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Wandern Wandern: auf dem Weg zu mir selbst

Früher galt es als altbacken. Heute entdecken immer mehr, wie schön und erholsam es ist, die Welt buchstäblich Schritt für Schritt zu erleben.
Frau sitzt nach dem wandern auf einem Berg

Noch vor dem Weckerklingeln werde ich wach. Die Morgendämmerung taucht meine Studentenwohnung in Passau in pudriges Licht. Gleich nach dem Frühstück schlüpfe ich in die bereitgelegten Wandersachen, schnalle den Rucksack um – und starte meine Wanderung. Erstes Etappenziel: der Hauptbahnhof. Die kühle Morgenluft, die ich beim Warten auf den Zug einatme, schmeckt so frisch, als wäre ich schon in den Bayerischen Voralpen. Ich fühle mich großartig! So packte mich in den 90er-Jahren das Wanderfieber.

Oda Frantzen, 41, die Autorin unserer Geschichte:

„Ich wandere, obwohl ich unter Höhenangst leide. Selbst Wege,die nur an einer Seite abfallen, sind ein Albtraum. Trotzdem liebe ich die Berge! Ich suche mir deshalb immer leichte Touren mit großartiger Kulisse aus. In der Freizeit muss ich mir nichts beweisen, sondern möchte nur die Natur genießen.“

Wandern ist im Trend

Lange galt Wandern als altmodisch und deutschtümelnd. Wenn überhaupt, dann als „Backpacker“ durch Neuseeland oder Australien ziehen. Aber mit dem Rucksack durch den Schwarzwald? Das Wandern ist des Müllers Lust? Bloß weg, weit weg! Diese Zeiten sind vorbei. Das Bundesministerium für Wirtschaft in Berlin und der Deutsche Wanderverband in Kassel fanden heraus: 56 von 100 Deutschen wandern mindestens einmal im Jahr. Seit meiner Erstbesteigung des 1790 Meter hohen Heimgartens bei München bin ich eine von ihnen. Warum? Für die Antwort mache ich mich auf den Weg.

Erste Station: Elisabeth Hör-Bogacz, Autorin aus München. Sie hat ein Buch über das Gehen geschrieben („Gehen – ein leichtfüßiges Glück“, Integral, 176 Seiten, 13,99 Euro). „Es hat bedeutenden Einfluss auf unsere Ich-Stärke“, erläutert Hör-Bogacz, die selbst auch am liebsten zu Fuß unterwegs ist. „Unsere Ich-Stärke bestimmt, wie sehr wir an unsere Fähigkeiten glauben, uns selbst vertrauen.“ Beim Wandern bin ich also auch auf dem Weg zu mir selbst.

Hier finden finden Sie die passende Kleidung sowie brauchbare Untensilien für einen Wandertrip >>

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Autor:
Oda Frantzen