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Reise Landsort - Insel fürs Herz

Ausscheren in die Schären: Wer seine Gedanken sortieren möchte, Ruhe sucht und Kunst mag, fliegt nach Stockholm, besteigt die Fähre Richtung Landsort – und landet nach zwei Stunden in einer anderen Welt.

Leuchtturm

Stopp!“ Ein Passagier zeigt aufgeregt zurück zur Kaimauer. Dort hat er seine Thermoskanne vergessen und die „kanelbullar“, die für jeden Schweden unverzichtbaren klebrigen Zimtschnecken. Prompt kehrt die Fähre „Tuva“ um. Für Kapitän Lasse eine Selbstverständlichkeit. Was zählt da ein Fahrplan? Fröhlich hupend steuert er die rot-weiße „Tuva“ danach ins offene Meer. Klippen, Leucht- und Holzbaken ziehen an uns vorüber, zum Greifen nah. Ziel ist die Insel Landsort, der südlichste Außenposten unter den 24 000 Inseln der Stockholmer Schärenwelt.

Bullerbü-Idylle im Hafen

Bullerbü-Idylle im Hafen: „Guck mal, was da unten schwimmt!“

Knapp zwei Stunden liegt Landsort von Stockholm entfernt. Eine kurze Reise – die mich weit wegbringt. Weit weg von Autolärm, Stress und Alltag. Vor Landsort lässt Kapitän Lasse das Boot nur wenige Zentimeter an den Felsen vorbei in einen geschützt liegenden Naturhafen gleiten. Und ich steige mit den übrigen Passagieren, meist Tagesgästen, mitten in das Klischeebild der schwedischen Schären ein. Boote dümpeln im Hafen, das Wasser plätschert glucksend auf die Klippen. Zwischen den puppenstubigen Häusern stehen verstreut ein paar alte Leuchtbaken. Es duftet nach Sommer.

Die Ankunft unserer Fähre bringt Leben in die Beschaulichkeit. Überall höre ich klappernde „träskor“, die schwedischen Holzschuhe, und wir Ankömmlinge werden mit einem herzlichen „Hej!“ begrüßt. Nur 25 Menschen leben auf der vier Kilometer langen und an ihrer schmalsten Stelle 250 Meter breiten Insel, die bis Ende der Neunzigerjahre militärisches Sperrgebiet war. Das hieß: Fotografieren verboten, Ausländer unerwünscht.

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