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Paradiesische Wälder Das grüne Wunder

Verschlungene Lianen, glitzernde Schlangen, blaue Schmetterlinge: Die Regenwälder von Costa Rica stecken voller kleiner und großer Schätze. Ganz leise haben wir uns reingeschlichen…

Es muss ein schöner Tag gewesen sein. Damals, als Gott die Welt erschuf, alle Kontinente mit bunten Farben bemalte und nach getaner Arbeit seinen Pinsel auswusch – genau in diesem Fluss, dem Rio Celeste, mitten im „Parque Nacional Volcán Tenorio“ in Costa Rica, so erzählen es die Einheimischen. Und hier, an Ort und Stelle, würde ich jede Schöpfungsgeschichte willenlos unterschreiben: Tatsächlich schimmert der Fluss in überirdischem Türkisblau, der herabstürzende Wasserfall verlockt zu einer himmlischen Dusche mitten im Garten Eden. Jonathan, der uns als Guide durch das Land begleitet, lächelt triumphierend: „Manchmal glauben wir selbst, dass wir im Paradies leben.“

Indizien dafür, dass er recht haben könnte, gibt’s genug: eine Flora wie aus dem „Dschungelbuch“ und eine tierische Vielfalt, als hätte Noah hier seine Arche entladen, allein 850 Vogelarten trällern um die Wette. Dazu kolossale Vulkane, feuchte Nebelwälder, Lagunen in allen Tuschkastenfarben. Noch dazu ist es ein Land zwischen den Meeren, zwischen Pazifik und Karibik – und so paradiesisch, wie das klingt, fühlt es sich auch an: Morgens zum Sonnenaufgang auf der Karibikseite baden gehen, abends mit einem Rum-Ananas-Cocktail am Pazifik den Sonnenuntergang feiern – theoretisch wäre das möglich, beide Küsten liegen an der schmalsten Stelle nur 120 Kilometer auseinander, praktisch aber würde man zu viele kleine und große Naturwunder unterwegs verpassen. Also entscheiden wir uns für einen Zickzackkurs quer durch das Land, um langsam, ganz langsam das Paradies zu entdecken. „Ihr braucht ein Kanu! Das sollte genau euer Tempo sein. Und ihr könnt tolle Tiere sehen“, meint Jonathan. Fotografin Monika und ich glauben ihm – und steuern Tortuguero an.

 

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