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Deutsche Designer Nachhaltiges Produktdesign

Nachhaltiges Design – da denkt man schnell an Umhängetaschen, die im ersten Leben Lkw-Planen waren, an essbares Verpackungsmaterial und geschredderte PET-Flaschen, die sich in Textilien verwandeln. Aber das kann doch nicht alles sein! Wir haben uns mal bei jungen deutschen Designern umgeschaut.

Nachhaltiges Design ist intelligente Verschwendung, die den Menschen Spaß machen soll.“ So lautet das Credo von Michael Braungart, 52. Der Universitätsprofessor von der Leuphana Universität Lüneburg und Erfinder des Cradleto-Cradle-Prinzips (Von der Wiege zur Wiege) setzt sich für einen nachhaltigen Herstellungsprozess im Bereich Design ein. Nach Ansicht von Michael Braungart sollten Produkte immer zu 100 Prozent dem Menschen und seiner Umwelt nützen, auch wenn sie kaputtgehen oder verschleißen. „Man müsste sie so gestalten, dass man sie in biologische Kreisläufe zurückführen kann und sie dort etwas bewirken, beispielsweise als Kompost“, so der Wissenschaftler. „Oder sie müssen in technischer Hinsicht nützlich sein, weil sie ohne Qualitätsverlust wiederverwertet werden können.“

Magnus Berns, Student der Gestaltung

Doch denkt der Designnachwuchs in Deutschland genauso? Oder ist nachhaltiges Design für ihn nur eine Modeerscheinung? Handelt es sich um eine gestalterische Eintagsfliege oder einen langfristigen Trend? Magnus Berns, ein 24-jähriger Student an der Kölner ecosign-Akademie für Gestaltung, beschäftigt sich mit dem Thema „Recycling“. Er hat ein Möbelstück entwickelt, für das Handschuhfächer aus schrottreifen Autos aus- und als Schublade in einen Nachtschrank aus Holz wieder eingebaut werden. Man könnte die Handschuhfächer auch einschmelzen und aus dem Kunststoff etwas Neues kreieren. Das wäre aber mit einem enormen Energieaufwand und Schadstoffausstoß verbunden. Beides fällt durch das direkte Recycling der Handschuhfächer weg. „Alte Sachen zu erhalten ist immer besser, als etwas Neues zu erfinden“, sagt Magnus. Außerdem werden sie durch ihre Wiederverwendung aufgewertet („Upcycling“), anstatt sie zu minderwertigem Kunststoff zu verarbeiten („Downcycling“).

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