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Beauty Interview: Naturschutz einfordern

Biologin Antje Labes über den Meerwert in der Kosmetik.
vital: Welche Meeresschätze nutzen Beautyfirmen heute für ihre Produkte?
Antje Labes: Es gibt sehr vielfältige Möglichkeiten, da das Meer eine sehr breite Palette an Biodiversität zu bieten hat. Für die Kosmetik sind klassischerweise Algen und Plankton verwendet worden, heute ergänzt durch Mikroalgen, Muscheln (z. B. Austernschale) und exotische Mikroorganismen.
 
Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Beauty-Anwendung?
In meinen Arbeiten versuche ich, grundlegenden Naturphänomenen im Meer auf den Grund zu gehen. Praktischerweise haben einige das Potenzial zur Anwendung, u. a. im Kosmetikbereich. Ein fast natürlicher Partner ist die Firma Biotherm, die die Vielfalt mariner Organismen für Kosmetik einsetzt.
Dr. Antje Labes arbeitet als Meeres- und Mikrobiologin, Dozentin und Lehrbeauftragte u.a. an der Uni Kiel und geht Naturphänomenen auf den Grund.
 
„Blaue Biotechnologie“, bei der die Nutzung biotechnologischer Schätze im Meer erforscht wird, wächst.
Ja, wer heute marine Ressourcen nutzen will, muss das in nachhaltiger Weise tun. Die blaue Biotechnologie ermöglicht es, Lebensraum gefährdende Naturentnahmen zu vermeiden. Aber auch die integrierte Aquakultur, die zur Verringerung des Nährstoffüberschusses im Meer führen kann, bietet Alternativen.
 
Ihre Vision für die Zukunft?
Ich wünsche mir von der ganzen Beautybranche einen verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen – dazu gehört auch der möglichst vollständige Verzicht auf Erdölprodukte und ein möglichst kleiner „ökologischer Fußabdruck“ der Produkte. Von den Verbrauchern wünsche ich mir, dass sie genau das von ihren Lieblingsbeauty-Herstellern einfordern.
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