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Freizeit So genießen Sie den Sommer

Herrlich, jetzt findet das Leben unter freiem Himmel statt: Freilichttheater, Kino auf dem Rathausmarkt, Oper auf dem Wasser oder eine spontane Grillparty auf dem Balkon – der Sommer bietet unendlich viele Möglichkeiten, ihn zu genießen. Tun wir es!
Picknick im Freien

Manche Dinge passieren nur im Sommer: nächtelange Gespräche auf dem Balkon mit der besten Freundin, spontane Picknicks im Park mit kühlem Bier und duftendem Grillfleisch, Freilichtkonzerte bei Sonnenuntergang. Dazu eine Prise süße Leichtigkeit und eine Extraportion Freiheit unter sternenklarem Himmel. So schmeckt der Sommer.

Der Sommer als Gute-Laune-Spender

Er ist wie eine offene Tür zu anderen Menschen. Selten bietet das Jahr so viele Chancen, Gleichgesinnte auf Events zu treffen. Sich zu verabreden klappt ruck, zuck. Bei Regen und Kälte gehen jedem Treffen endlose Diskussionen voraus: Welche Kneipe? Welches Kino? Wo ist es gemütlich, warm und nicht zu teuer? Solche Hürden kennt der Sommer nicht.


„Heute um fünf bei uns im Schrebergarten. Es gibt Erdbeerbowle!“ Die knappe Einladung per Telefon oder SMS genügt, um uns in glühende Sommerstimmung zu versetzen. Kein Wunder, bei dem Wetter. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. „Wir kennen wichtige Einflussfaktoren auf die Stimmung“, sagt Prof. Jaap Denissen, Entwicklungspsychologe an der Universität Tilburg in den Niederlanden. „Aber das sind nicht Sonnenschein und Regen, sondern Beziehungen, Erfolgserlebnisse, die Wertschätzung und das Lächeln von anderen.“
Trotzdem trägt der Sommer den Sieg davon. Wer zaubert uns ein Lächeln aufs Gesicht? Wer macht es uns so leicht, Beziehungen zu pflegen und zu knüpfen? Wer beschert uns Erfolgserlebnisse (Paddeln mit Freunden) und Glücksmomente (mit Tausenden Fans die Lieblingsband beim Open-Air-Festival feiern)? Eben. Wenn alles passt, wirkt der Sommer wie ein „Gute-Laune-Doppelpack“: Er regt unsere körpereigene Vitamin-D-Produktion an und schenkt uns zusätzlich jede Menge Höhepunkte, die unsere Seele aufbauen.

Bei mir endete bislang jedes Festival mit durchnässten Klamotten und matschverkrusteten Sandalen. Meine persönliche Beziehung zum Sommer gleicht eher einer verhängnisvollen Affäre. Wie ein Liebhaber schürt er monatelang Sehnsüchte, schickt schon im April verheißungsvolle Grüße. Regelmäßig falle ich darauf herein, kaufe Sommerkleider, lackiere mir die Fußnägel in Sonnenblumengelb, jogge für die Bikinifigur, die spätestens im Juni erreicht sein soll. Hat noch nie geklappt.
Ist das etwa der Grund, warum der Sommer mir immer untreu wird? Einfach woanders vorbeischaut und strahlt? Will ich im August in Dänemark segeln, kreist dort ein Sturmtief. Buche ich Urlaub in Italien, werden dort Niederschlagshöchstwerte gemessen. Bleibe ich zu Hause, zeigt sich der Himmel grau, während sich Dänemark über einen Jahrhundertsommer freut und die Italiener Sonnenstunden-Rekorde melden. Alles schon passiert. Ihnen auch?

Verliebt in den Sommer

Trotzdem höre ich nicht auf, den Sommer zu lieben. Mittlerweile bin ich nicht mehr beleidigt, sondern habe begriffen, dass allein diese Sehnsucht schon glücklich macht. Weil sie mich motiviert und dazu bringt, dass ich verrückterweise jedes Jahr aufs Neue daran glaube, dass dieser Sommer endlos dauert. Dass ich großartige Dinge und funkelnde Momente erleben werde.

Erinnerungen ziehen vorbei wie Schönwetterwolken: In schwülen Sternennächten auf Parkbänken knutschen. Mit lauter Musik und heruntergelassenen Scheiben ans Meer fahren und abends zurück. Auf Gartenpartys bis zum Morgen tanzen. Die Jugend – gewissermaßen der Sommer unseres Lebens. Auch dieses Gefühl meldet sich jetzt wieder. Sicher, der Leichtsinn von damals ist erwachsenem Realismus gewichen. Aber das stille Wissen um die unzähligen Möglichkeiten, die ein Sommer bietet, ist tief im Unterbewusstsein verankert. Wir wollen – dürfen! – über die Stränge schlagen. Zumindest ein bisschen. Und wenn es zehn Kugeln Lieblingseis beim Lieblingsitaliener sind.
Alles fühlt sich leichter, relaxter und heller an. Fast etwas überbelichtet, wenn’s um die Musik geht. Jeder Sommer hat seinen Hit, der uns jetzt so mitreißt und dann schnell wieder aus den Top Ten verschwindet. "Lambada" oder "Jungle Drum" passen einfach nicht zu Herbst oder Winter. Obwohl: Warm uns Herz machen Sie trotzdem. Weil sie die Vorfreude wecken. Auf den nächsten Sommer. Aber daran können und wollen wir gerade nicht denken. Viel zu weit weg sind diese trüben Tage. Viel zu stark zieht es uns nach draußen. Wir wollen den Sommer feiern. Dinge tun, die wir sonst nie tun. Zum Beispiel: Extrem schrille Klamotten anziehen und mittanzen beim "Schlagermove". Oder Klassik im Rinderstall genießen.
Ja, der Sommer ist wie ein untreuer Liebhaber. Aber wer von uns denkt schon daran, wenn wir in seinen Armen liegen?

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