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Natur Tipps: Entspannen im Sommer

Herrlich ist er, der Hochsommer: Die Tage sind lang und die Nächte funkeln. Zeit, sich Zeit zu nehmen – und die kostbaren Lichtblicke mit allen Sinnen zu genießen.
Tipps zum Sommer genießen

Glühwürmchen der Meere

Egal ob im Südosten Australiens oder im Norden Deutschlands: Wer in schwülen, windstillen Nächten auf die See blickt, kann es sehen – das Meeresleuchten. Grün bis weißblau schimmert es, gerade so, als hielte jemand eine Lampe unter der kräuselnden Wasseroberfläche. Ursache für dieses famose Naturschauspiel ist die Algenblüte. Gibt es im Wasser besonders viel Phytoplankton, beginnt das zu leuchten, angetrieben von der Bewegung der Wellen. Die „Glühwürmchen der Meere“ schalten zwar nicht das Licht ein, um uns zu beeindrucken, sondern vielmehr, um Fressfeinde zu verjagen. Aber was macht das schon? Es ist einfach schön.

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Ebenso wie der Perseiden-Meteoritenschwarm. Er beschert uns seit Mitte Juli noch bis zum 24. August Sternschnuppen en masse, wenn die Erde auf ihrer Bahn die Staubspur kreuzt, die der 1862 entdeckte Komet Swift-Tuttle hinterlassen hat. Die Staubteilchen schleudern mit etwa 50 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre und verglühen dort als Meteore. Höhepunkt ist die Nacht vom 12. auf den 13. August. Am besten dürfte es bei uns nach Mitternacht klappen: Dann steht der Mond, der durch sein Licht die Sicht ein wenig erschwert, im Süden und das Sternbild des Perseus im Zenit. Mit etwas Geduld ist dieses Sternbild, von dem die Perseiden ihren Namen haben, leicht zu finden: Vom bekannten Großen Wagen am Nordhimmel wandert der Blick zum Polarstern. In der Verlängerung des sogenannten Nordsterns, der durch seine Strahlkraft auffällt, ist das Sternbild Kassiopeia zu entdecken, das aussieht wie ein umgedrehtes W. Rechts davon ist Perseus – jene Stelle, an der die Meteore am besten zu beobachten sind. Wenige Augenblicke Geduld genügen in dieser Nacht (sofern sie nicht wolkenverhangen ist), um eine Sternschnuppe zu sehen – mit dem bloßen Auge. Denn ein Blick durchs Teleskop würde das Panorama zu sehr einschränken.
 

Die kleinen Dinge im Leben machen glücklich

Ja, es ist wie im Leben: All die kleinen Lichtblicke sind es, die das große Ganze immer wieder aufs Neue bereichern. Dabei können wir doch diese „Leuchtmomente“ ganz leicht wahrnehmen, es braucht dazu nur die innere Bereitschaft. Das sollten wir uns immer wieder vor Augen halten, wenn wir uns selbst zu sehr unter Druck setzen. Dann sind wir meist so verbissen, dass wir die kleinen Momente gar nicht registrieren, die uns alles so viel leichter machen könnten. Und die „Lichter“ leuchten uns vielseitig an: ein Lächeln in der Schlange an der Supermarktkasse. Die Bustür, die der Fahrer in letzter Sekunde für uns geöffnet hat. Der Regen, der sich bloß als warme Sommerdusche entpuppt. Der Augenblick, in dem wir endlich spüren, was das Powerhouse ist, von dem die Pilatestrainerin ewig spricht. Oder auch ganz profane Dinge: das befreiende Schuheausziehen beim Heimkommen. Der Duft von frisch gemähtem Gras. Oder eine Sternschnuppe ... „Ich ermutige meine Studenten, jeden Abend aufzuschreiben, wofür sie dankbar sind. Zu oft nehmen wir alles als gegeben an. Wer lernt, auch die kleinen Dinge zu schätzen, lebt glücklicher“, erklärt Tal Ben-Shahar, Glücksforscher und Dozent an der Harvarduniversität. Genau genommen ein ziemlich banaler Tipp, für den statt eines Psychologie-Studi- ums schon der pure Menschenverstand ausreichend wäre. Aber den lassen wir ja oft gar nicht mehr zum Zuge kommen, weil wir zu oft unserem Urteilsvermögen oder dem ersten Gefühl misstrauen.
 

Stattdessen malen wir den Himmel schwarz, wo er doch voller Licht ist. Statt sich im Stau über stillstand zu ärgern, können wir die plötzliche Pause nutzen – ob mit einem CD-Hörspiel, das genau dafür im Handschuhfach wartet, oder mit Einfach-mal-Abschalten. Unabänderliches ändern zu wollen kostet Kraft, die wir positiv nutzen können. Denn eigentlich ist jeder Tag eine Art Perseidenschwarm, zumindest, was die vielen Lichtblicke angeht. Dabei müssen wir uns nichts schönreden: Immer die Augen offen halten genügt. Im Meer, am Himmel – und in unserem Alltag.

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Autor:
Manu Schmickler