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Tierschutz Regina Frey hilft Sumatra-Orang-Utans

Die Schweizer Biologin Regina Frey, 64, kämpft mit ihrer Stiftung PanEco um den Lebensraum der Sumatra-Orang-Utans.

Regina Frey mit Orang-Utan

Sie zögert keine Sekunde. Als der Professor in der Vorlesung fragt, wer auf der indonesischen Insel Sumatra beim Auswildern von Orang-Utans helfen will, meldet sich Regina Frey sofort. Sie ist 24 und studiert Biologie an der Universität Zürich. „Außer mir hob nur noch eine Studentin die Hand“, erinnert sich die Schweizerin. „Alle an deren hielten mich für verrückt.“
Das war 1971. Auch ihre Mutter reagiert wenig begeistert. „Dabei war es ihre Schuld“, sagt Frey und lacht. „Sie war ja selbst tierbegeistert.“ Die Tochter erlebte, wie sich Mama um verletzte Falken kümmerte. „Ihre Pflegestation war im ganzen Kanton bekannt“, erzählt Frey liebevoll. „Vor zwei Jahren ist sie mit 91 gestorben. Bis zum Schluss hat sie sich um ihre Vögel gekümmert.“ Außerdem stand im Elternhaus in Berg am Irchel noch ein Aquarium mit Sumatra-Barben. „Das muss ein besonderer Ort ein, an dem es so tolle Fische gibt, dachte ich damals.“ Sie ahnt nicht, wie recht sie hat.

Wie alles begann

Nachhaltigkeit schützen

PanEco, eine gemeinnützige Stiftung, hat mit der indonesischen Naturschutzbehörde und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt das Sumatra- Orang-Utan-Schutzprogramm ins Leben gerufen.
Infos: PanEco, Chileweg 5, CH-8415 Berg am Irchel, Tel. 00 41/5 23 18/23 23, www.paneco.ch

Regina Frey bleibt insgesamt zehn Jahre in Indonesien. „Es wurde meine zweite Heimat“, sagt die heute 64-Jährige. Sie lernt die Sprache, verliebt sich in den Vater ihres Sohnes Sam (heute 31), die Natur – und in den „Waldmenschen“. So heißen die Orang-Utans wörtlich übersetzt. Sie will sie beschützen. „Es fällt schwer, sich abzugrenzen, weil sie uns so ähnlich sind“, sagt Frey.

„Oft frage ich mich: Wer guckt hier eigentlich wem zu?“ Ihre Trauer um ein totes Orang-Utan-Baby erträgt sie kaum. „Es war wie ein Kind.“ Sie kehrt in die Schweiz zurück, lernt den Vater ihrer Tochter Stefanie (heute 25) kennen, gründet 1996 die Stiftung PanEco.
Seitdem kämpft sie mit ihrem Team und Umweltorganisationen vor Ort dagegen an, dass Orang-Utan-Mütter erschossen werden, um ihre Babys illegal als Haustiere zu halten. Gefangene Tiere werden befreit, aufgepäppelt und ausgewildert.

In drei Bildungszentren lernen Touristen und Einheimische, dass Orang-Utans und der Regenwald, ihr Lebensraum, keine Gefahr und vor allem kein Profit-Hindernis sind, sondern schützenswert. Die größte Bedrohung geht jedoch von weltweit agierenden Palmöl-Herstellern aus, die Lokalpolitiker bestechen, um Regenwald brandroden zu können. Millionen Hektar sind in Indo nesien bereits in Flammen aufgegangen – das setzte tonnenweise schädliches CO² frei. Tausende Orang-Utans verloren ihren Lebensraum. „Das macht mich unglaublich wütend“, sagt Regina Frey.
Aber sie gibt nicht auf. „Die Chancen stehen 50:50. Rechtskräftige Palmöl-Konzessionen liegen bei den Behörden nicht vor. Der Widerstand in der Bevölkerung wächst. All das hilft uns.“ Ihre Leidenschaft für die Natur – „meine größte Kraftquelle“ – ist ungebrochen. Sie würde die Hand wieder heben. Wie vor 40 Jahren. Kein Zweifel.

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Autor:
Stephan Hillig