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Mode Ökologische Sportmode

Die Nachfrage nach ökologischer Sportmode boomt. Denn zum Glück passen Funktion und Nachhaltigkeit immer besser zusammen!  

Ein bisschen Siegerstrahlen ist angesagt. Nicht weil Timo Perschke eine Sportskanone ist, sondern weil der 35-Jährige eine kleine, aber feine Sportbekleidungsfirma gegründet hat, die Bikern, Surfern, Seglern und Wanderern ermöglicht, Kleidung mit modischem Look und Extrafunktionen zu tragen, ohne dabei einen ökologischen Fußabdruck, so groß wie bei einem Yeti, zu hinterlassen. Und das ist ganz weit vorne. Die in Bayern ansässige Firma Pyua (gesprochen wie „pure“, das englische Wort für „rein“) bietet wind- und wetterfeste Jacken, Hosen, T-Shirts und Rollis aus Recycling- Material an.

OHNE KUNSTFASERN LÄUFT BEIM SPORT GAR NICHTS

- Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Kunstfasern unterscheiden: reine Synthetikfasern wie Polyamid, Polyacryl oder Polyester, die aus Erdöl bestehen. In Fasern verwandelt sich das Plastik, indem es geschmolzen und durch haarfeine Düsen gepresst wird, um einen Endlosfaden zu gewinnen. Zellulosefasern dagegen gewinnt man zwar aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, da sie jedoch in einem industriellen Prozess unter ausgiebigem Einsatz von Chemie herausgekocht werden, gelten sie dennoch als Kunstfasern. Die bekanntesten unter ihnen sind Viskose, Modal und Acetat.

- Auch der größte Teil des zellulosehaltigen Bambus, der momentan zu Kleiderfasern verarbeitet wird, erfordert einen aufwändigen industriellen Prozess und ist damit praktisch eine Chemiefaser.

- Im Kommen sind derzeit die Zellulosefasern Tencel und Modal der österreichischen Firma Lenzing. Das seidig weiche Modal wird aus Buchenholz gewonnen, Tencel aus Eukalyptusholz. Die Zellulose wird aus dem Eukalyptus mit einem neuartigen Mittel herausgelöst, das sich fast komplett wiederverwenden lässt. 

Die Kleidung besteht fast nahezu aus ausgedientem Polyester, welches in seine chemischen Bestandteile aufgespalten und dann neu versponnen wird. Das verbessert die Ökobilanz der Kleidung eklatant, denn es spart Erdöl, den nicht erneuerbaren Rohstoff, aus dem die Kunstfaser Polyester besteht. Tatsächlich geht das Konzept von Perschkes Firma aber noch weiter. Sie ermutigt die Kunden, abgetragene Stücke zurückzugeben, damit aus alter Kleidung leistungsfähige neue werden kann. Die Kleidung ist also kreislauffähig und hinterlässt am Ende ihres Lebens keinen Abfall – und das schont die Umwelt. Die Technik dafür hat die japanische Firma Tejin entwickelt. Dorthin gehen die Jacken und Hosen von Pyua auch wieder zurück. Die Leibchen sind allerdings von so guter Qualität und so zeitlos designt, dass sie ohnehin nicht so schnell wieder aussortiert werden. Auch das ist wahrlich ökologisch.

Mehr noch: Damit die Kleidung für Umwelt und Gesundheit wirklich ungiftig und quasi „essbar“ ist, wird auch die Imprägnierung der Jacke derzeit ökologisch optimiert. Normalerweise prallt der Schmutz dank einer Art Teflonschicht ab. Doch die fluorcarbonhaltige Chemikalie, die in der Beschichtung steckt, belastet die Umwelt. Pyua arbeitet daran, darauf zu verzichten und die Extrafunktion trotzdem zu erhalten, erklärt Timo Perschke. Nächstes Jahr soll es so weit sein. Hightech und Ökoanspruch müssen einander also nicht ausschließen. Leuchtendes Vorbild für Perschke ist die US-Firma Patagonia. Der Pionier der Branche, dessen Outdoorkleidung heiß begehrt ist, trimmt seine Ware schon seit Jahren auf Grün. Zum Erfolg trägt bei, dass Filmstars und Supermodels die lässige Naturkluft nicht nur auf der Piste tragen, sondern damit auch gut sichtbar im Großstadtdschungel von New York flanieren.