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Reisen Nachhaltiges Reisen

Exotische Pflanzen, tropisches Klima und trotzdem ein gutes Gewissen. So können Sie ökologisch und sozial korrekt in die Ferne schweifen ...   

Im Reisen sind wir Weltmeister. 2008 haben die Deutschen mit fast 63 Milliarden Euro weltweit am meisten für Auslandsurlaube ausgegeben. Doch auch ein anderer Trend setzt sich bei uns immer stärker durch: nachhaltiger Tourismus. Das beweisen die Zahlen der 150 Anbieter ökologischer Touren im Verband „Forum Anders Reisen“.

In den letzten zwei Jahren stieg ihr Umsatz um je 15 Prozent und liegt mittlerweile bei 138,8 Millionen Euro. Diese Nachfrage rüttelt auch andere Anbieter wach. In ihren Hotels gibt es jetzt Umweltmanager, werden Küchenkräuter auf dem Dach gepflanzt und Wassersparmaßnahmen eingeführt. Entscheidender als die Unterkunft ist für die Ökobilanz aber die An- und Abreise. Natürlich hat eine Zugfahrt an die Nordsee einen weitaus geringeren Effekt auf unsere Atmosphäre als ein Flug in die Tropen. Wenn man das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen laut der Klimaschutzorganisation Atmosfair berücksichtigt, liegen wir in Deutschland allein durch unseren Alltagsverbrauch schon deutlich darüber.

Statt der empfohlenen drei Tonnen CO2 verbrauchen wir pro Kopf circa elf Tonnen. Kommen ein Hin- und Rückflug z.B. nach Australien dazu, verdoppelt sich dieser Betrag. Rein theoretisch dürften wir also gar keine Fernreisen mehr unternehmen. Selbst das hätte fatale Auswirkungen. Vor allem für die Entwicklungsländer, die vom Tourismus leben. Auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin wurde deshalb jetzt erstmals über die soziale Verantwortung beim Reisen diskutiert. Denn: Nachhaltigkeit bedeutet auch, das Leben der Menschen vor Ort zu sichern. Wie das aussehen kann, haben wir uns im Öko-Resort „Kamalaya“ auf Koh Samui in Thailand angeschaut: 5,5 Arbeitstage pro Woche, eine Mittagspause inklusive Essen vom Hotelkoch, ein Health-Plan, bei dem jeder Angestellte krankenversichert ist und kostenfreie Unterkünfte in der Nähe des Hotels. Da können auch wir mit guten Gewissen entspannen ...