[Alt-Text]

Reisereportage Eine Reise in den Oman

Urlaub oder Traum - das lässt sich im Oman schwer sagen, denn eine Reise dorthin fühlt sich an, als erlebe man eine Geschichte aus 1001 Nacht. Mit viel Wüste, Weihrauch, Kamelen und natürlich einem filmreifen Orient.

„Was, Sie sind nicht verheiratet?“ Freundliche, aber ungläubige Augen schauen mich durch Räucherschwaden hindurch an. „Aber für wen dann der gute Duft in der Kleidung?“ Das fällt mir schwer zu erklären, besonders wenn die Gesprächspartnerin eine verschleierte Schönheit aus 1001 Nacht ist und in einer Art Märchen-Sultanat lebt. „Nun, für mich“, sage ich versuchsweise und halte demonstrativ mein Halstuch über das Räuchergefäß, aus dem orientalischer Wohlgeruch in Wölkchen hervorquillt. „Aha.“

Christiane Bloch im Gespräch

Frauengespräch: Asiya und unsere Autorin Christiane Bloch

Und dann kommen wir ins Gespräch. Über Duft und Kleidung, Sitten und Gebräuche in Deutschland und im Oman. Die etwa 40-jährige Asiya, eine erfolgreiche Geschäftsfrau, besitzt hier in der Küstenstadt Salalah in der Region Dhofar drei Geschäfte für Duft- und Räucherbedarf. Salalah liegt im Süden der weitgehend aus Wüste und Küstengebirgen bestehenden Arabischen Halbinsel, 1000 Kilometer von der Hauptstadt Muscat entfernt.
„Im Oman“, erzählt Asiya, „ist wohlriechende Kleidung zum Betören unerlässlich“, und löffelt dabei Bukhur auf ein glühendes Kohlestück, in Parfumöl getränkte Holzspäne. „Das Räuchergefäß wird einfach unter die Kleidung gestellt.“ Mir empfiehlt sie einen leichten Blumenduft. Oriental Flower, Amor oder Fara-Night seien in Deutschland vielleicht nicht so passend. Aber hierher gehören sie, die Düfte des Orients, der sich rund um Asiyas Laden entfaltet.
Im Al Hafa Souk, dem Weihrauchbasar der Stadt, räuchert es vor jedem Geschäft, und drinnen liegen Berge der goldgelben Harztropfen, die Dhofar zum Zentrum der ehemaligen Weihrauchstraße machten. In den Regalen stehen unzählige Glasflakons. An denen schnuppern sowohl Frauen in langen schwarzen Umhängen als auch Männer in ihren Dishdashas, den bodenlangen, fast wundersam sauberen weißen Gewändern. Auf dem Kopf tragen sie einen Turban oder bunt bestickte flache Kappen, „Kummah“ genannt. Es wirkt wie eine Filmszenerie, und eigentlich müsste der junge Omar Sharif gleich um die Ecke biegen.

1 2 3
Schlagworte: