zur schmerzhaften Sache werden – ein Lustkiller. Doch mit den richtigen Hilfsmitteln wie östrogenhaltigen Befeuchtungscremes kann auch dieses Problem beseitigt werden.

 

Das hilft gegen Beschwerden in den Wechseljahren

"Na toll“, denken Sie sich, „und diese Zeit soll ich auch noch gut finden?“ Jein! Die Beschwerden nerven natürlich, das lässt sich nicht beschönigen. Aber sollten Sie zu dem Drittel der Betroffenen gehören, sehen Sie es nicht als Schicksalsschlag an. Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Und aushalten müssen Sie es auch nicht, wenn Ihnen das eine oder andere Symptom zu schaffen macht. Besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin, welche Behandlungswege für Sie in der momentanen Lage infrage kommen. Die einfachste Lösung muss aber nicht die beste sein. Klar liegt es auf der Hand, die fehlenden Hormone zu ersetzen. Sie können Tabletten schlucken oder die Hormone über ein Gel oder Pflaster durch die Haut aufnehmen. Experten sind sich einig, dass diese Therapie immer dem Grundsatz „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ folgen sollte. Nur bei echten Mangel­zuständen, z. B. diagnostizierter Osteoporose, oder wenn die Wechseljahre extrem früh einsetzen (auch durch opera­tives Entfernen der Eierstöcke in jungen Jahren), schlägt das Risiko­-Nutzen­-Pendel klar zum Positiven aus. Denn die Einnah­me von Östrogen und Gestagen kann das Brustkrebs­ und Schlaganfall­-Risiko er­höhen. Die umfangreiche „Women’s Health Initiative“­-Studie (WHI) in den USA wurde deshalb im Jahr 2002 abgebrochen. Zwar lassen sich die untersuchten Fälle nicht unmittelbar auf hiesige Verhältnisse über­ tragen, doch Vorsicht bleibt angeraten, vor allem bei nur leichten Beschwerden. 
Mittlerweile hat sich der Ruf des künstlichen Hormonersatzes wieder etwas gebessert. Wenn Sie sich dafür interessieren, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zum Thema Hormonersatztherapie
 

Pflanzliche Helfer gegen Wechseljahrsbeschwerden

Zur Linderung stehen auch sanftere Alternativen zur Verfügung. Pflanz­liche Präparate schaffen das prak­tisch ohne Nebenwirkungen. Vor allem erleichtert Ihnen Ihre Einstel­lung das Leben. Akzeptieren Sie die Lage und richten Sie sich darauf ein. Auch im Kleinen. Simples Beispiel: Bei Schweißaus­brüchen, einem häufigen lästigen Begleiter dieser Phase, kleiden Sie sich im Lagen­-Look, sodass Sie bei Bedarf jederzeit etwas an­ oder ausziehen können. Und damit Sie das Schwitzen nicht um den Schlaf bringt: Nachtwäsche aus spezieller Klimafaser (z. B. „Avior“ von www.third-of-life.com) — leitet Schweiß nach außen ab und fühlt sich am Körper immer trocken an.
Und finden Sie den Mut, Ihre Befindlichkeit offen anzusprechen: dass die Schlafstörungen nerven und Kraft rauben, die Schweißausbrüche peinliche Situationen schaffen, dass Sie es schade finden, wenn es im Bett nicht mehr so läuft, oder dass plötzlich alles so düster erscheint. Was mit dem weiblichen Körper während der Wechseljahre passiert, sollte kein Tabu sein. Vor allem nicht in einer Partnerschaft. Reden Sie mit Ihrem Mann darüber, wie Sie sich in dieser Phase gegenseitig unterstützen können und was sich zwischen Ihnen verändert hat oder sich vielleicht noch ändern muss. Es tut auch gut, sich mit einer Freundin darüber auszutauschen. Bestärken Sie sich gegenseitig in dem Vorhaben, positiv und mit Humor auf Ihr jetziges Leben zu schauen. So wie es Monika von Ramin gelingt, Autorin des gerade erschienenen Buches „Ziemlich heiße Jahre: Ein Survival-Guide für Frauen in der Lebensmitte “ (mvg Verlag, 224 Seiten, 9,99 Euro). Lesen und lachen Sie zusammen mit denen, die im selben Boot sitzen.
 

Entspannung in der Menopause: Gönnen Sie Ihrem Körper etwas

Gestalten Sie außerdem diese Zeit des Umbruchs bewusst und so genussvoll wie möglich. Wenn Sie am Drücker bleiben, fühlen Sie sich den Veränderungen nicht hilflos ausgeliefert. Nehmen Sie Ihre Bedürfnisse ernst und planen Sie mehr Dinge, die Sie mögen, auf die Sie aber bisher — vielleicht aus Zeitmangel — oft verzichtet haben: Gehen Sie ins Kino oder Theater, belegen Sie einen Malkurs oder erfüllen Sie sich den lang gehegten Wunsch nach einem Haustier. Während andere wie selbstverständlich Basenfasten- oder Detox-Wochen buchen, gönnen Sie sich und Ihrem Körper doch eine Kur mit nachhaltiger Wirkung auf Körper und Seele: Viele Kurhäuser bieten speziell auf die Bedürfnisse von Frauen in den Wechseljahren zugeschnittene Programme an. Falls Ihnen Yoga liegt, weil es zu einem guten Körpergefühl verhilft und Stress abbaut, schafft Hormonyoga sogar noch mehr: Die besonderen Übungen wirken vor allem auf die Sexualorgane, Eierstöcke, Gebärmutter, Nebennieren, und können, regelmäßig und dauerhaft angewandt, hormonelle Schwankungen besänftigen. Viele Yoga-Studios bieten Kurse an, buchen Sie eine Probestunde! Egal, was passiert: Sie besitzen jetzt die Souveränität und Gelassenheit, diese „zweite Pubertät“ mit Würde zu tragen.